3. eCommerce Logistik Day: Ein ungebrochener ...
 
3. eCommerce Logistik Day

Ein ungebrochener Trend

Redaktion
Bernd Kratz (IDIH – Institut des Interaktiven Handels) mit Günter Birnstingl (DHL) auf der Bühne in der Albert Hall. © Redaktion
Bernd Kratz (IDIH – Institut des Interaktiven Handels) mit Günter Birnstingl (DHL) auf der Bühne in der Albert Hall. © Redaktion

Die Pakete in der Logistik werden vor allem durch den aufstrebenden E-Commerce immer mehr. Der 3. eCommerce Logistik Day am 26. September 2018 zeigte aktuelle Entwicklungen. Zahlreiche Branchenkenner fanden ihren Weg auf die Bühne der Wiener Albert Hall.

Bereits zum dritten Mal ging der eCommerce Logistik Day über die Bühne – in diesem Jahr am 26. September in der Albert Hall. Der Veranstalter, Logistik express News, organisierte das Event in Kooperation mit dem IDIH – Institut des Interaktiven Handels. Der IDIH-Gesellschafter Bernd Kratz fand gleich zu Beginn passende Worte. Er sieht den Wachstum im E-Commerce und die ansteigende Anzahl an Paketen ungebrochen. „Die KEP-Branche sollte eigentlich zufrieden sein“, so Kratz, „doch die Paketpreise gehen immer stärker zurück.“ Kratz war in seiner Karriere unter anderem Bereichsleiter Logistik bei Yves Rocher Ende der 1980er Jahre. „Schon damals mussten wir 40.000 Pakete am Tag abwickeln. Dennoch waren die Dimensionen im Vergleich zu heute andere“, so Kratz, der auch einige aktuelle Zahlen präsentierte: Mit einem durchschnittlichen Online-Umsatz pro Einwohner von 885 Euro per anno liegt Österreich europaweit am vierten Platz. Nur Großbritannien, die Schweiz und Norwegen können höhere Werte vorweisen. Beim Online-Lebensmittelhandel schneidet Österreich im internationalen Vergleich eher schlecht ab. Jedoch zeigen gute Wachstumsraten, dass Potenzial vorhanden ist.

Zum Abschluss seines einleitenden Vortrages gab Kratz den Tipp, nicht nur auf die aufkommende Automatisierung zu achten, vielmehr „braucht es zu Beginn eine Optimierung der Prozesse“. Wichtiger sei es, auf gleicher Fläche mit gleichbleibender Zahl an Personal wachsen zu können. „Erst wenn man weiß, wo optimiert werden kann, sollte automatisiert werden.“ Logistiker, die sich schon jetzt überfordert sehen, riet Kratz, „nicht darauf zu hoffen, dass diese Entwicklung nachlässt“.

Bedürfnisse verändern sich
Interessante Erkenntnisse konnte auch Günter Birnstingl, Managing Director DHL Paket (Austria) vorlegen. Das Logistikunternehmen verfügt hierzulande derzeit über rund 2.500 Paketshops, darunter 730 bei Billa-Standorten. Mit den Paketshops deckt man 92 Prozent der österreichischen Haushalte ab, wenn es um die Erreichbarkeit geht. Was macht erfolgreiche Player am Markt aus? „Unternehmen, die es geschafft haben, sich mitzuwandeln und weiterhin ihre Kunden zu erreichen“, so Birnstingl. Früher verstand man unter dem Distanzhandel den Katalogversand, Tonnen an Katalogen wurden damals an die einzelnen Haushalte geliefert. Heute werden mehr als 90 Prozent des Distanzhandels online getätigt. Als „große Gewinner“ sieht Birnstingl die Bereiche Kosmetik, Heimwerkerbedarf sowie Schuhe & Lederwaren.

Wissen, was der Kunde will
Ein Unternehmen, das diesen Wandel mitgegangen ist, wurde von dessen Geschäftsführer Uwe Ratajczak präsentiert: KNV Logistik. Der Medienlogistiker hat sich auf die Lagerung und Auslieferung von Büchern spezialisiert. „Vor allem durch Konkurrenz wie Amazon hat die Geschwindigkeit eine hohe Bedeutung bekommen“, so Ratajczak. „Der Buchhandel erwartet sich heute täglich eine Lieferung in den Handel vor Geschäftsöffnung.“ Daher muss man bereits im Vorhinein wissen, was der Kunde will. Ratajczak zur Zukunft: „Nur Logistiker, die Kleinlieferungen als auch den Großhandel aus einem System bedienen können, werden überleben.“

Die letzte Meile
Eine schnelle Lieferung auf der besten Route, darauf hat sich das Unternehmen Tiramizoo spezialisiert, das mittlerweile seit 2010 besteht. „Was wir gelernt haben, ist, dass es auf der letzten Meile, vor allem in großen Städten, unheimlich viele individuelle Zustellmöglichkeiten gibt“, so CEO und Co-Founder Michael Löhr. Dass Tiramizoo Potenzial hat, erkannte im 1. Quartal 2017 auch Shell und investierte in das Startup. „Keiner versteht Retail so wie Shell“, weiß Löhr. „Denn das Sortiment der Produkte ist genauso wichtig wie der Verkauf von Tank.“ Shell ist sehr sortimentsbewusst, verändert dieses auch im Laufe des Tages mehrmals. Durch seine schnellen Liefermöglichkeiten konnte sich Tiramizoo als perfekter Partner erweisen. Hierfür wurde unter anderem ein Pilotprojekt in der philippinischen Hauptstadt Manila gestartet.

Neben diesen Speakern fanden sich am Nachmittag noch mehrere interessante Vortragende ein, u.a. Bernd Stöger, Managing Product Manager, Knapp, Gerhard Anzinger, Geschäftsführer Anzinger Logistik oder auch Bernhard Linemayr, Head of Product & Process Management, CRIF.
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