Wirtschaftskammer Österreich: Initiative „KMU...
 
Wirtschaftskammer Österreich

Initiative „KMU Digital“: Angebote für die Digitale Transformation schaffen

BMWFW/Steiger
WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Staatssekretär Harald Mahrer und Christina Wolff-Staudigl von der Naturparfümerie Staudigl. © BMWFW/Steiger
WKÖ-Präsident Christoph Leitl, Staatssekretär Harald Mahrer und Christina Wolff-Staudigl von der Naturparfümerie Staudigl. © BMWFW/Steiger

In Österreich können erst sieben Prozent der Unternehmen als digitale Innovatoren bezeichnet werden. Zur Stärkung von Klein- und Mittelbetrieben wurde nun das Förderprogramm „KMU Digital“ ins Leben gerufen.

„KMU Digital“ – so lautet der Name eines neuen Förderprogramms, das kleine und mittlere Betriebe für die sich verändernden Aufgaben im Digitalisierungsprozess stärken soll. Vorangetrieben wird die Initiative vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich. Bei der Vorstellung des Programms im Wiener Cafe Vrei waren Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Staatssekretär Harald Mahrer und die Unternehmerin Christina Wolff-Staudigl vor Ort. CASH war dabei und berichtet von der Präsentation.

Qualifikation anpassen, Arbeit sichern
„Digitalisierung ist in aller Munde. Manche verbinden damit große Hoffnungen, andere Ängste“, so Leitl gleich zu Beginn. „Jeder technologische Fortschritt hat eine Mehrzahl an Jobs gebracht, jedoch verändern sich diese auch.“ Hier setzt die neue Initiative der Wirtschaftskammer Österreich an: Es heißt, die Qualifikation anzupassen, um für die kommenden Generationen Arbeit zu sichern. Nach Leitl „kommt es aber immer darauf an, wie wir damit umgehen – Angst ist hier nicht angebracht“.

„Wir bemühen uns als Wirtschaftskammer Österreich, dass Thema Digitalisierung nicht nur zu einem Thema für die Industrie zu machen. Genau für die kleinen Betriebe besteht hier eine Chance, mit den Großen sowie international mitzuhalten“, betonte Leitl. „Neben den Chancen der Digitalisierung ist es aber auch wichtig, die Chancen der Individualisierung zu nutzen.“ Beim Digitalisierungsindex der Europäischen Kommission liegt Österreich derzeit an zehnter Stelle, beim Breitbandausbau europaweit sogar nur an 15. Stelle. „Zwar wird eine Milliarde Euro ausgegeben“, so Leitl, „es bräuchte aber das Siebenfache, um die Anforderungen zu bewältigen.“

Nur 7 Prozent an Innovatoren in Österreich
Auch Mahrer ist sich sicher, dass „uns das Thema Digitalisierung in den nächsten Jahren prägen wird“. Mit der neuen Initiative wolle man all jene ansprechen, die sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Wandels voranzutreiben. „Wir haben nur wenige digitale Innovatoren in Österreich“, wie Mahrer feststellte. Zu dieser Gruppe zählt er sieben Prozent der Unternehmen. Weitere 36 Prozent sind Integratoren, bauen also Elemente der Digitalisierung in ihr Geschäftsmodell ein. „Die restlichen 57 Prozent der Unternehmen in Österreich verharren“, so Mahrer. „Viele glauben, sie sind davon nicht betroffen. Ich halte das für eine dramatische Einstellung, denn es betrifft uns alle.“

Mehrstufiges Programm greift Unternehmen unter die Arme
Das Förderprogramm ist mehrstufig: Im ersten Schritt sollen Informationen vermittelt werden und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit digitaler Angebote geschaffen werden. Dann kann evaluiert werden, wie das eigene Geschäftsmodell angepasst werden kann. Im nächsten Schritt muss bei der Qualifizierung der Mitarbeiter angesetzt werden und ein gewisses Kompetenzniveau erreicht werden. Im letzten Schritt will man Österreich zu einem Musterland machen, wenn es um den Aufbau von Digital Innovation Hubs geht. Im Zuge dessen sollen bereits erfolgreiche Unternehmen kleineren Spielern am Markt ihr Wissen weitergeben. „Wir starten diese Kooperation heute – wir nehmen in den nächsten zwei Jahren zehn Millionen Euro in die Hand“, so Mahrer, und weiter: „Wir werden noch mehr Geld brauchen, denn es geht hier um ein mittelfristiges Projekt.“

Online als zusätzliche Filiale
Neben Leitl und Mahrer befand sich auch noch Christina Wolff-Staudigl am Podium, die mit ihrem Naturkosmetikgeschäft Staudigl zwei Geschäfte in der Wollzeile führt. Weiters verfügt das Unternehmen über einen Onlineshop. „Wir wollen diesen aber eigentlich nicht als Onlineshop bezeichnen, denn er ist praktisch so etwas wie eine dritte Filiale“, erklärte Wolff-Staudigl. Der Webshop müsse ebenso wie der Stationärhandel gestaltet werden. Dafür braucht es passende Mitarbeiter. „Als Drogistin hatte ich keine Ahnung, wie man Produkte Online präsentiert“, so die Unternehmerin. Sie konnte ihren Bruder gewinnen, der gemeinsam den Onlineshop aufgerüstet hat. Schulungen halfen, E-Marketing, die richtige Produktpräsentation im Netz oder den Versand des Newsletters zu bewerkstelligen. Auch über den elektronischen Weg „soll der Kunde das Persönliche spüren“, wie Wolff-Staudigl erklärte.

Genau hier soll auch das Förderprogramm KMU Digital ansetzen. „Wir können den Leuten die Verantwortung nicht abnehmen“, so Mahrer. „Aber wir können ein Angebot schaffen, das den Unternehmern die richtige Unterstützung gibt.“

Staatssekretär Harald Mahrer und WKÖ-Präsident Christoph Leitl im Cafe Vrei. © BMWFW/Steiger
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Staatssekretär Harald Mahrer und WKÖ-Präsident Christoph Leitl im Cafe Vrei. © BMWFW/Steiger
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