Wirtschaftskammer Österreich: „Entscheidung z...
 
Wirtschaftskammer Österreich

„Entscheidung zu Lasten der Konsumenten“

Marc Boberach/pixelio.de
Der EuGH hat eine Entscheidung in Sachen SEPA-Bezahlung gefällt © Marc Boberach/pixelio.de
Der EuGH hat eine Entscheidung in Sachen SEPA-Bezahlung gefällt © Marc Boberach/pixelio.de

Der EuGH hat in Sachen Lastschriftverfahren im Onlinehandel ein Urteil gefällt, zu dem sich die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) skeptisch zeigt.

Der Reality-Check zeigt einerseits: In (grenzüberschreitenden) Onlineshops wird das Lastschriftverfahren von den Kunden immer seltener gewählt. Man nutzt lieber den Rechnungskauf, die Kreditkarte, Paypal und andere Dienste. Das Lastschriftverfahren, im Onlineshop einmal angeklickt, kann zu Ungerechtigkeiten führen, und das ist einer der Gründe, warum die jüngste EuGH-Entscheidung zu diesem Thema Aufsehen erregt hat. Denn nach dem „überraschenden Urteil des EuGH“, so die WKÖ in einer Aussendung, sollen alle europäischen Online-Händler das Lastschriftverfahren allen Konsumenten in der EU anbieten müssen, wenn sie diese Zahlungsmethode den Kunden in Österreich ermöglichen. „Dieses Urteil könnte weitreichende Auswirkungen auf den Onlinehandel haben“, zeigt sich Martin Sonntag, Obmann des österreichischen Internethandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), besorgt.

Darum geht es: Diese Entscheidung, so die WKÖ, könnte nämlich zur Folge haben, dass Onlinehändler die beliebte Zahlungsmethode „Lastschrift“ nicht mehr anbieten. Denn es wird im Zuge des Bestellvorganges überprüft, ob ein Kunde zahlungsfähig ist. Und das entscheide darüber, welche Zahlungsmodalität der Händler dem Kunden anbietet. „Je besser die Bonität des Kunden, desto geringer ist das Risiko für den Händler. Das hat nichts mit Diskriminierung aufgrund der Nationalität zu tun“, sagt Sonntag.  Die Auswahl der Zahlungsmethode darf nämlich laut einer Verordnung der Europäischen Union, der so genannten Geoblocking-Verordnung, bei mangelnder Bonität eingeschränkt werden. Bonitätsabfragen im Ausland sind jedoch gar nicht oder nur sehr kostspielig möglich. Die WKÖ befürchtet einen Imageverlust des Onlinehandels und auch wirtschaftlichen Schaden.

Das Verfahren hatte der Verein für Konsumenteninformation angestrengt, dem der EuGH nun Recht gegeben hat, das Urteil im Volltext ist auf www.verbraucherrecht.at nachzulesen.
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