Arbeiterkammer: Online-Preisvergleich: Studie...
 
Arbeiterkammer

Online-Preisvergleich: Studie der AK rät zu Vorsicht

AK/Lisi Specht
AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer © AK/Lisi Specht
AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer © AK/Lisi Specht

Zwar kann man auf Preisvergleichsportalen durchaus sparen, so der Tenor der Arbeiterkammer. Jedoch werden oftmals Nebenkosten oder gewünschte Produkte nicht angezeigt.

Online-Services für den Preisvergleich versprechen dem Konsumenten eine transparente Übersicht über die Preise der jeweiligen Anbieter. Der User geht auf Schnäppchenjagd, indem er vom Preisagenten informiert wird, wenn dieser ein bestimmtes Produkt zu seinem Wunschpreis entdeckt. Die Arbeiterkammer (AK) hat verschieden Preisagenten unter die Lupe genommen. Hierzu wurde eine Auswahl von fünf „Preisagenten“ von Preisvergleichsplattformen (geizhals.at, preissuchmaschine.de, guenstiger.de, idealo.at und geizkragen.de), fünf Browsererweiterungen als Addons (shoptimate, Avira Browserschutz, Ciuvo, Foxydeal, und billiger.de Sparberater), zwei amazonspezifische Preisüberwachungs Plug-ins (Keepa und Camalizer) und fünf Apps für Androidhandys (guenstiger.de, billiger.de, idealo Price Compersion, Geizhals Preisvergleich und Preis.de Preisvergleich) in die Erhebung miteinbezogen.

Im Internet ändern sich die Preise oftmals über mehrere Tage hinweg erheblich. „Für Konsumenten wird es immer schwieriger, die Preise für ihr Wunschprodukt zu vergleichen“, sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Zwar kann man mit Geduld wirklich Geld sparen, so die Ergebnisse der AK, jedoch fehlt der umfassende Marktüberblick, da die Anbieter entscheiden, welche Onlineshops gelistet werden. Außerdem differenziert die Anzahl an Angeboten, die in die Preisbeobachtung einbezogen werden: Von fünf bei einem untersuchten Browser-Add-on bis zu 294 bei einer Preissuchmaschine. Außerdem verortet die Arbeiterkammer darüber hinaus Intransparenz, wie aktuell die Daten sind.

Nebenkosten werden oftmals nicht gleich angezeigt
Wer sich über einen niedrigen Preis freut, freut sich oft zu früh, so die Kritik der AK. Oftmals ist der Endpreis inklusive Versandkosten nicht sofort erkennbar. „Die Versandkosten hängen davon ab, wie bezahlt wird – etwa per Nachnahme, Vorauskassa, PayPal oder Kreditkarte“, so Zimmer. Vier gängige Produkte, drei Smartphones und eine Kompaktkamera, wurden einem exemplarischen Test unterzogen. Dabei zeigt sich oben beschriebenes Bild. Es werden zu viele Treffer angezeigt, mit Modellvarianten, nach denen gar nicht gefragt wurde. Oftmals liefern die angezeigten Händler nicht nach Österreich und wenn doch, dann oftmals mit hohen Versandkosten bis zu 25 Euro. In einem Fall wurde nach Öffnen der Händlerseite angezeigt, dass das Produkt gar nicht verfügbar ist. Noch abstruser: In einem Fall gab es beim Produkt mit dem angezeigten Bestpreis den Webshop nicht mehr.

Fünf Tipps für den Preisvergleich im Internet
Die Arbeiterkammer gibt daher fünf Tipps, die bei der Suche über Preisagenten zu beachten sind.
1. Viele Anbieter sind am deutschen Markt tätig, daher liefern viele Lieferanten nicht nach Österreich. Bei deutschen Preisvergleichsportalen ist eine Einschränkung auf die Suche in Österreich nicht möglich.
2. Geben Sie immer eine exakte und korrekte Produktangabe beziehungsweise Typenbezeichnung an.
3. Je mehr, desto besser: Die Anzahl und Qualität der Suchergebnisse hängt sehr davon ab, wie viele und welche Shops die Preissuchmaschinen bei der Suche berücksichtigen. Die Preisagenten der Preissuchmaschinen greifen dabei auf die Datenbanken der jeweiligen Preisvergleichsportale zurück.
4. Vorsicht ist geboten, denn nicht immer wird Neuware angeboten.
5. Sie müssen die individuell erstellten Preisagenten auch wieder deaktivieren beziehungsweise löschen, falls sie nicht zeitlich befristet sind. Ansonsten treffen auch nach Ihrer Suche weiter E-Mails ein.

Detailliertere Studienergebnisse können Sie unter diesem Link einsehen: AK-Studie Darstellung von Preisagenten
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