Kraftkinz: Gemeinsame Payment-Wege
 
Kraftkinz

Gemeinsame Payment-Wege

Martin Hron
V.l.n.r.: Jürgen Tarbauer (WKW), Birgit Kraft-Kinz (Kraftkinz) und Martin Sprengseis (PF19)
V.l.n.r.: Jürgen Tarbauer (WKW), Birgit Kraft-Kinz (Kraftkinz) und Martin Sprengseis (PF19)

Österreich hinkt bei innovativen Zahlungssystemen hinterher – so das Ergebnis einer neuen Studie von Kraftkinz. Experten setzen auf Zusammenarbeit.

Der heimische Payment-Markt sei ein weitgehend ­fremdbestimmter – zumindest wenn es um dahinter liegende Systeme gehe, führt Martin Sprengseis-Kogler, CEO und Founder der Kundenkarten-App ­Mobile ­Pocket, bei der Präsentation der neuen Payment-Studie an. „­Damit wissen wir nicht, was in Zukunft passieren wird und nehmen uns die Chance zur ­aktiven Gestaltung.“ Wie also zum ­relevanten Player in einem international dominierten Markt werden? Mit Kollaboration, lautete die einhellige Antwort der anwesenden Experten. „Digitalisierung ist bereits Realität. Umso wichtiger ist es, dass jede Branche ihre digitalen Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Chancen hebt – auch im Payment“, so Jürgen Tarbauer, Sparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Wien. Jene Chancen gelte es zugänglich und leistbar zu machen. „Ein Zusammenspiel der Kräfte ist dafür ­notwendig.” Dass es eben jenes Zusammenspiel im Payment-Sektor heute statt morgen braucht, zeigt die von der Marketing-Beratungsfirma Kraftkinz durchgeführte Studie. Dabei wurden Experten aus den vier ­Stakeholder-Bereichen Banken, Handel, Regulatoren und Start-ups befragt, wo sie Österreich im internationalen Vergleich bei ­innovativen Payment-Arten sehen. Das Ergebnis ist, wie schon im ­Vorjahr, ist ein Ernüchterndes: Der Großteil sieht Österreich weiterhin im Mittelfeld (58,3 Prozent) und 25,0 Prozent als Schlusslicht.

Festival gegen Trägheit
„Payment ist ein zentrales Element für jede Volkswirtschaft und per se schon ein Beispiel für einen industrieübergreifenden Prozess auf Basis gemeinsamer Standards“, so Birgit Kraft-Kinz, Studienleiterin und Geschäftsführerin von Kraftkinz. Das erfordere „enge Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Stakeholdern“. Das Bewusstsein zum Handeln scheint bei weitgehend angekommen: 86,5 Prozent der Befragten empfinden es als „eher relevant“ oder „sehr relevant“, dass Österreich an die Spitze innovativer Zahlungssysteme kommt. Allein an konkreten Kooperationen mangle es noch weitgehend, wie auch Sprengseis-Kogler betont. Hierzulande gebe man sich viel zu oft mit dem guten Status quo zufrieden. Seit September werkt dieser daher am Aufbau einer Peer Group im Payment mit. Meilenstein Ende November ist das erste Payment-Festival in Österreich, das die Themen Innovation und ­Kollaboration in den Mittelpunkt rücken wird.

Bericht von Birgit Samer
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