: Hermes und Starship planen Zustellung per ...
 

Hermes und Starship planen Zustellung per Roboter

-
Frank Rausch (CEO Hermes Germany) und Ahti Heinla (CEO Starship Technologies) bei der Vorstellung der Zustellroboter in Hamburg. (Foto: Hermes)
Frank Rausch (CEO Hermes Germany) und Ahti Heinla (CEO Starship Technologies) bei der Vorstellung der Zustellroboter in Hamburg. (Foto: Hermes)

Das europäische Technologie-Start-up Starship Technologies und der Logistikdienstleister Hermes Germany wollen in Hamburg die Zustellung per Roboter testen. Als exklusiver Logistikpartner plant Hermes voraussichtlich ab Ende August sukzessive den Testbetrieb an PaketShops. 

Das Technologie-Start-up Starship Technologies und Hermes Germany wollen ab Ende August in Hamburg die Zustellung per Roboter testen. Bis zu drei Roboter von Starship sollen dann zunächst bis Ende 2016 reguläre Paketsendungen an ausgewählte Testkunden zustellen. Starship erprobt den Einsatz seiner Roboter bereits in London, Washington und Tallinn/Estland.



„Als Hamburger Unternehmen und Teil der Otto Group spielt der Standort Hamburg für Hermes eine wichtige Rolle – und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional. Daher haben wir alles daran gesetzt, die Deutschland-Premiere unserer Starship-Roboter nach Hause an die Elbe zu holen. Dass uns die Hamburger Behörden vorbehaltlich einer letzten Prüfung so schnell grünes Licht gegeben haben, freut mich deshalb umso mehr“, sagt Frank Rausch, CEO von Hermes Germany.



Viermonatiger Piltotest



Während des viermonatigen Pilottests pendeln die Zustellroboter von Starship zwischen den teilnehmenden Hermes PaketShops und ausgewählten Testkunden. Transportiert werden reguläre Sendungen, die im sogenannten „WunschPaketShop-Service“ von Hermes verschickt werden. Dabei handelt es sich um Pakete, die auf Wunsch des Kunden nicht nach Hause, sondern in einen PaketShop von Hermes geliefert und dort abgeholt werden.



Regulär hinterlegt Hermes eine Sendung zehn Tage lang zur persönlichen Abholung im Shop. Hier kommen nun testweise die Starship-Roboter zum Einsatz: Anstatt eine Sendung nach Anlieferung im Shop persönlich dort abzuholen, können die Tester per Smartphone einen Roboter damit beauftragen, ihnen die Sendung nach Hause zu bringen. Konventionelle Zustelltouren oder gar Zusteller ersetzen die Roboter somit nicht. Vielmehr installiert Hermes mit dem Starship-Roboter testweise einen neuen Servicekanal, der die persönliche Abholung von Sendungen im Shop ablöst.



Lieferung innerhalb 30 Minuten



Die Lieferung per Roboter kann innerhalb von dreißig Minuten erfolgen, die Anlieferzeit bestimmt der Kunde. Hat das Fahrzeug sein Ziel erreicht, erhält der Empfänger eine SMS-Benachrichtigung und kann seine Sendung an der Haustür entgegennehmen. Das Öffnen des Transportfachs erfolgt über einen individuellen, verschlüsselten Öffnungslink. Wird eine gewaltsame Öffnung versucht, löst der Roboter umgehend Alarm aus und verständigt automatisch die Zentrale. Dank konstantem GPS-Signal und eigener Lokalisierungstechnologie lässt sich die Position des Fahrzeugs jederzeit zurückverfolgen.



Roboter sind online und werden überwacht 



Jeder Zustellroboter ist während des Betriebs dauerhaft online und mit einem Mitarbeiter von Starship verbunden. Dieser „Operator“ überwacht die Fahrt des Roboters auf dem Fußweg und kann im Notfall jederzeit eingreifen. Bei den Tests in Hamburg ist zusätzlich eine weitere Person vor Ort, die den Roboter begleitet. Das gilt insbesondere für die sogenannte „Mapping Phase“, in der der Roboter seine Testumgebung kennenlernt und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut macht. Erst nach Abschluss dieser Erkundungsfahrten ist ein autonomer Fahrbetrieb überhaupt möglich – aber auch dann bleibt das Fahrzeug mit der Zentrale verbunden.



Zustellroboter von Starship fahren maximal Schrittgeschwindigkeit und verkehren ausnahmslos auf Fußwegen und anderen, für Fußgänger vorgesehenen Bereichen. Straßen und Radwege werden lediglich zum Kreuzen genutzt – und das nur nach Freigabe durch den Operator. Ampeln und Zebrastreifen soll das System über Kameras und Sensoren ebenso vollautomatisch erkennen, wie plötzlich auftauchende Hindernisse, die zu einem sofortigen Stopp des Fahrzeugs führen. Bislang gab es in den anderen Test-Städten wie London, Washington und Tallinn keine Zwischenfälle im Livebetrieb.



stats