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FromAustria.com: "Haben in vielen Bereichen Neuland betreten"

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“Viele unterschätzen die Arbeit, die täglich in einen gut funktionierenden Online-Shop fließt. Viele glauben noch immer, dass man einen Shop baut, diesen online stellt und dann die Kunden von selbst kommen. So einfach ist das nicht”, erklären die FromAustria.com Gründerinnen Zissa Grabner und Alexandra von Quadt im Etailment.at Interview. Etailment.at: Vor gut einem Jahr haben Sie den Online-Concept-Store FromAustria.com gelauncht. Welches Fazit ziehen Sie nach einem Jahr am Markt?
“Viele unterschätzen die Arbeit, die täglich in einen gut funktionierenden Online-Shop fließt. Viele glauben noch immer, dass man einen Shop baut, diesen online stellt und dann die Kunden von selbst kommen. So einfach ist das nicht”, erklären die FromAustria.com Gründerinnen Zissa Grabner und Alexandra von Quadt im Etailment.at Interview. Etailment.at: Vor gut einem Jahr haben Sie den Online-Concept-Store FromAustria.com gelauncht. Welches Fazit ziehen Sie nach einem Jahr am Markt?

Im Juni 2013 öffnete der Onlineshop FromAustria.com seine Pforten. Die Gründerinnen Zissa Grabner und Alexandra von Quadt setzten viel Herzblut in die Akquisition eines Produktsortiments, dessen gemeinsamer Nenner Österreich ist.

Anlässlich ihres einjährigen Bestehens im österreichischen Onlinehandel bat Etailment.at die beiden Gründerinnen zum Gespräch. Sie erklären, wie sich ihre Bemühungen im ersten Jahr am Markt bezahlt machten, welchen Herausforderungen sie als Onlineshop-Betreiber gewachsen sein müssen und was sie generell vom österreichischen E-Commerce Markt halten.



Zissa Grabner: Das letzte Jahr hat sehr viel Spaß gemacht! Da gibt es aber auch vieles, was wir in diesem Jahr gelernt haben, bzw. Vermutungen, die sich bewahrheitet haben. Man kann diese Erkenntnisse in drei große Gruppen aufteilen: Hersteller, Markt und Service. Die österreichischen Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten – mittlerweile sind es um die 80 – sind unsere größten Assets. Zu den Herstellern: Unsere Idee, für heimische Marken eine gut funktionierende Vertriebsplattform zu etablieren, wird durchweg gut angenommen. Wir nehmen den Unternehmen viel Arbeit ab, die sie oft selbst nicht machen wollen oder können. Wir betreiben den Shop, übernehmen Kommunikation und Marketing für alle Marken, kümmern uns um internationalen Vertrieb, die Logistik und das gesamte Handling – vom Abwickeln der Bestellungen bis zum Abnehmen des Telefonhörers hin zum Verwirklichen spezieller Kundenwünsche.



Alexandra von Quadt: Der Markt hat uns mit offenen Armen empfangen. Überall in Europa sprießen Unternehmen aus dem Boden, die sich mit den Themen Regionalität und Authentizität identifizieren und damit eine große Zielgruppe erreichen. Wir sehen, dass der Markt unser Konzept annimmt, da unsere Userzahlen und Bestellungen stetig steigen und auch die Anzahl der Wiederkäufer mit jedem Monat zunimmt. Dies liegt aber auch sicher daran, dass wir sehr stark auf besonderen Service setzen. Das fängt bei den E-Mails an, die wir verschicken und hört bei der liebevollen Verpackung auf. Wir verkaufen Qualität, also bieten wir diese auch im Kundenservice.



Etailment.at: Wie sieht Ihre Kundenschicht aus?



Grabner: Unsere Kunden sind zwischen 30 und 60 Jahren alt, vorwiegend weiblich und noch hauptsächlich in Österreich. Wir haben bisher hier einfach am meisten Marketing betrieben. Allerdings steigen sowohl die Zugriffe als auch die Bestellungen aus Deutschland stetig an. Ich würde sagen, unsere Zielgruppe verfügt über ein Einkommen, welches Ihr erlaubt, sich eingehend mit dem Thema Qualität auseinanderzusetzen und dementsprechend zu konsumieren. Sie hat Verständnis dafür, dass ein Produkt „made in Austria“ eventuell ein wenig teurer ist als „Chinaware“.



Etailment.at: Wie viele Produkte bieten Sie in Ihrem Shop aktuell an und wie viele Pakete/Päckchen versenden Sie im Monat?



Grabner: Wir führen derzeit rund 900 Produkte von 80 Herstellern und versenden etwa 100 Päckchen im Monat, von denen 90 Prozent in die EU gehen.



Etailment.at: In welchen Ländern ist die Nachfrage nach Ihrem Angebot besonders hoch?



Von Quadt: Wie gesagt, noch ist Österreich unserer stärkster Markt, Deutschland holt rasant auf und durch Google, bzw. einiger ersten Kooperationen im Ausland, besuchen uns mittlerweile auch User aus Großbritannien und den Niederlanden. Wir haben aber auch in die USA, nach Brasilien oder Australien bereits Originale aus Österreich versendet.



Etailment.at: Wie werben Sie für Ihren Online-Shop, wie bauen Sie Ihre Marke auf? Wie betreiben Sie Verkaufsförderung?



Grabner: Was die Vermarktung angeht, haben wir viel ausprobiert und tun das noch immer. Natürlich ist klassische PR und Medienarbeit wichtig, außerdem haben wir mit einigen Traffic-starken Onlineplattformen CPO Deals gestartet und klassische Banner geschaltet. Wir haben uns in den vergangenen Monaten ganz stark auf das Thema Kooperationen konzentriert, da wir gesehen haben, dass es unzählige Symbiosen zwischen uns und anderen österreichischen Qualitätsunternehmen gibt. Da war zum Beispiel der Fächer für den Wiener Opernball im Fromaustria.com-Design als Damenspende, ein großes Reisegewinnspiel mit Mondial Reisen oder eine Kooperation mit Vöslauer.



Von Quadt: Des Weiteren ist der Tourismusbereich ganz wichtig für uns. Wir haben bereits eine kleine Aktion beim Salone del Mobile mit der Kreativabteilung der Außenwirtschaft (WKO) gestartet und gehen konsequent weiter in diese Richtung. Wir unterstützen bereits touristische Angebote und Betriebe im Bereich Shopping und Souvenirs, liefern Inhalte und sehen im Bezug auf das besondere Image Österreichs sehr viele Möglichkeiten.



Etailment.at: Auf welche Differenzierungskriterien setzen Sie in Bezug auf den Wettbewerb? Wo liegt Ihr USP?



Grabner: Unser USP ist klar definiert: Wir verkaufen ausschließlich Produkte österreichischer Unternehmen. Wir führen ein originelles Sortiment mit einer besonderen Mischung aus Tradition und Moderne. Wir sind international tätig – unser Shop ist auf Deutsch und auf Englisch verfügbar und wir versenden weltweit.



Etailment.at: Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung eines Shopbetreibers und welche Tipps können Sie diesbezüglich geben?



Grabner: In unserem Fall ist vieles herausfordernd, da wir in vielen Bereichen Neuland betreten haben. Das geht vom Sourcing der Produkte bis hin zum Erfüllen von zahlreichen Auflagen, die man erfüllen muss, vor allem, wenn man international agieren will. Logistik ist ein Riesenthema, vor allem, wenn man sich aus der EU hinausbewegt.



Von Quadt: Da gibt es einiges… Viele unterschätzen die Arbeit, die täglich in einen gut funktionierenden Online-Shop fließt. Viele glauben noch immer, dass man einen Shop baut, diesen online stellt und dann die Kunden von selbst kommen. So einfach ist das nicht, denn dann fängt die Arbeit erst an! PR, Werbung schalten, Facebook-Seiten pflegen, Newsletter versenden, Kooperationen schließen, die den Traffic steigern und im Endeffekt Zahlungsabschlüsse zu erreichen.



Etailment.at: Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Tätigkeit?



Von Quadt: Natürlich alles! (lacht) Nein, im Ernst, mir gefällt am meisten, alles über die Hersteller zu lernen. Es ist oft wie in der Sendung mit der Maus, uns werden alle Arbeitsschritte in Produktionen erklärt! Wir haben eigentlich ausschließlich mit Menschen zu tun, die ihre Arbeit leidenschaftlich gern machen. Außerdem ist es ein super Gefühl, wenn man in Termine geht ohne überlegen zu müssen, was man sagt, weil man sein Business „lebt“, alles selbst gemacht hat und voll und ganz dahinter steht. Das was wir hier machen ist nicht nur ein Job sondern eher eine Berufung.



Grabner: Ich habe viel Kontakt mit den Kunden und liebe es, wenn ich von zufriedenen Kunden wunderbare Emails bekomme, die sich für den persönlichen Service bedanken und die Produkte glücklich in den Händen halten. Außerdem empfinde ich es als etwas ganz besonderes, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die teilweise seit vielen Generationen in Familienbesitz sind und deren Mitarbeiter eine sehr emotionale und besondere Bindung zu ihren Erzeugnissen haben.



Etailment.at: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie derzeit?



Grabner: Derzeit haben wir zwei Mitarbeiter. Sabrina unterstützt uns ganz stark im Bereich Kooperationen und sie ist eine super Verkäuferin. Sara kümmert sich um die Betreuung des Shop-Backends und in der Kommunikation.



Etailment.at: Zum Schluss eine ganz allgemeine Frage an Sie: wie fit schätzen Sie Österreich hinsichtlich E-Commerce ein?



Von Quadt: Das Thema ist von zwei Seiten zu betrachten. Österreichische Kunden sind sehr fit, was E-Commerce angeht. Sie kaufen jedes Jahr mehr online ein und der Bedarf ist absolut da. Seitens Shop-Betreiber gibt es viel Entwicklungsbedarf. Die Wirtschaft wünscht sich, dass die Österreicher oder auch Ausländer mehr über österreichische Shops einkaufen. Um wirklich international wettbewerbsfähig zu sein müssten aber auch Logistiker wie die Post den Shops mehr entgegenkommen. Die Versandkosten hierzulande sind hoch und Themen wie Drop-Shipping sind noch lang nicht so verbreitet wie in anderen Ländern.





Passend zur Fußball-WM wartet FromAustria.com mit einem WM-Special auf und kurbelt damit die Zahl der Bestellungen an.  
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Passend zur Fußball-WM wartet FromAustria.com mit einem WM-Special auf und kurbelt damit die Zahl der Bestellungen an.  
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