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"Kauf auf Rechnung" mausert sich zum status quo im Payment-Mix

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Foto: Klarna.com
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Kauf auf Rechnung zählt zu den beliebtesten Zahlungsverfahren beim Online-Einkauf.

Integriert ein Online-Händler das Bezahlen auf Rechnung in seinen Payment-Mix, senkt er damit wirkungsvoll die Quote der Warenkorb-Abbrecher, ergab eine Untersuchung des ECC Köln. Laut GfK würde etwa die Hälfte aller Online-Shopper bevorzugt per Rechnung bezahlen. Zwei österreichische Onlineshops – die Online-Apotheke Vamida.at und der Modehändler Grüner – haben diese Zahlungsart nun in ihren Payment-Mix aufgenommen, auch Rakuten Austria bietet ab Juli 2014 den Kauf auf Rechnung.

Zahlungsart für Online-Apotheken und höherpreisige Waren

Der Rechnungskauf bietet Online-Kunden vor allem eines: Sicherheit. Besonders bei Warenkörben jenseits von 100 Euro eigne sich der Rechnungskauf, für Online-Apotheken ist das aber auch bei kleineren Bestellungen der Fall, erklärt Nelson Holzner, CEO und Gründer des Zahlungsdienstleisters BillPay, im Interview mit Etailment. So setzt seit kurzem auch die österreichische Online-Apotheke Vamida.at (mit Sitz in Tschechien) auf den Rechnungskauf, als Partner fungiert Klarna Austria. Die von Österreichern gegründete Online-Apotheke handelt mit rezeptfreien Medikamenten zu günstigen Preisen.

Rechnungskauf als Retourentreiber?

Etwas anders sieht es im Fashion-Bereich aus. Denn Rechnungskauf steht im Ruf, Retouren – ohnehin ein Phänomen des Modeversands – noch weiter zu begünstigen. Im Gespräch mit Etailment argumentiert Nelson Holzner: „Der Händler muss sich zunächst einmal fragen, welche Ziele er verfolgt. Will er den Umsatz pushen und hat er seine Retourenkosten im Griff , dann sollte er den Rechnungskauf natürlich aktiv einsetzen, gerade auch, um Neukunden für sich zu gewinnen. Wenn ein Händler, beispielsweise im Bereich Mode, hohe Retouren fürchtet, denken wir auch gemeinsam über Lösungen nach und bieten eine aktive Hilfestellung an. Eine Option könnte dann beispielsweise sein, die Lastschrift prominent als Alternative anzubieten. Hier registrieren wir deutlich niedrigere Retourenquoten. Da muss man dann testen, wie man den optimalen Mix – auch in der Platzierung der Zahlungsverfahren – hinbekommt.“ An den Rechnungskauf wagt sich ab sofort auch der Kärntner Modehändler Grüner in seinem seit 2011 bestehenden Online-Shop. Neben Kreditkarte, PayPal und Sofort-Überweisung ist nun dort das Zahlen auf Rechnung im Payment-Mix vertreten, auch hier zeichnet Klarna Austria verantwortlich. „Erfahrungsgemäß ist eine Umsatzsteigerung von bis zu 30 Prozent möglich“, erklärt Robert Hadzetovic, Country Manager Klarna Austria, die „Konversionskraft“ vom Rechnungskauf.

Sicherste Bezahlmethode im Web

Hadzetovic erklärt den Kauf auf Rechnung außerdem zur sichersten Bezahlmethode im Web. Denn: Hacker und Internet-Betrüger sind im Netz ständig auf der Suche nach Kreditkartendaten, Passwörter und Zugangsdaten. Der leichtsinnige oder falsche Umgang mit Daten verursache weltweit einen Schaden in Höhe von 330 Milliarden Euro, so Hadzetovic. Er hebt beim Rechnungskauf vor allem den sparsamen Umgang mit Daten positiv hervor: „Es werden nur Name, Adresse, Telefon und Emailadresse abgefragt. So haben Betrüger keinerlei Chance, an sensible Daten heranzukommen.“ Der Gefahr eines Zahlungsausfalls können Online-Händler mit einem gut organisierten Risikomanagement entgegnen, das meist vom Zahlungsdienstleister gehandelt wird. Als nächster prominenter E-Commerce Akteur wird ab Anfang Juli 2014 auch Rakuten Austria den Kauf auf Rechnung anbieten, hat Rakuten Austria CEO Dieter Kindl im Zuge der Rakuten Expo 2014 in Wien angekündigt.
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