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„Shopping via Mobile und Tablet wächst am stärksten“

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“Obwohl der Online-Handel auch in den kommenden Jahren zulegen wird, haben die klassischen Print-Kataloge dennoch noch nicht ganz ausgedient”, meint Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung der Otto Group, im Etailment.at Interview.
“Obwohl der Online-Handel auch in den kommenden Jahren zulegen wird, haben die klassischen Print-Kataloge dennoch noch nicht ganz ausgedient”, meint Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung der Otto Group, im Etailment.at Interview.

Mit den weltweit steigenden E-Commerce-Umsätzen wächst auch die zum Hamburger Otto-Konzern gehörende Unito-Gruppe mit Sitz in Salzburg und Graz: Im Geschäftsjahr 2013/14 konnte die Gruppe laut eigenen Angaben einen Umsatzrekord von 312 Millionen Euro verbuchen.

Und geht es nach dem Sprecher der Geschäftsführung der Otto Group, Harald Gutschi, soll der Wachstumstrend der Gruppe langfristig fortgeführt werden, unter anderem mit einer millionenschweren Investition in den E-Commerce-Bereich. Zuletzt war Gutschi bei der DMX Austria 2014 zu Gast und sprach dort darüber, wie E-Commerce den Handel im allgemeinen verändert. Etailment.at sprach mit Harald Gutschi über das Phänomen “Couch Commerce”, die Bedeutung von Print-Katalogen im digitalen Zeitalter und die Rolle von “Dynamic Pricing” für die Zukunft des Onlinehandels.

Etailment.at: Sie erklären den Onlinehandel zum Wachstumsmotor Nummer Eins und wollen mit der Unito-Gruppe weiterhin fleißig in diesem Bereich  investieren. Welche Strategie verfolgen Sie in Bezug auf aktuelle E-Commerce Trends wie Mobile- und Social Commerce?

Harald Gutschi:Die Bedeutung der mobilen Endgeräte im Alltag der Konsumenten steigt ständig. Dieser Trend treibt uns an, unser bisheriges Multi-Device-Angebot stetig zu optimieren. Das Spektrum reicht dabei vom optimierten Shop für jedes Endgerät bis hin zur personalisierten Angebotspräsentation.
Mobile- und Social-Commerce sind eng miteinander verbunden und aus dem E-Commerce nicht mehr wegzudenken. Plattformen wie Facebook und Twitter bieten einzigartige Werbe- und vor allem Kommunikationsmöglichkeiten. So sind zum Beispiel Maßnahmen des Social-Marketings wie Produktempfehlungen, Gewinnspiele und exklusive Rabatte bereits etabliert. In Zukunft wollen wir noch stärker durch individualisierte und inspirierende Angebote und Sortimentspräsentationen unsere Kunden ansprechen und zum Kauf animieren.

Etailment.at: Im Geschäftsjahr 2013/14 erreichte die Unito-Gruppe einen Umsatzrekord von 312 Millionen Euro. Wie hoch ist der Anteil bei den Online-Umsätzen?

Harald Gutschi: Das ist ein unglaublicher Erfolg, der aufgrund unserer starken Marken und des anhaltenden Online-Booms möglich ist. Hervorragend lief das Geschäft im wachsenden Internet-Handel: im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir die Online-Umsätze um 25,1 Prozent steigern, der Anteil am Gesamtumsatz liegt ständig wachsend bei derzeit 77,3 Prozent.

Etailment.at: Ihr Schwerpunkt liegt im Multichannel-Bereich, mit Quelle haben Sie seit 2011 auch ein „Pure Player“ an Bord. In welchem Verhältnis sehen Sie die verschiedenen Kanäle, wie würden Sie diese jeweils gewichten?

Harald Gutschi: Das Wachstum in unserer Branche liegt ganz klar im E-Commerce, Mobile- und Tablet-Shopping erreichen die höchsten Wachstumsraten. Obwohl der Online-Handel auch in den kommenden Jahren zulegen wird, haben die klassischen Print-Kataloge dennoch noch nicht ganz ausgedient. Ihre Aufgabe hat sich aber wesentlich geändert. Von einem Verkaufsmedium in der Vergangenheit, haben sie sich mittlerweile zu einem “Hinführungsmedium” entwickelt, das Inspiration schaffen und zum Online-Einkauf hinführen kann. Die Marke Quelle als E-Commerce-fokussierten Versender zu revitalisieren, ist voll aufgegangen und und war richtig. Das Geschäftsmodell funktioniert ausgesprochen gut und wir werden ein Jahr früher als geplant, bereits im ersten vollen Geschäftsjahr 2014/15 den Break-even erreichen.

Etailment.at: Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich in Ihrer Strategie konfrontiert?

Harald Gutschi: Nach der Einführung der Selbstbedienungs- und Discountkonzepte findet jetzt mit dem stark wachsenden Online-Geschäft die „dritte Revolution“ im österreichischen Einzelhandel statt. Couch-Commerce liegt absolut im Trend und bedeutet, dass immer öfter über mobile Endgeräte vom Sofa aus bestellt wird, anstatt in die Geschäfte zu gehen. Zeitersparnis, eine größere Auswahl, Service und günstigere Preise sind entscheidende Faktoren, die für den E-Commerce und gegen den stationären Handel sprechen. Die unmittelbare Vergleichbarkeit von Angeboten und Preisen wird eine größer werdende Herausforderung für Händler, die insbesondere das Thema „Dynamic Pricing“ in Zukunft noch bedeutender machen wird.

Etailment.at: Aktuell liefern Sie sich ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Amazon. Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt?  

Harald Gutschi: In Österreich blicken wir sehr optimistisch in die Zukunft: Aufgrund des anhaltenden Wachstums im E-Commerce und der immer stärker werdende Online-Umsätze über Smartphones und Tablets wird die Unito-Gruppe bis Ende 2014 rund 20 Millionen Euro in den E-Commerce sowie daran anschließende Bereiche wie Service und Logistik investiert haben, um auch weiterhin die Zukunft des Onlinehandels aktiv zu gestalten. Langfristig planen wir bis zum Jahr 2020 eine Umsatzverdoppelung auf rund 550 Millionen Euro. Unser Wachstumsmotor wird auch in Zukunft der boomende E- und M-Commerce bleiben, bereits in drei Jahren werden wir etwa 80 Prozent unserer Umsätze über Smartphones und Tablets generieren.

Etailment.at: Was fasziniert Sie eigentlich persönlich am E-Commerce und was macht für Sie erfolgreiches E-Commerce aus?

Harald Gutschi: Mich fasziniert jeden Tag aufs Neue, wie nahe wir an unseren Kunden arbeiten und wie unmittelbar wir Rückmeldung von unseren Kunden zu dem bekommen, was wir täglich machen. Der Kunde entscheidet tagtäglich, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Und diese Bereitschaft zur ständigen Veränderung, zum ständigen Sich-weiterentwickeln ist wesentlich, um im E-Commerce erfolgreich zu sein. Man darf sich keinen Tag auf dem Erreichten ausruhen.
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