Onlinehandel: Der Boom der Marktplätze
 
Onlinehandel

Der Boom der Marktplätze

real.de wurde für Drittanbieter geöffnet und verdoppelte somit innerhalb eines Jahres fast den abgewickelten Umsatz.
real.de wurde für Drittanbieter geöffnet und verdoppelte somit innerhalb eines Jahres fast den abgewickelten Umsatz.

Immer mehr Handelsketten bauen ihre Onlineshops zu Marktplätzen aus.

Die unangefochtene Nummer eins im Marktplatz-Ranking in Deutschland ist Amazon, gefolgt von eBay. Diesen Platzhirschen wollen nun immer mehr Händler aus dem stationären Bereich Konkurrenz machen. Die Einzelhandelskette Real etwa öffnete den eigenen Shop real.de für andere Anbieter und konnte so im letzten Geschäftsjahr den Umsatz von 380 auf 608 Millionen Euro steigern. Jetzt soll ein internationales Online-Marktplatz-Netzwerk mit Partnern in Frankreich, Italien und Rumänien dem Projekt zusätzlichen Schwung geben.

Die Parfümeriekette Douglas will laut Konzernchefin Tina Müller sogar zur zentralen Beauty-Plattform Europas werden. Im Douglas-Marktplatz sollen die Kunden in Zukunft neben den eigenen Angeboten nicht nur Produkte externer Partner erhalten, sondern auch Serviceangebote vom Friseurtermin bis zur Maniküre buchchen können.

Ähnliche Pläne verfolgt die Heimtierbedarfskette Fressnapf. Bis 2025 will Inhaber Torsten Toeller Fressnapf zu einer Plattform ausbauen, die nicht nur Tierfutter und Zubehör verkauft, sondern auch bei der Vermittlung eines Hundesitters behilflich ist und medizinische Versorgung anbietet. Dass der Aufbau so einer Plattform einen langen Atem braucht und teuer ist, stört Toeller nicht. "Das ist sogar gut so. Denn unsere Wettbewerber können sich das nicht leisten", so Toeller.
stats