Momentum: Erfolgreich unterwegs auf Amazon
 
Momentum

Erfolgreich unterwegs auf Amazon

Elisabeth Kessler
Karim-Patrick Bannour, Harald Winkelhofer, Angela Tsar, Patrick Kappel, George Nimeh und Alexandra Vetrovsky-Brychta bei der Podiumsdiskussion.©Elisabeth Kessler
Karim-Patrick Bannour, Harald Winkelhofer, Angela Tsar, Patrick Kappel, George Nimeh und Alexandra Vetrovsky-Brychta bei der Podiumsdiskussion.©Elisabeth Kessler

Bei der Jetzt Amazon Konferenz gab es einen Einblick in die Mechanismen des Online-Riesen und Ratschläge von dort erfolgreichen Unternehmern, wie der Handel auf der Plattform florieren kann.

Rund 8,5 % des österreichischen Handels finden online statt, Amazon ist dabei die bekannteste Verkaufsplattform. Bei der Amazon Jetzt Konferenz, veranstaltet von Momentum in Kooperation mit MarktPlatz1, ging es um die praktischen Mechanismen des Verkaufs in dem Onlineshop. Ob man nun "Vendor" (Großhändler, Amazon verkauft) oder "Seller" (Verkauf unter dem eigenen Firmennamen) sein soll, analysierte Peter Höschl von MarktPlatz1. Seine wichtigste Erkenntnis: "Bewertungen sind eine Währung."

Wie die Arbeit bei Amazon abläuft, verriet die Insiderin Dominica Casanova, mittlerweile tätig bei TOWA Digital. Der von ihr skizzierte Kurs der Firma zeigt, dass die Dienstleistungen wie Web-Hosting oder Streaming mittlerweile den Großteil des Umsatzes generieren, der Handel jedoch erhalten bleibt. Wie das Meiste aus den Händler-Seiten geholt werden kann, erklärte Patrick Kappel, Online Sales Director des Elektronik-Herstellers Strong Group International. Er mahnte: "Im eCommerce ändert sich viel schnell, darum muss man beim Online-Auftritt auf dem Laufenden bleiben. Amazon sollte dabei stets eine wichtige Ergänzung aber nie der einzige Vertriebsweg sein."

Internationaler Handel braucht Regeln
Bei der Podiumsdiskussion sprachen Karim-Patrick Bannour (Marktplatz 1), Patrick Kappel (Strong Group), Harald Winkelhofer (Mobile Marketing Association – MMA Austria), Angela Tesar (Bluesource) und George Nimeh (Nimeh & Partners) über den Sinn von Verordnungen. Für Nimeh steht fest: "Asien ist auf dem Vormarsch und wenn wir nicht reagieren, sehen wir bald alt aus. Wir müssen uns aus dieser Situation raus innovieren und nicht raus regulieren." Dazu ergänzte Winkelhofer: "Aktuell ist für die Konkurrenz von Amazon der Zug abgefahren, aber das kann sich ändern. Innovation ist und bleibt ein Veränderungsmotor."

Im Anschluss an die Diskussion zeigte Patrick Schamberger vom Küchenprodukte-Hersteller und -Händler "Pauli‘s Kitchen", welche Trends bei Shopseiten aktuell vorherrschen. Für ihn besonders wichtig: die Optimierung für Online-Interfaces wie Handys oder Tablets. Er ermahnt die Händler jedoch aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen: "Das österreichische Steuersystem ist noch nicht in der Digitalisierung angekommen. Sucht euch einen guten Steuerberater und hofft, dass sich dieser Umstand ändert."

Dass Amazon bei Online-Werbung stark vertreten ist, zeigte Florian Nottorf von Adference auf. „Wer nicht wirbt, wird nicht sichtbar – bei digitalen Werbemitteln mehr denn je. Besonders bei der Sprachsuche ist eine gute Platzierung kritisch für den Erfolg. Wenn etwa Alexa von Amazon Echo die gesprochenen Anfragen nur mit einer Antwort erwidert, scheint schon der Zweitplatzierte nicht mehr auf“, fasst er die Lage zusammen.  Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Eric Hofmann von Whitewater consulting die sieben Totsünden des eCommerce auf: Markten mit Hits zu verwechseln, Erfolgreiches blind kopieren, träge Systeme, mehr Schein als Seien, fehlende Investitionsbereitschaft, steile Hierarchien und fehlende Ziele. Für den Berater befinden wir uns in einer schwierigen Zeit: "Das Alte gilt nicht mehr, das Neue noch nicht. Wir sind zwischen traditionellen Systemen und der Zukunft hin und her gerissen. Jetzt müssen wir Entscheidungen für die Zukunft treffen, bei denen uns die Erfahrung fehlt."
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