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Michael Suitner: "Es gibt viele Insellösungen am M-Payment-Markt"

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“Wir hoffen, noch heuer den Sprung nach Deutschland zu schaffen”, erklärt VeroPay-Gründer Michael Suitner im Gespräch mit etailment.at.
“Wir hoffen, noch heuer den Sprung nach Deutschland zu schaffen”, erklärt VeroPay-Gründer Michael Suitner im Gespräch mit etailment.at.

Michael Suitner ist Gründer und Geschäftsführer der Secure Payment Technologies und Erfinder der Bezahltechnologie VeroPay. Seine mobile Bezahllösung kommt derzeit in insgesamt 1.500 Shops von Merkur, Hartlauer, Billa und MPreis zum Einsatz, Kunden können dort mit einem Strichcode am Smartphone – den sogenannten Blue Code – in Sekundenschnelle bezahlen.

Im vergangenen Jahr 2013 österreichweit ausgerollt, will Michael Suitner sein Unternehmen nun auch am deutschen Markt etablieren. Im Gespräch mit etailment.at erklärt er, wie er der mobilen Bezahlung zur Massenakzeptanz verhelfen will, wieso es am M-Payment Markt so viele Insellösungen gibt und welche langfristigen Ziele er sich für VeroPay gesetzt hat.



etailment.at: Herr Suitner, Sie sind ja seit September 2012 mit VeroPay im österreichischen M-Payment-Markt vertreten. Welche Meilensteine konnten Sie bis dato verzeichnen?



Michael Suitner: Seit dem Start 2012 in Tirol war einer der größten Meilensteine der Österreich-Rollout Ende Oktober 2013 gemeinsam mit Merkur Markt und Hartlauer. Unterstützt wurden wir dabei unter anderem mit einer Seed-Finanzierung des Austria Wirtschaftsservice. Und vor wenigen Wochen konnten wir Billa als neuen Partner gewinnen und die VeroPay-Akzeptanzstellen auf rund 1.500 Geschäfte fast verdreifachen. Dadurch konnten wir unsere Kundenbasis stark verbreitern und die Zahlungsfrequenzen erhöhen.



etailment.at: Trotz der Erfolge steckt das Konzept vom „Smartphone als Geldbörse“ noch ziemlich in den Kinderschuhen, eine breite Marktakzeptanz fehlt bislang. Wie kann das Thema Mobile Payment befeuert werden, damit es die Massenakzeptanz erreicht, die es verdient?



Michael Suitner: Eine erfolgreiche Zahlungslösung fürs Smartphone muss sicher und gleichzeitig einfach zu bedienen sein. Zudem muss sie in möglichst vielen Geschäften akzeptiert werden und für eine breite Zielgruppe verfügbar sein. Bei internationalen Lösungen hakt es zumindest teilweise an einem dieser Faktoren, etwa weil die Lösung an ein Geschäft oder einen Betreiber gebunden ist.



etailment.at: Bemängelt werden auf Konsumentenseite vor allem die beiden Faktoren Sicherheit und Zusatznutzen. Welche Schritte setzen Sie diesbezüglich bei VeroPay?



Michael Suitner: Bei VeroPay setzen wir in punkto Sicherheit an mehreren Hebeln an. Der Hauptansatz ist, dass wir auf dem Smartphone keine sensiblen Daten speichern. Erst nach Eingabe eines persönlichen vierstelligen PIN-Codes wird ein Blue Code am Display angezeigt. Der anonyme Blue Code wird vom Kassenpersonal gescannt und  damit hat der Kunde bezahlt. Zudem ist jeder Blue Code nur vier Minuten lang gültig und bei Diebstahl oder Verlust des Smartphones kann die App sofort über unser Service Center gesperrt werden. Als erfreulichen Zusatznutzen geben unsere Kunden häufig die Kombination von Kundenkarte bzw. Händler-App mit VeroPay an, wie wir es bei Merkur und Billa bereits umsetzen konnten.



etailment.at: Welche konkreten Vorteile ergeben sich für Händler und deren Kunden beim Einsatz von VeroPay?



Michael Suitner: Mit VeroPay können Händler ohne große Investitionen ihren Kunden Bezahlen mit dem Smartphone anbieten. Da unsere Lösung auf bestehenden Technologien aufbaut, braucht es auf Kundenseiten nur ein Smartphone mit Android oder iOS und auf Händlerseite ein Update der Kassensoftware und einen Scanner, der vom Handydisplay lesen kann. Damit bezahlen Kunden an der Kasse in Millisekunden mit ihrem Smartphone – das viele bereits öfter und schneller zur Hand haben, als ihre Geldbörse.



etailment.at: Wie bereits angesprochen, kommt VeroPay seit geraumer Zeit auch in österreichischen Billa-Filialen zum Einsatz. In welchem Ausmaß und mit welcher Zufriedenheit wird VeroPay im Lebensmittelhandel bislang genutzt?



Michael Suitner: All unsere Partner berichten von sehr positivem Kundenfeedback und der Großteil unserer Kunden bezahlt mindestens einmal pro Woche und öfter mit VeroPay. Mit der Einführung bei Billa hat das Bezahlen mit VeroPay einen enormen Schub bekommen. So verzeichnen wir seither bei Zahlungsvolumina und Transaktionen monatlich hohe zweistellige Zuwachsraten und wir hoffen natürlich, dass sich dieser erfreuliche Trend weiter fortsetzt.



etailment.at: Sie wollen ja mit VeroPay auch in den deutschen Markt vordringen. Wie gestaltet sich die Expansion und bis wann ist der Rollout geplant?



Michael Suitner: Wir sprechen derzeit mit mehreren, sehr interessierten Handelsketten in Deutschland und einige Verhandlungen sind schon sehr konkret. Wir hoffen daher, noch heuer den Sprung nach Deutschland zu schaffen. Besonders gefreut hat uns eine Studie des deutschen Beratungsunternehmens Mücke, Sturm & Company, die uns großes Potential für Deutschland voraussagt. (Anm. d. Red.: etailment.at berichtete)



etailment.at: Der deutsche Markt ist im Vergleich zu Österreich geradezu überschwemmt mit M-Payment-Anbietern. Welche Strategie verfolgen Sie dort?



Michael Suitner: Wie zuvor erwähnt gibt es viele Insellösungen, aber noch wenige Ansätze, die für möglichst viele Kunden und Händler akzeptabel und implementierbar sind. Hier wollen wir eine Marktlücke schließen und eine Bezahllösung anbieten, mit der jede Bank und jeder Händler seinen Kunden einfach und mit geringem Aufwand M-Payment anbieten kann. Weiters treten wir nicht als Pilotprojekt, sondern als geprüftes und etabliertes Zahlungssystem in den deutschen Markt ein.



etailment.at: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie derzeit?



Michael Suitner: Das Kernteam besteht aus zehn Mitarbeitern. Aber wie in einem Start-Up üblich, arbeiten bei der Secure Payment Technologies in etwa gleich viele Projektmitarbeiter und Dienstleister je nach Aufwand zu – etwa in der IT-Entwicklung, für Grafikleistungen und im Customer Care.



etailment.at: Welche Ziele haben Sie sich für VeroPay mittel- und langfristig gesetzt?



Michael Suitner: Langfristig wollen wir mit VeroPay Blue Code die führende Zahlungslösung fürs Smartphone in Europa werden. Neben dem stationären Handel wollen wir mittelfristig allerdings auch im Bereich eCommerce und bei In-App-Payments Fuß fassen.



etailment.at: Zum Abschluss eine allgemeine Frage: Werden Bargeld, Kredit- und Bankomartkarten langfristig aus dem Handel verschwinden und durch Bezahlen via Smartphone ersetzt werden?



Michael Suitner: Ich glaube nicht, dass Bargeld, Kredit- und Bankomatkarten verschwinden werden. Bezahlen mit dem Smartphone ist eine zusätzliche Zahlungsvariante, die von vielen Kunden gewünscht wird. Parallel haben aber auch alle anderen Zahlungsmittel ihren Nutzen und ihre Berechtigung.



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