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„Payment bedeutet weit mehr als das reine Bezahlen“

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“Während die Schweizer neue Sachen einfach einmal ausprobieren, agieren die Österreicher eher konservativ”, sagt Gero Kummer, Senior Manager Business Development Österreich und Schweiz bei PayPal.
“Während die Schweizer neue Sachen einfach einmal ausprobieren, agieren die Österreicher eher konservativ”, sagt Gero Kummer, Senior Manager Business Development Österreich und Schweiz bei PayPal.

Gero Kummer ist als Senior Manager Business Development Österreich und Schweiz bei PayPal tätig.

Im Rahmen der etailment WIEN und Google Analytics Konferenz wird er am Payment Gipfel teilnehmen. Im Interview mit etailment.at erzählt er unter anderem, warum Payment mehr ist als nur ein Button im Checkout-Prozess und wodurch sich die E-Commerce Märkte in Österreich und der Schweiz unterscheiden.



etailment.at: Sie sind bei PayPal als Senior Manager Business Development für Schweiz und Österreich tätig. Wo sehen Sie eigentlich die größten Unterschiede zwischen diesen beiden E-Commerce Märkten?


Gero Kummer: Zunächst einmal sehe ich sehr viele Gemeinsamkeiten: Sowohl Österreich als auch die Schweiz sind gut entwickelte E-Commerce-Märkte, verfügen über eine sehr gute technische Infrastruktur und genügend Kaufkraft. Und sowohl Schweizer als auch Österreicher kaufen gerne im Ausland ein, vor allem in Deutschland. Natürlich gibt es aber auch Unterschiede, ein Beispiel dafür ist für mich das Thema Sprache. Während es in Österreich in der Regel genügt, seinen Online-Shop in deutscher Sprache anzubieten, benötigen Sie in der Schweiz eigentlich immer mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Sprachen. Denkt man an grenzüberschreitenden Handel, stößt man direkt auf den nächsten Unterschied: Österreich ist Mitglied der Europäischen Union, die Schweiz ist es nicht. Hinzu kommt der starke Schweizer Franken, der eine weitere, ganz eigene Herausforderung für den Schweizer Exporthandel darstellt. Preisgestaltung und Gesetzgebung fallen in diesen beiden Ländern ebenfalls unterschiedlich aus, ein Beispiel ist für mich hier die Retourenregelung. Von solchen Rahmenbedingungen einmal abgesehen habe ich den Eindruck, dass in der Schweiz generell etwas mehr Unternehmergeist herrscht. Während die Schweizer neue Sachen einfach einmal ausprobieren, agieren die Österreicher eher konservativ. Beides hat seine Vorteile, eine gesunde Mischung aus beidem macht’s!


etailment.at: Wo sehen Sie im Payment-Bereich den größten Aufholbedarf bei österreichischen Händlern?



Kummer: Payment anzubieten ist Pflicht. Die Kür besteht aber darin, wie ich es anbiete. Das heißt konkret: Wie sieht eine passgenaue Integration aus? Wie hole ich meine Kunden ab? Und welchen Mehrwert biete ich meinen Kunden? Hier sehe ich noch einiges an Nachholbedarf – sei es bei mobil optimierten Darstellungen, In-App-Lösungen oder Lösungen für den kombinierten Online- und Offline-Handel. Das ist allerdings keine rein österreichische Herausforderung, sondern eine, vor der auch Händler in anderen Ländern stehen.



etailment.at: Was sind aus Ihrer Sicht generell die wichtigsten Payment-Trends?



Kummer: Payment bedeutet weit mehr als das reine Bezahlen und ist auch mehr als nur ein Button im Checkout-Prozess eines Online-Shops. Wir bei PayPal wollen unseren Kunden vielmehr einfaches, schnelles und sicheres Bezahlen ermöglichen – egal wo und egal wann. Käufer denken nicht in Kanälen wie online, mobile oder offline. Die Grenzen zwischen diesen Welten verschwimmen vielmehr zunehmend. Kunden möchten heute zu jedem beliebigen Zeitpunkt kaufen – und das von einer steigenden Anzahl von Geräten aus. Einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos zufolge, haben 23 Prozent aller österreichischen Online-Shopper in den vergangenen zwölf Monaten per Smartphone eingekauft. Allerdings kommen Smartphone, Tablet und Co. nicht nur beim Kaufvorgang selbst zum Zug. Bereits vor dem tatsächlichen Kauf werden diese Geräte für die Suche nach Produktinformationen oder das Lesen von Erfahrungsberichten anderer Käufer genutzt. Der Kauf selbst wird dabei nicht immer zwingend mobil, sondern häufig auch vor Ort im Laden abgeschlossen. Die Umfrage ergab beispielsweise, dass jeder fünfte Käufer von Unterhaltungselektronik vor Ort im Laden per Smartphone nach Informationen sucht, das Produkt selbst anschließend jedoch im Geschäft kauft.



etailment.at: Obwohl es bereits zahlreiche Lösungen bzw. Anbieter im Bereich Mobile Payment gibt, wird das Bezahlen mit dem Handy hierzulande noch nicht von einer großen Masse genutzt. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?



Kummer: Ich denke, das ist alles eine Frage der Zeit. Der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier und tut sich generell schwer mit Veränderungen. Wir haben von Kindesbeinen an gelernt, wie Bezahlen funktioniert. Dies nun plötzlich mit einem Gerät zu tun, welches in verschiedenen technischen Ausführungen angeboten wird, ist erst einmal völlig neu. Hinzu kommt eine Vielfalt von Anbietern, das macht es ebenfalls nicht unbedingt einfacher. Ich denke, es wird noch eine Weile dauern, bis wir soweit sind – wenngleich die Vorteile des mobilen Bezahlens bereits heute erkannt werden. Die Umfrage von Ipsos ergab, dass 27 Prozent der österreichischen Smartphone- oder Tablet-Besitzer das Bezahlen über Apps besonders bequem finden. 17 Prozent schätzen die Schnelligkeit des Bezahlens per App und 14 Prozent erklärten die Unabhängigkeit vom Portemonnaie als echten Vorteil. Alles in allem bin ich mir sicher, dass wir in ein paar Jahren wie selbstverständlich mit dem Smartphone einkaufen gehen, unseren Kaffee bezahlen und das Parkticket mobil lösen werden.



etailment.at: Die etailment WIEN Konferenz wird vom 23. bis 25. Februar 2015 das erste Mal stattfinden. Mit welchen persönlichen Erwartungen an die Konferenz nehmen Sie am Event teil?



Kummer: Ich freue mich in erster Linie auf einen interessanten Erfahrungs- und Gedankenaustausch zu einem der spannendsten Themen unserer Branche: Payment.



etailment.at: Sie werden im Rahmen des Events am Payment Gipfel teilnehmen. Was erhoffen Sie sich von der Diskussion mit den anderen Teilnehmern?



Kummer: Aus der Diskussion mit anderen Teilnehmern werden sich sicherlich eine Vielzahl von neuen Impulsen sowie Anregungen und Ideen für unser Geschäft ergeben. Von daher freue ich mich schon sehr auf den Austausch vor, während und nach dem Event!



etailment.at: Wenn Sie sich das bisherige Programm der etailment WIEN Konferenz ansehen, auf welche Programmpunkte freuen Sie sich besonders?



Kummer: Neben den Vorträgen und Diskussion rund um das Thema Payment freue ich mich insbesondere auf Veranstaltungen, die sich mit Zukunft unserer Branche und dem Einfluss neuer Technologien befassen. Das sind Themen, die einfach nicht an Aktualität verlieren. Darüber hinaus freue ich mich aber auch auf Sessions zu Themen wie Logistik und Retouren. Diese sind nicht zuletzt vor dem Hintergrund unseres Programms für kostenfreie Retouren interessant, welches wir Ende 2014 in der Schweiz an den Start gebracht haben.



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