Gastkommentar Wilhelm Petersmann: Mit digital...
 
Gastkommentar Wilhelm Petersmann

Mit digitalen Technologien zum nahtlosen Einkaufserlebnis

Fujitsu
Wilhelm Petersmann, Geschäftsführer Fujitsu Österreich
Wilhelm Petersmann, Geschäftsführer Fujitsu Österreich

Personalisierte Empfehlungen, kontaktloses Bezahlen oder Self-Service-Kassen – die Handelsbranche befindet sich grundlegend im Wandel. Wilhelm Petersmann, Geschäftsführer Fujitsu Österreich und Schweiz, über den Einsatz intelligenter Technologien zur Verbesserung des Kundenerlebnisses und für mehr Effizienz.

Der Handel ist sicherlich eine der Branchen, die sich seit Anbeginn der Digitalisierung am meisten verändert haben: Neben dem steigenden Einsatz digitaler Technologien, den sich ändernden Erwartungen und dem Kaufverhalten der Kunden sowie der starken Konkurrenz durch florierende Online-Shops, hielt nicht zuletzt die Corona-Krise den stationären Handel auf Trab. Diese Entwicklungen waren bereits vor Jahren spürbar, wie die Studie "The Forgotten Shop Floor" aus dem Jahr 2017 von Fujitsu belegt: Rund 97 Prozent der Einzelhändler waren damals von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen. Die COVID-19 Pandemie, die die Branche besonders stark durchgerüttelt hat, treibt die Digitalisierung des Handels nun noch weiter voran, wie die Studie "COVID-19: Auswirkungen auf den österreichischen Handel" des österreichischen Handelsverbands und EY zeigt: 33 Prozent der Befragten gaben demnach an, ihre Präsenz in Online-Marktplätzen während der Krise gestartet bzw. verstärkt zu haben oder dies noch tun zu wollen.

Wer sein Geschäft entsprechend anpasst, kann die Digitalisierung als Chance zur Optimierung nutzen und mit neuen Technologien Verkaufsflächen und Ressourcen effizient steuern. Neben steigenden Verkaufszahlen profitieren die Händler auch von sinkenden Kosten – ein Faktor, der gerade jetzt über das Überleben eines Geschäftes entscheiden kann. Doch die gestiegene Erwartungshaltung der Kunden, etwa nach personalisierten Angeboten oder der Anzeige von Rabatt-Aktionen beim Einloggen in das Geschäfts-WLAN, nach modernen Verkaufsflächen mit Augmented Reality-Displays oder maßgeschneiderten Kundenbindungsprogrammen, setzt voraus, dass der Händler über eine IT verfügt, die all diese neuen Anwendungen effizient mit seinen zentralen Systemen verbindet.
„Wer sein Geschäft entsprechend anpasst, kann die Digitalisierung als Chance zur Optimierung nutzen und mit neuen Technologien Verkaufsflächen und Ressourcen effizient steuern. “

Eine Möglichkeit, die Effizienz zu steigern, ist die Automatisierung und Vernetzung von Prozessen. Sensoren können ermitteln, wenn beispielsweise Einkaufswagen fehlen, der Leergutautomat voll ist oder die Kühlkette bei den tiefgefrorenen Produkten unterbrochen wird bzw. die Temperatur nicht stimmt und automatisch einen Mitarbeiter benachrichtigen. Auch Prognosen lassen sich damit leichter treffen: Gerade rund um Feiertage oder zu speziellen Rabattaktionen können solche Vorhersagen sehr sinnvoll sein, um Lastspitzen besser zu bewältigen und Liefermengen an den zu erwartenden Bedarf dynamisch anzupassen. Überdies sind Kosteneinsparungen möglich, wenn beispielsweise automatisch das Licht gedimmt wird, sobald keine Kunden im betreffenden Bereich sind. Möglich machen solche Verbesserungen intelligente Technologien wie das Store Operation Cockpit von Fujitsu, mit dem Händler ihre Prozesse automatisieren, Verkaufsflächen und Ressourcen optimal steuern und die Mitarbeiter entsprechend orchestrieren können. Lösungen für die automatisierte Bearbeitung von Routinen, die sogenannte Robot Process Automation, haben in den vergangenen Jahren so große Fortschritte gemacht, dass sie Handelsunternehmen effizient bei den verschiedensten Aufgaben entlasten können. Auch das automatisierte Erkennen und Verhindern von Diebstahls- und Betrugsversuchen ("Loss Prevention") ist ein Aspekt, der immer stärker im Handel gefragt ist und als Ergänzung für bestehende SAP-Systeme einfach nachgerüstet werden kann.

Fast schon futuristisch klingt der Einsatz von Quantum-inspired Optimization Services. Dahinter steckt das Digital Annealing, eine Brückentechnologie zum Quantencomputing. Sie ermöglicht es mit bislang unerreichter Geschwindigkeit, komplexe Optimierungsprobleme zu lösen. Dies gilt insbesondere für Aufgaben, bei denen aufgrund der Vielzahl von Variablen und Lösungsmöglichkeiten herkömmliche Computersysteme an ihre Grenzen stoßen – etwa bei der Optimierung der Lager- und Lieferlogistik größerer Handelsunternehmen.

Um im Spannungsfeld zwischen der Erwartungshaltung der Kunden nach einem modernen und reibungslosen Einkaufserlebnis einerseits und dem Kostendruck sowie dem Bedarf nach gesteigerter Effizienz andererseits zu bestehen, spielen moderne IT-Lösungen für den Handel eine Schlüsselrolle. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist hierbei eine flexible IT-Infrastruktur im Hintergrund, die neben selbst betriebenen Systemen zunehmend auch Cloud-Dienste umfasst ("Hybrid IT") sowie eine nahtlose Integration der verschiedenen Anwendungen wie SAP mit Retail-spezifischen Lösungen, um alle relevanten Aspekte im Blick zu behalten und steuern zu können.

Ad Personam

Wilhelm Petersmann hat seit 2016 die Geschäftsführung in Österreich inne, seit 2012 ist er bereits Managing Director der Fujitsu Technology Solutions AG Schweiz und Vice President bei Fujitsu. Vor seinem Wechsel zu Fujitsu war Petersmann fünf Jahre als Geschäftsführer beim Business Intelligence-Spezialisten SAS tätig. Frühere Stationen waren das Technologieunternehmen CSC, wo er als Commercial Director die Bereiche Verkauf, Marketing, Kommunikation und Partnermanagement leitete und SAP Schweiz. Dort amtierte er als Director Professional Services, Support, Customer Care und Mitglied der Geschäftsleitung.

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