A-COMMERCE Day 2017: Vernetzte Welt, die unte...
 
A-COMMERCE Day 2017

Vernetzte Welt, die unter die Haut geht

Stephan Grad, Mastermind hinter dem A-COMMERCE Day, prophezeite beim Event eine immer stärker vernetzte Welt, die durch Voice Commerce ihre nächste Revolution im Handel erfährt. Das diese Vernetzung auch in den Körper wandern kann, wurde live vor Ort gezeigt.

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Rund 500 Besucher lockte der dritte A-COMMERCE Day 2017 an, der in diesem Jahr am 9. November stattfand. Neben zehn Keynotes und 18 Basic und Advanced Workshops konnten sich die Besucher in der MGC Messe Wien bei 30 Ausstellern über aktuelle Produkte und Trends informieren.

Stephan Grad, A-COMMERCE CEO und Mastermind hinter der Veranstaltung, wagte gleich zu Beginn eine Prognose für die Zukunft. Laut ihm wird Voice Commerce unsere Handelswelt revolutionieren: „Dieses Thema wird wirklich groß.“ Mit Google Assistant, Microsoft Cortana, Amazon Alexa und Siri von Apple finden sich derzeit vier Lösungen großer Player am Markt, die diese Entwicklung vorantreiben. Die Sprachassistenten werden künftig noch stärker in das Internet der Dinge eingebunden. „Der Screen ist eine potenzielle Barriere, die zwischen Händler und Kunden steht“, so Grad, „mit Sprache wird diese Hürde wegfallen.“ Grad prophezeit, dass die Auswirkungen dieser Entwicklungen „ähnlich der Industriellen Revolution“ zu spüren sein werden. Händler müssen sich daher schon jetzt damit beschäftigen, um für den Hype gewappnet zu sein. Zudem kündigte Grad ein Voice Commerce & IoT Forschungsprojekt von A-COMMERCE im kommenden Jahr an.

Ein weiterer Veranstaltungshöhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Eric Hofmann (iov42 Limited), Georg Weber (Tipp 3), Philipp Patzel (Hotel Altstadt Vienna), Frank Kern (Austrian Airlines) und Alexander Hohenthaner (Restplatzbörse). „Sind Marktplätze ein Feind der Händler?“, fragte Moderator Grad in die Runde. Für Hofmann verbauen sich Händler mit diesem Denken nur Chancen. Kern hingegen sieht in Marktplätzen kein Müssen für Händler – viele eher sollte man darauf achten, welche Kanäle für das eigene Business wirklich Sinn machen. Und für Hohenthaner von der Restplatzbörse ist eher Google der größte Konkurrent in seiner Branche in den nächsten vier, fünf Jahren. Für Händler wie Amazon ist der Fokus auf den Kunden das oberste Credo der Firmenpolitik. Warum ist das nicht in jedem Unternehmen so? Weber sieht das Thema User Experience „dezidiert in keiner Abteilung“, hier muss ganzheitlich gedacht werden. Für Hofmann denken hier Unternehmen „oft nur von Abteilung zu Abteilung“, die Vorstandsmitglieder müsse zuerst Vorbildwirkung zeigen.

Analog organisieren, digital arbeiten
Dass analoge und haptische Organisation von Arbeitsaufgaben noch heute ihren Wert haben, zeigte Daniel Friesenekcer, von Friedacon Online Consulting. Laut einer Princeton Studie merkt man sich Dinge besser, wenn man sie mit der Hand niederschreibt. „Und was gibt es besseres, als die wichtigen Dinge im Kopf zu haben“, wie Friesenecker betont. Der Experte organisiert seinen Arbeitsalltag per Niederschrift mit dem System des Bullet Journal. Ein Ansatz, der mit spielerischem Ansatz Übersicht in die eigenen Arbeitsaufgaben bringen will. Je nach Status der Bearbeitung können Tasks mit gewissen Symbolen versehen werden.

Wie die User Experience am besten klappt, zeigte etwa Stefan Rössler in einem Advanced Workshop vor, der mit seinem Unternehmen userbrain Webseiten durch echte User analysieren lässt. „Die besten Verbesserungen erreicht man dann, wenn man dem Kunden zuschaut, wie er ein Produkt benutzt“, so Rössler. Mit der Plattform von plentymarkets ist es Händlern möglich, ihre Omnichannel-Aktivitäten zentral zu steuern – von der Warenwirtschaft bis zur Analyse. Jan Griesel, CEO des Unternehmens, zeigte, wie man mit dem Webshop-Plugin Ceres einen Onlineshop in wenigen Minuten aufsetzen kann. Dem Kunden wird geholfen, das richtige Template zu finden, das zu einem passt. Vor allem für Einsteiger bietet sich dieses System an. „Das Produkt ist ideal für die ersten Gehversuche“, so Griesel, „wenn man mal einige Zeit im Geschäft ist, kann man dann auch einen individuell von Agenturen angepassten Webshop beauftragen.“

Vor dem Ausklang durch die A-COMMERCE Night wurden noch die Anton Awards verliehen – über die Sieger hat CASH bereits berichtet. Im letzten Vortrag des Events zeigte aber noch Patrick Kramer, CEO von Digiwell – upgrading humans, wie Mensch und Technologie miteinander verbunden werden können. Mit einem implantierten Chip im Arm kann Kramer mitunter seine eigene Haustüre öffnen. Laut der Prognose von Kramer wird diese Form der Digitalisierung in etwa sieben Jahren massentauglich sein. Stephan Grad ging als Beispiel voran und ließ sich ebenfalls auf der Bühne einen Chip in die Hand implantieren und machte sich somit selbst zum „Chief Cyborg Officer“ von A-COMMERCE.
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