Handelsverband: Onlinehandel auf Rekordniveau
 
Handelsverband

Onlinehandel auf Rekordniveau

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Die E-Commerce-Studie des Handelsverbandes zeigt, dass sich Handyshopping seit 2019 verdoppelt hat und der Versandhandel weiterhin rasant wächst.

Die 11. Ausgabe der bundesweiten Studie "Versandhandel, eCommerce & Marktplätze" wurde in Kooperation mit der KMU Forschung Austria umgesetzt. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, fasst die Ergebnisse zusammen: "Die österreichischen Distanzhandelsausgaben werden vom E-Commerce getragen und erreichen 2020 mit 8,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Von 8 Milliarden Euro Onlineumsatz fallen bereits 1,2 Milliarden Euro auf den Mobile Commerce – ein massiver Zuwachs von 50 Prozent. Smartphoneshopping ist damit beliebt wie nie zuvor, Brandbeschleuniger ist eindeutig die Covid-Krise. Die rund 13.000 heimischen Webshops profitieren vom wachsenden Markt allerdings nur begrenzt, da mehr als jeder Zweite im Ausland bestellt und so den Kaufkraftabfluss verschärft."

Die Top-Warengruppen waren Bekleidung mit einem Gesamtumsatz von 1,95 Milliarden Euro, Elektrogeräte mit 1,2 Milliarden Euro und Bücher mit 0,6 Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs gab es bei Computern und Hardware mit plus 18 Prozent und bei der Kosmetik mit plus 17 Prozent. Der überwiegende Großteil der Distanzhandel-Umsätze, 8 Milliarden Euro, werden online umgesetzt, ein Ausgabenwachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte, genauer 54 Prozent, gehen dabei an ausländischer Anbieter – 2019 waren es noch 57 Prozent. 

Weiteres Wachstum

"Die Transformation vom klassischen Katalog- zum Onlinehandel scheint damit fast vollständig abgeschlossen", sagt Harald Gutschi, Unito-Geschäftsführer sowie Vizepräsident des Handelsverbandes und Leiter der Plattform "Versandhandel, eCommerce & Marktplätze". Einen deutlichen Unterschied gibt es jedoch zwischen dem LEH und dem Non-Food-Handel: "Während hierzulande im Lebensmittelhandel weniger als 2 Prozent der Konsumausgaben in den Distanzhandel fließen, werden im Non-Food-Handel bereits knapp 20 Prozent im in- und ausländischen Internet-Einzelhandel getätigt. Allerdings hat die Corona-Krise auch den Einkauf von Lebensmitteln im Distanzhandel um 26 Prozent befeuert", bestätigt Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.

Bemerkenswert ist, dass das Handyshopping zunehmend an Bedeutung gewinnt: "Die Wachstumsdynamik beim Onlineshopping wird noch weit übertroffen vom anhaltenden Boom beim Handyshopping. Bereits ein Drittel der Österreicher kauft im Internet via Smartphone ein, die Ausgaben liegen aktuell bei 1,2 Milliarden Euro. Damit haben sich die Umsätze im M-Commerce seit dem Vorjahr verdoppelt und seit 2014 sogar verfünffacht", erläutert Rainer Will. Dabei sind die Unter-29-Jährigen stärker vertreten: In dieser Altersgruppe kaufen 7 von 10 Konsumenten via Smartphone ein, bei den Über-60-Jährigen sind es nur 9 Prozent, allerdings mit dynamischem Wachstum. Sprachassistenten finden ebenfalls immer mehr Anwendung; 2018 haben noch 200.000 Österreicher ein Gerät wie Amazon Echo oder Google Home verwendet, 2019 waren es bereits 450.000 und aktuell wird die Nutzerzahl auf 990.000 geschätzt. Im Vorjahr haben 30.000 Konsumenten mittels Sprachassistenten eingekauft, 2020 waren es bereits 38.000.
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