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Österreichische Medientage: Impulse für den Mobile Commerce

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Diskutierten am Podium der Österreichischen Medientage (v.l.n.r.): Andreas Martin (pilot@media), Tanja Diezmann (pReview digital), Eva Mader (IQ mobile) und Michael Berger (Styria Digital Holding). (Foto: Medientage/Elisabeth Kessler)
Diskutierten am Podium der Österreichischen Medientage (v.l.n.r.): Andreas Martin (pilot@media), Tanja Diezmann (pReview digital), Eva Mader (IQ mobile) und Michael Berger (Styria Digital Holding). (Foto: Medientage/Elisabeth Kessler)

Das Panel „Alles wird mobil“ auf den diesjährigen Österreichischen Medientagen (22. und 23. September 2015) beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen im M-Commerce.

Andreas Martin von pilot@media begrüßte Tanja Diezmann (pReview digital), Michael Berger (Styria Digital Holding) und Eva Mader (IQ mobile) am Podium.



„Alles wird mobil“ titelte eines der Panels am zweiten Tag der diesjährigen Österreichischen Medientage (22. und 23. September 2015). Tanja Diezmann (pReview digital), Michael Berger (Styria Digital Holding) und Eva Mader (IQ mobile) präsentierten Case Studies zu den Themen Mobile Commerce und Payment. Einführend sprach Andreas Martin (pilot@media), der auch durch den Programmpunkt führte.



Zehn Impulse für den M-Commerce



„Mobile Payment ist nur ein Teilelement von M-Commerce. Es geht um viel mehr“, so Andreas Martin zu Beginn des Panel. In einem kleinen Vortrag nannte Martin zehn Impulse, die das breite Spektrum des Themas aufzeigen sollen. Einer der Impulse wird beim M-Commerce etwa durch den ROPO-Effekt ausgelöst: Research Online, Purchase Offline. Das Smartphone wird also vorwiegend zur Informationsbeschaffung genutzt. Im Gegensatz dazu kann das Showrooming genannt werden: Konsumenten betrachten Produkte im stationären Geschäft und kaufen diese später online.



Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Martin mitunter die Frage der Penetration. Diese Frage wurde mitunter vom diesjährigen Mobile Communications Report, der von der Mobile Marketing Association Austria veröffentlicht wurde, beantwortet. So besitzen bereits 86 Prozent der Österreicher ein Smartphone, jedoch erst zwei Prozent eine Smartwatch oder fünf Prozent ein anderes Wearable Device.



Bessere Usability erzielt höhere Conversion



Ein wichtiger Impuls liegt im Bereich Usability, so Martin: „Etliche Studien belegen, dass die Conversion bei mobil-optimierten Seiten höher ist.“ Impuls kann auch durch verstärktes Mobile Payment mittels Plastikkarte erfolgen: Wie Martin betont, soll bis Ende 2015 jede Plastikkarte NFC-fähig werden. M-Commerce in Verbindung mit Technologien wie Beacons, Kundenkarten oder Aktionsportalen können Triebfeder für den mobilen Handel sein, so Martin.



Wearables fehlen oftmals bahnbrechende Funktionen



Danach folgten drei Showcases, die unterschiedliche Anwendungsbereiche im M-Commerce zeigen sollten. Den Anfang machte Tanja Diezmann von pReview digtal, die über Mobile- und Wearable-Interaction sprach. „Fakt ist heute, dass wir zwar gut vernetzt, aber trotzdem sehr bequem sind“, so Diezmann gleich zu Beginn. Diesen Umstand sieht sie als hauptverantwortlich dafür, dass Wearables noch nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Diezmann: „Den größten Einfluss werden Wearables in der Zukunft in den Bereichen Gesundheit und Fitness haben.“



Diezmann präsentierte Auszüge der Studie „The Wearable Future“ von PwC, die sich mit Wearables befasst hat. Demnach werden Wearables von vielen Kunden aus Interesse gekauft, dann aber nach sechs Monaten nicht mehr genutzt. Oftmals fehlt es laut Diezmann „bei Wearables noch an den bahnbrechenden Funktionen“, die diese Devices auch massenfähig verbreiten können. Viele der Befragten forderten außerdem eine verbesserte visuelle Umsetzung von Wearables.



Beacons begleiten gesamte Customer Journey



„Beim Internet der Dinge beginnen Geräte miteinander zu kommunizieren“, so Eva Mader von IQ mobile in ihrem Showcase. Das Unternehmen hat Beacons für die Ikea Filiale in Graz implementiert. Mader dazu: „Wichtig beim Einsatz von Beacons ist vor allem, dass eine Erlaubnis vom Kunden vorliegt.“ Spannend bei Beacons ist für Mader der Faktor Reichweite, einer der Vorteile gegenüber Near Field Communication. „Außerdem funktionieren Beacons nicht nur im Indoor-Bereich, sondern auch im Freien.“ Mader sieht einen großen Vorteil von Beacons darin, dass „die gesamte Customer Journey begleitet werden kann“. Dies eignet die kleinen Sender für Marketing- und Loyality-Programme sowie Kundenstromanalysen. Mobile Payment und Cross-Retargeting sind ebenfalls weitere Anwendungsbereiche für Mader. Eine Marketing-Aktion von Coca Cola nennt Mader als gutes Beispiel für Cross-Retargeting: In den Kinos wurden Besucher mittels Beacons angesprochen – diesen wurde eine gratis Coke per App angeboten. Tage später, so Mader, erhielten selbe Kunden auch noch einen Coupon per App für ein kostenloses Kinoticket.



Oftmals wird die Akzeptanz und die Umsetzbarkeit von Beacons in Frage gestellt. „Österreich ist ein Smartphone-Land“, erläuterte jedoch Mader, „hierzulande besteht eine Nutzung von 86 Prozent.“ 84 Prozent der Österreicher schalten laut Mader Bluetooth situationsbedingt ein. „Die Voraussetzungen für Beacons wären also in Österreich vorhanden. Man muss die Möglichkeit des Einsatzes von Beacons aber auch kommunizieren“, wie Mader betont. Ebenfalls haben 47 Prozent der Österreicher Apps für Push-Notifications geöffnet.



Beacons bei Ikea in der Praxis



Wie funktionieren nun Beacons bei Ikea in der Praxis? Die Filiale in Graz wurde mit 28 Beacons ausgestattet. Die Beacons sind beim Eingang, im Restaurant und an der Kassa installiert und werden auch für Kundenstromanalysen genutzt.



„Es gibt bereits erste Learnings“, so Mader, „aber es besteht noch viel Bedarf für Nachbesserungen.“ Außerdem muss der Mehrwert von Beacons noch stärker kommuniziert werden, das Thema Datenschutz muss ebenfalls sehr ernst genommen werden. Wichtig ist auch, so Mader, die richtige Schulung des Personals.



Auf wogibtswas.at kommt es zum ROPO-Effekt



Die Seite wogibtswas.at ist eines der „Babies“ der Styria Digital Holding, wie Michael Berger im abschließenden Showcase erklärte. „Somit wurde eine Alternative zu den klassischen Flugblättern am Markt geschaffen“, so Berger und erklärte weiter: „Personen, die unsere App herunterladen, nutzen uns acht Mal im Monat. Hier tritt auch der vorhin angesprochene ROPO-Effekt ein. Vor dem Kauf werden also entsprechende Angebote abgewogen.“



Neben der Ersparnis und dem Überblick soll wogibtswas.at auch ein Push-Dienst für den Konsumenten sein, dem Aktionen von Lieblingshändlern geliefert werden. wogibtswas.at verspricht exklusive Deals und Coupons, diese können im Online Store oder stationären Handel eingelöst werden.



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