RegioData Research GmbH: Textilhandel unter D...
 
RegioData Research GmbH

Textilhandel unter Druck

W.R. Wagner / pixelio.de
Unter digitalem Druck: die Textilbranche © W.R. Wagner / pixelio.de
Unter digitalem Druck: die Textilbranche © W.R. Wagner / pixelio.de

Der Bekleidungsmarkt vergrößert sich zwar Jahr für Jahr, aber nur sehr langsam. Die Online-Händler setzen den stationären Handel massiv unter Druck.

RegioData vermutet, dass 2020 bereits jedes dritte Stück Kleidung per Zustelldienst geliefert werden wird. Auch die großen Bekleidungsunternehmen müssten Vertriebsstrategien und Standorte optimieren, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Denn hierzulande gibt man doch einiges Geld fürs Gewand aus: Jährlich geben die Österreicher und die Touristen etwa 6,4 Milliarden Euro für Bekleidung aus. Der Umsatz im stationären Bekleidungseinzelhandel liegt derzeit bei rund 4,6 Milliarden Euro, was, wenn man die Inflation herausrechnet, so wie auch in den letzten Jahren einen realen Rückgang bedeutet. Rund 1,7 Milliarden Euro fließen in andere Branchen bzw. in den Pure-Player-Online-Handel. Der Onlineanteil nimmt weiterhin stark zu: Waren es 2010 noch 6 %, beträgt er 2017 bereits beträchtliche 27 %, wobei festzustellen bleibt, dass das Wachstumstempo im Online-Handel deutlich höher bleiben wird als im stationären Handel.

Branchenführer stagnieren

Ein Beispiel: H&M ist mit einem Marktanteil von rund 12 % mit großem Abstand der Marktführer im österreichischen Bekleidungshandel. H&M hat sein Filialnetz in Österreich im letzten Jahr zwar um drei neue Geschäfte erweitert, verbuchte jedoch einen Umsatzrückgang von knapp 4 % und will nach eigenen Angaben künftig in Europa Filialen schließen. Der Schwerpunkt der künftigen Entwicklung von H&M wird wohl weiter beim Onlinegeschäft liegen. Kleidungsfirmen aus dem konservativen Segment verbuchen „spürbare Umsatzrückgängen“, wie RegioData konstatiert. Allerdings hätten sich einige hochwertige moderne Filialisten (z.B. Hallhuber, Bestseller, Dressmann) deutlich positiv entwickelt. Dass die Branche hochsensibel reagiert, zeigt der Fall Charles Vögele, der dieser Tage ausführlich diskutiert wird: Vögele war noch Ende 2017 die Nummer 10 am österreichischen Bekleidungsmarkt, mit etwa 100.000 m² Verkaufsfläche und einem Marktanteil von gut 3 %. Doch diese guten Zeiten scheinen für das Unternehmen Geschichte zu sein.

Gesamtverkaufsfläche schrumpft

Die Modebranche ist also stark von der Konkurrenz mit Online-Händlern betroffen, und einzelne Bekleidungsfilialisten können nicht immer mit den Entwicklungen am Markt Schritt halten. Um die Markpositionen nicht zu verlieren, müssen die Unternehmen im stationären Handel eigene Strategien optimieren und ihre Online-Präsenz verstärken. So befindet sich der zweitgrößte Bekleidungsfilialist C&A in der Standortoptimierungsphase und hat in Österreich bereits rund zwanzig Läden geschlossen. Was die Gesamtverkaufsfläche im österreichischen Bekleidungseinzelhandel angeht, ist sie im Jahr 2017 um 0,5 % wenige geworden. Bei einem Umsatzwachstum von +0,4 % ergibt dies allerdings eine Steigerung der Flächenproduktivität um 0,7 %.

Weitere Quelle: www.fashiondata.eu (registrierungspflichtig)

Die Studie „RegioData Branchenkennzahlen Bekleidung – Ausgabe 2018“ ist bei RegioData erhältlich.
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