Gastkommentar Franz J. Kolostori : Corona tre...
 
Gastkommentar Franz J. Kolostori

Corona treibt Schnäppchenjäger an

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Franz J. Kolostori: "Am letzten Montag im November herrscht bei den Onlinehändlern also zurecht Goldgräberstimmung."
Franz J. Kolostori: "Am letzten Montag im November herrscht bei den Onlinehändlern also zurecht Goldgräberstimmung."

Jahr für Jahr bricht der Cyber Monday, die Antwort der Onlineshops auf den Black Friday, alle Rekorde. Im Jahr 2019 etwa wanderten in den USA am letzten Montag im November 9,2 Milliarden Dollar über die virtuellen Ladentische

Es ist zu erwarten, dass Schnäppchenjäger an diesen Aktionstagen wieder besonders aktiv werden. Wie cash.at berichtete, gewinnt der Black Friday laut einer aktuellen Studie der Offerista Group in Österreich und Deutschland weiter an Relevanz. Mehr als die Hälfte der Befragten gab dabei an, dass ihnen der Black Friday, der heuer auf den 27. November fällt, wichtig ist. Ein Drittel meinte dabei sogar, im Corona-Jahr 2020 noch genauer nach attraktiven Angeboten Ausschau zu halten – insbesondere die Zielgruppe der 18-34-jährigen ist auf der Suche nach Bekleidung, Schuhen, Accessoires und elektronischen Geräten. Auch wenn die Studie die Bedeutung des Cyber Monday am 30. November nicht explizit abfragt, zeigen die Erfahrungswerte der vergangenen Jahre, dass es auch an diesem Tag viele kaum erwarten können, Online einen besonders guten Deal zu machen.

Versteckte Umsatzpotenziale bei Warenkorb-Abbrechern

Am letzten Montag im November herrscht bei den Onlinehändlern also zurecht Goldgräberstimmung. Dabei schlummern im E-Commerce gar noch weitere Umsatz-Potenziale, die weiter ausgeschöpft werden könnten. Das Zauberwort: E-Mail Remarketing. Damit lassen sich nämlich all jene ansprechen, die Produkte in die Warenkörbe der Onlineshops legen, ohne schließlich auf den Kaufen-Button zu klicken. Das dänische Baymard Institute hat insgesamt 41 Studien zu Warenkorb-Abbrüchen ausgewertet und dabei festgestellt, dass durchschnittlich 69 Prozent aller Kaufprozesse nicht abgeschlossen und aus diversen Gründen vor dem Online-Zahlungsprozess abgebrochen werden. Hier wäre also noch einiges zu holen.

E-Mail Remarketing: Bis zu vier Mal höhere Erträge

Um ebendiese Warenkorb-Abbrecher zu reaktivieren, werden mittels E-Mail Remarketing professionell umgesetzte Erinnerungs-E-Mails mit individueller Kundenansprache versendet. Wer unentschlossenen oder vergesslichen Kunden diesen Erinnerungs-Service bietet, hat die Chance, seine Conversion-Rate in noch beachtlichere Höhen zu treiben. Denn wie das Marktforschungsunternehmen Forrester Research 2018 berechnet hat, lassen sich via E-Mail Remarketing bis zu vier Mal höhere Erträge generieren als mit allgemeinen, nicht gezielt eingesetzten Mailings.

Verstehen, wie die Kunden ticken

Wer sich im Remarketing, einer der Königsklassen des E-Mail Marketings, versucht, ist jedoch gefordert, die Empfänger mit möglichst personalisierten Informationen zu servicieren. Die Analyse von bereits vorhandenen Daten, beispielsweise bereits getätigten Anfragen und Bestellungen, kann dabei helfen zu verstehen, wie die Kunden ticken. Bei der Ausspielung von personalisierten Inhalten lassen sich Angebote und Empfehlungen dadurch automatisiert an das Interessensprofil des jeweiligen Empfängers anpassen. Es ist außerdem ratsam, E-Mail Remarketing-Kampagnen mehrstufig zu gestalten – personalisierten Support, alternative Zahlungsmöglichkeiten oder Incentives in Form von Rabattcodes anzubieten funktioniert oftmals gut. Mit Gutschein-Codes sollten Onlineshops im E-Commerce allerdings nicht um sich werfen, denn: Der Warenkorb-Abbrecher lernt schnell dazu, mit welchen Rabatten zu rechnen ist und wird so vielleicht bald "gesättigt" sein.  

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