Preisjäger: Heimische Webshops müssen auf Nac...
 
Preisjäger

Heimische Webshops müssen auf Nachfrage reagieren

Vor allem ausländische Händler wie Amazon und eBay mit großem Sortiment oder Nischenhändler wie der Musik-Fachhändler Thomann.de können bei den österreichischen Online-Shoppern punkten.

Im vergangenen Jahr konnten heimische Onlineshops ihren Umsatz um neun Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern. Im Vergleich mit Ländern wie Deutschland (62,45 Milliarden Euro Umsatz in 2016), Italien (8,78 Milliarden Euro) und selbst der Schweiz (5,6 Milliarden Euro) ist diese Summe dennoch gering. Woran liegt das? Das Verbraucherforum Preisjäger hat für die Antwort auf diese Frage Daten des Marktforschungsunternehmens Similar Web ausgewertet.

Die 20 größten Onlineshops konnten im Durchschnitt 10,17 Prozent ausländische Kunden anziehen, am häufigsten aus Deutschland (5,45 Prozent), gefolgt von der Schweiz (0,92 Prozent) und Ungarn (0,84 Prozent). Jedoch funktioniert der Kaufkraftabfluss auch in die umgekehrte Richtung. Laut den Zahlen von Similar Web besuchten 2016 469,2 Millionen Mal österreichische Verbraucher zumindest einmal einen der 20 führenden Onlineshops aus den Nachbarländern Deutschland, Schweiz und Ungarn sowie Italien, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Polen und den Niederlanden. Profitieren können vor allem deutsche Onlineshops: 451,75 Millionen der 469,2 Millionen Besuche österreichischer Konsumenten entfielen auf Onlineshops unserer Nachbarn. Dahinter folgen polnische Shops (7,7 Millionen Besuche), Schweizer Shops (2,17 Millionen Besuche), Shops aus Italien (1,82 Millionen Besuche) und Ungarn (1,73 Millionen Besuche).

Online-Riesen und Nischenhändler bei den Österreichern beliebt
Vor allem Amazon und eBay sind dafür verantwortlich, dass österreichische Verbraucher relativ oft in ausländischen Onlineshops einkaufen. Similar Web verzeichnet 2016 360,75 Millionen Visits bei Amazon aus Österreich, gefolgt von eBay mit 48,46 Millionen Besuchern. Die beiden Händler punkten vor allem wegen ihres großen Sortiments, andere Händler mit in Österreich schwer erhältlichen Artikeln. So etwa der Musik-Fachhändler Thomann.de, der 2016 5,18 Millionen Visits aus Österreich verbuchen konnte, das sind die viertmeisten Besuche aus Österreich in ausländischen Onlineshops. Mit Deltaoptical.pl rangiert ein polnischer Internethändler von Ferngläsern, Fernrohren und Mikroskopen auf Rang 10 (2,03 Millionen Besuche). Nischenshops wie Dawanda.com (Rang 8, 2,7 Millionen Besuche oder Conrad.de (Rang 12, 1,75 Millionen Besuche) werden ebenfalls oft aufgesucht.

Bei der Auswertung der Zahlen kommt Preisjäger zu dem Schluss, dass österreichische Verbraucher zwar gerne im Internet kaufen, jedoch heimische Händler die Kunden nicht mit einem guten Sortiment wie etwa bei Amazon oder auch mit Nischenprodukten wie im Fall von Thomann.de bedienen können.
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