Online-Handel: Tools gegen diskriminierende P...
 
Online-Handel

Tools gegen diskriminierende Preisgestaltung entwickelt

John Schnobrich/Unsplash
Für Konsumenten ist oft nicht klar ersichtlich, wie der Preis im Online-Handel zustande kommt.
Für Konsumenten ist oft nicht klar ersichtlich, wie der Preis im Online-Handel zustande kommt.

Mit dem Ergebnis des Projekts "preis.wert" im Rahmen der Förderaktion "netidee" der Internetprivatstiftung Austria, wurde ein erster Schritt für mehr Transparenz im Online-Handel gesetzt.

Das eigene Smartphone, der Standort und das Kaufverhalten sind ausschlaggebend für die Preisgestaltung – dieses Gerücht hält sich hartnäckig bei den Konsumenten. Unklar ist ihnen allerdings, ob es sich tatsächlich um dynamische oder personalisierte Preisgestaltung handelt. Das Projekt "preis.wert" (entwickelt vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation und dem Austrian Institute of Technology) soll nun Klarheit bringen.

Zum einen wurde ein Framework für das Monitoring datenbasierter Preisbildungspraktiken im Online-Handel entwickelt, zum anderen ein Dashboard für die Analyse und Visualisierung der gewonnenen Datensätze. Erste Anwendungen der Tools bestätigen: dynamische Preisgestaltung steht im Online-Handel an der Tagesordnung. 

Die Studie

In zwei Erhebungsphasen beobachteten die Experten die Preisentwicklung bei den jeweils vier absatzstärksten Österreichischen Online-Händlern für Mode und Elektronik. Bei allen wurden laufende Preisänderungen festgestellt, die sich Großteils unter einem Euro befanden. Ausgewählte Produkte wurden auch hinsichtlich personlisierter Preisgestaltung untersucht. Gearbeitet wurde dabei mit unterschiedlichen Endgeräten, Cookies und VPN-Adressen. Eine personalisierte Preisgestaltung war unter diesen Bedingungen nicht feststellbar.

Für die Studie wurde ein weiteres Analysetool entwickelt, welches frei zur Anwendung durch Einzelne zur Verfügung steht. Dieser sogenannte Crawler ermöglicht die regelmäßige und automatisierte Abfrage von Preispunkten in Online-Shops, bietet ein Cookie-Management zum Preisvergleich von Neukunden versus wiederkehrenden Bestandskunden, eine VPN-Steuerung zum Preisvergleich aus unterschiedlichen Geo-Locations und verschiedene User-Clients, die einen Preisvergleich von unterschiedlichen Geräten aus ermöglichen. Die Open Source Software steht unter einer Softwarelizenz (GPL-3) zur Verfügung. 

Das Folgeprojekt

Ein Monitoring von Preisdiskriminierung bei personalisierter Preisgestaltung für E-Commerce durch Machine-Based-Learning namens Primming, soll nun in einem nächsten Schritt Konsumenten vor unfairen Preisen im Internet schützen. Ziel ist die Entwicklung eines Preismonitoring-Frameworks, über welches Personas simuliert und Abfrageszenarien generiert werden können. Auch das Primming-Framework und die erhobenen Datensätze sollen bei Projektende als Open Source zur Verfügung gestellt werden. 

Infos unter:
www.mein-preis.at
stats