Otago: Shoppen? Gerne daheim!
 
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"Dass an den gleichen Orten recherchiert wird, wo dann auch gekauft wird, ist aus Marketingsicht sehr spannend", kommentiert otago-Gründer Markus Inzinger.
"Dass an den gleichen Orten recherchiert wird, wo dann auch gekauft wird, ist aus Marketingsicht sehr spannend", kommentiert otago-Gründer Markus Inzinger.

Kurz vor Black Friday und Weihnachten beleuchtet der otago Trendreport 2020 das digitale Konsumverhalten der Österreicher. Nur 22 Prozent der Befragten shoppten dieses Jahr mehr online als in den Jahren zuvor. Und wenn, dann am liebsten zu Hause.

Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen beeinflussen dieses Jahr ganz deutlich unseren Alltag. Für den Handel bedeutet das, dass mehr online geshoppt wird - oder? Nicht ganz, wie der otago Trendreport 2020 zeigt, für den im September 1.000 Österreicher zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden. Demnach geben nur 22 Prozent an, dieses Jahr mehr im Web einzukaufen. Spitzenreiter sind dabei mit drei von zehn Befragten die unter 30-Jährigen. Dagegen sagen überraschenderweise 62 Prozent, dass sich während der Pandemie nichts an ihrem Einkaufsverhalten verändert habe - demnach hat Covid-19 kaum einen Einfluss auf das Konsumverhalten der Österreicher. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Umgehen der Maskenpflicht und der Kontakt zu Menschen keine Kriterien sind, das Einkaufen digital zu absolvieren. Die Konsumenten schätzen am stationären Handel, die Produkte an- und ausprobieren sowie die Ware gleich mitnehmen zu können, außerdem die persönliche Beratung, die Regionalität und das Einkaufserlebnis. Wenn überhaupt sind die größere Auswahl (47 %), nicht an Öffnungszeiten gebunden zu sein (46 %), die wegfallende Anfahrt (46 %) oder die Verfügbarkeit der Waren (43 %) Gründe zum Onlineshopping.

Surfen in WC und Badewanne

Wenn dann doch online eingekauft wird, dann am liebsten von zu Hause aus. Das tun ganze 91 Prozent der Österreicher. 16 Prozent geben sich in der Arbeit (vor allem 30- bis 39-Jährige) und neun Prozent unterwegs (vor allem 18- bis 29-Jährige) dem digitalen Shoppingerlebnis hin - und dabei am häufigsten via Handy. Sprich: Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen (57 %), speziell unter 30-Jährige sowie Menschen mit höherem Bildungsabschluss, shoppen online per Smartphone. Das Ergebnis deckt sich zum Großteil auch mit dem allgemeinen Surfverhalten. Die Mehrheit, 74 Prozent nutzen das Smartphone auf dem Sofa. Männer außerdem auf dem WC, Frauen in der Badewanne. Besonders in vermeintlich langweiligen Wartesituationen (53 %) oder den Öffis (48 %) beschäftigen sich viele mit dem Handy. Die Online-Recherche zu Produkten betreiben ebenfalls fast alle Zuhause (93 %). 25 Prozent recherchieren auch unterwegs und 21 Prozent in der Arbeit, speziell Männer und 30- bis 49-Jährige.

"Dass an den gleichen Orten recherchiert wird, wo dann auch gekauft wird, ist aus Marketingsicht, sehr spannend", kommentiert otago-Gründer Markus Inzinger. 

Onlineshopping Kings & Queens

Sechs von zehn Österreicher kaufen mindestens einmal pro Monat im Netz ein, zwei von zehn sogar mindestens einmal pro Woche. Sind im echten Leben vor allem Frauen die Shopping-Queens, kaufen im Internet vor allem Männer (63 %) ein - je jünger, desto lieber. Bekleidung, Schuhe und Accessoires sind die Kassenschlager (56 %) und werden vor allem von Frauen geordert. Danach folgen Bücher. Männer begeistern sich hingegen für Elektronik, Computerspiele und Heimwerkerbedarf. Das Klischee lässt grüßen. Generell kauft rund jeder Dritte online Kosmetik- & Pflegeartikel, Haushaltsgeräte oder Elektronik. Rund ein Viertel bucht auch Reisen und Ausflüge. Außerdem erklimmen Medikamente den virtuellen Warenkorb. Im Jahr 2020 landeten sie bereits auf Platz 6 der meistgekauften Produkte (29 %) im Netz.

Österreicher sind keine Impulsshopper...

...im Gegenteil. 43 Prozent räumten ein, ihre Einkäufe auch online zu planen. Nur 11 Prozent agieren hier spontan, vor allem die Jüngeren. Kaufanreize bieten Sales, 54 Prozent kaufen mehr bei Aktionen. Zu Aktionstagen wie dem Black Friday greifen immerhin 33 Prozent verstärkt zu. Saisonale Anlässe wie Weihnachten lässt 58 Prozent dem Kaufrausch frönen. Inzinger geht allerdings davon aus, dass die Kombination Weihnachten und Lockdown den Trend zum Onlineshopping noch verstärken wird.

Unabhängig davon, ob man für den Einkauf das Web oder das Geschäft präferiert, informieren sich 71 Prozent vorab via Suchmaschinen über Produkte und Services. 64 Prozent lesen Online-Bewertungen und 59 Prozent informieren sich auf der Website des Verkäufers. Männer nutzen dabei Suchmaschinen öfter als Frauen. Auch der Preis-Vergleich kommt dabei nicht zu kurz. So schauen knapp sechs von zehn Österreicher vor jedem Kauf auf die Preise, auch bei Kleinbeträgen. Die meisten (45 %) vergleichen sogar rund drei Anbieter miteinander. Sich offline beraten lassen und dann online kaufen, nehmen immer weniger Menschen in Anspruch. 38 Prozent tun dies nur selten und rund ein Drittel nie.

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