A.T. Kearney: Jährlich 720 Mio. international...
 
A.T. Kearney

Jährlich 720 Mio. internationale Sendungen

Maret Hosemann / pixelio.de
Die Österreicher versenden um 9 % mehr Pakete als im Vorjahr © Maret Hosemann / pixelio.de
Die Österreicher versenden um 9 % mehr Pakete als im Vorjahr © Maret Hosemann / pixelio.de

Die Paketdienste boomen, der österreichischer Markt wächst um 9 Prozent, allerdings fallen die Einnahmen pro Sendung; Last-Mile-Logistik und Zusatzdienste werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.

Ferry Salehi, Partner in der Logistik- und Transportsparte bei A.T. Kearney, stellt fest, dass der europäische Markt für internationale Kurier-, Express- und Paketdienste 2016 deutlich gewachsen sei. Mittlerweile würden jährlich 720 Millionen Sendungen verschickt, bis 2019 erwarte man 908 Millionen. Die Erholung der europäischen Wirtschaft und die Tendenz zum E-Commerce füllten die Auftragsbücher. A.T. Kearney analysiert Umsatzsteigerungen von 5 % auf 16,2 Mrd. Euro und eine 10%ige Zunahme der Sendungen. Um profitabel zu bleiben, müsse die Industrie jedoch auf Trends wie Last-Mile-Logistik und Zusatzdienste eingehen, so das Unternehmen in einer Aussendung von Anfang Oktober.

Im Rahmen einer globalen Studie wurde der internationale Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP) analysiert. Auf Basis von mehr als 500 Interviews mit Industrieexperten gibt die Studie einen detaillierten Lagebericht, benennt Trends und Potenziale für die Zukunft. Für den europäischen Markt wurden 13 Länder beleuchtet und die Ergebnisse in dem Bericht „Europe’s International CEP Market: Solid Growth With Challenges Ahead” zusammengefasst.

9 Prozent Wachstum in Österreich

Die Europäer verschicken immer häufiger international – in Österreich etwa um 9 % mehr als im Vorjahr. Vor allem osteuropäische Länder holen auf: Polen, Rumänien und Tschechien erreichen mit einem Plus von 31, 19, bzw. 14 % Spitzenwerte. Doch auch die fünf größten Märkte (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande) sind weiterhin auf Wachstumskurs und freuen sich über Zunahmen von 10–15 %. Damit transportieren sie fünfmal mehr Sendungen als die restlichen acht untersuchten Länder zusammen. Damit diese Entwicklung weitergeht, sollten Unternehmen derzeitige Trends im Blick behalten, empfiehlt die Studie: Das Geschäft mit Privatkunden wächst dank der Beliebtheit von Online-Shopping stärker als B2B. Jedoch machen den Unternehmen sinkende Einnahmen pro Sendung zu schaffen (–5 % für Standard-Sendungen, –2 % für Express-Sendungen).

Herausforderungen trotz positiver Trends

Last-Mile-Logistik: Mit der neuen Bedeutung von Online-Shopping werden innovative Konzepte für die letzten Meter der Lieferung bis zur Haustür immer wichtiger. Kosten pro Stopp müssen durch höhere Frequenzen gesenkt sowie profitablere Lösungen für E-Commerce-Sendungen gefunden werden. Ein neuer „State of the Art“ für die letzten Meter soll Neukunden anziehen.

Kostenmanagement: Viele Kunden sind nicht bereit, höhere Grundpreise für Dienstleistungen zu bezahlen. Europäische KEP-Unternehmen müssen sich daher mittelfristig darauf einstellen, Zuschläge zu erheben – wie beispielsweise zu Hochphasen wie Weihnachten.

Neue Produkte und Services: Diese werden zum Alleinstellungsmerkmal werden, denn mit zunehmender Kommodifizierung der Transportprozesse werden zusätzliche Angebote wie Versicherung oder Zollzahlungen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Neben neuen Services sind auch maßgeschneiderte E-Commerce-Produkte mit Einheitspreisen von zentraler Bedeutung.

Zur Studie
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