Hervis: „We love what we do“: Hervis setzt Um...
 
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„We love what we do“: Hervis setzt Umsatzwachstum 2016 fort

Hervis/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl
Spar Vorstand Hans K. Reisch und Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt. © Hervis/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl
Spar Vorstand Hans K. Reisch und Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt. © Hervis/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Mit seinem Omnichannel-Konzept, das bereits bei den Mitarbeitern und deren Ausbildung ansetzt, konnte der Händler 2016 in den sieben Märkten ein Umsatzplus von 5,2 Prozent erwirtschaften.

Beim Sportfachhändler Hervis zeigt die Kurve nach oben: Mit einem Umsatz von 493 Millionen Euro konnte man 2016 in den sieben Märkten (neben Österreich noch Deutschland, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Rumänien und die Tschechische Republik) einen Zuwachs von 5,2 Prozent generieren. In Österreich gab es ein Umsatzplus von 6,2 Prozent, am stärksten wuchs man in Rumänien.

Beim Pressegespräch im Wiener Cafe Landtmann gaben Hans K. Reisch (Vorstand Spar Holding AG) und Hervis-Geschäftsführer Alfred Eichblatt Aufschluss über die aktuellen Zahlen und Entwicklungen. Mit dem Umsatzplus wurde für Reisch „die dynamische Entwicklung von Hervis innerhalb der Spar Gruppe bestätigt“. Diese ist auf drei Säulen aufgebaut. Die Expansion der Gruppe – in diesem Jahr sollen noch fünf weitere Filialen in Österreich eröffnet werden, in allen Märkten zehn bis 15. Zweitens beruht der Erfolg laut Reisch auf dem ausgewogenen Sortiment und als dritte Säule von Hervis wurden die Mitarbeiter und deren Ausbildung genannt. Von den 3.000 Hervis-Mitarbeitern sind 338 Lehrlinge, ein Zuwachs von zehn Prozent.

„Positives Erlebnis im Geschäft ist unschlagbar“
Die wichtige Rolle des Personals strich auch Eichblatt hervor. Der Hervis-Geschäftsführer zeigt sich erfreut über den neuen Lehrlingsschwerpunkt „Digitaler Verkauf“, der erst vor Kurzem von der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert wurde: „Diese Ausbildung ist bei uns bereits seit zwei Jahren gelebte Realität, der neue Schwerpunkt macht den Beruf des Einzelhandelskaufmanns extrem attraktiv.“ Dieser Fokus macht sich auch bezahlt: Hervis wurde erst kürzlich mit dem Preis zum „Best Omnichannel Solution“ bei den retail technology awards ausgezeichnet.

Das Motto von Hervis lautet: „We love what we do“. Das soll sich auch auf die Angestellten auswirken. Drei Viertel der Marktleiter haben nach Angabe von Eichblatt als Lehrlinge begonnen. Neben der Nutzung und dem Verständnis von neuen Verkaufstools wie dem Tablet ist es für Hervis aber weiterhin wichtig, den Verkäufern Produktkenntnis an die Hand zu geben. Ebenso muss im Geschäft ein persönliches Erlebnis vermittelt werden – dieses, so Eichblatt, „bleibt heute entscheidend, das positive Erlebnis im Geschäft ist unschlagbar“.

Hervis wird weiterhin in die Ausbildung von Fachkräften Geld fließen lassen und eine zusätzliche Million Euro in die Entwicklung der Mitarbeiter investieren. Eichblatt dazu: „Omnichannel funktioniert bei uns so gut, dass wir einen weiteren Schritt noch vorne machen können.“

Stationär weiterhin als Herzstück
Mit seinem Omnichannel-Konzept hat man bei Hervis „von Beginn an Online nicht als Bedrohung, sondern viel eher als Chance gesehen“. Das Denken in einzelnen Kanälen stellt sich nicht mehr, ebenso auf Kundenseite. Online spielt bei Hervis eine wichtige Rolle, dennoch bleibt man bei Hervis weiterhin der Fläche treu – auch wenn sich der Trend zu kleineren Geschäften zeigt. „Wir glauben ganz fest an die Vernetzung von On- und Offline“, so Eichblatt, „wir werden aber kein reiner Onlinehändler werden.“ Der Kunde kauft heute anders als noch vor wenigen Jahren, dennoch „versuchen wir, weiterhin den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und uns mit den einzelnen Auswirkungen von Innovationen auseinanderzusetzen“, wie Eichblatt betont. So hat sich etwa auch der Prozess der Zustellung verändert. Dementsprechend bietet Hervis heute Services wie Click & Collect oder Click & Reserve an. Eichblatt sagt zu diesen Veränderungen: „Dieser Prozess ist von Anfang an ein Auftrag für uns gewesen. Wir sind hier sicherlich einer Innovationsführer nicht nur in Österreich, sondern auch in Europa.“

Nützen, nicht besitzen
Beim Produktsortiment zeichnen sich drei Trends ab. Das Thema Elektromobilität nimmt laut Eichblatt stetig zu: „Das E-Bike feiert einen gewaltigen Siegeszug.“ Die Bikes unterscheiden sich in vielen Punkten nicht mehr von normalen Fahrrädern. Auch Balance Scooter liegen im Trend. Im Bereich Wearable nimmt man ein verstärktes Interesse wahr. Diese beinhalten immer mehr Tracking-Tools, die den Laufstil des Trägers analysieren. „Im nächsten Schritt wollen wir dem Kunden dadurch passendes Material wie Schuhe empfehlen können“, so Eichblatt. Der letzte große Wachstumsbereich ist die Sharing Economy. Erst vor Kurzem hat Hervis mit dem Ski-Verleih begonnen. „Nützen statt zu besitzen steht bei vielen Kunden im Vordergrund“, wie Eichblatt es ausdrückt. „Wir glauben, dass hier noch viel passieren wird.“

„Wir glauben ganz fest an die Vernetzung von On- und Offline“, wie Eichblatt hervorstrich, „wir werden aber kein reiner Onlinehändler werden.“ © Hervis/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl
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„Wir glauben ganz fest an die Vernetzung von On- und Offline“, wie Eichblatt hervorstrich, „wir werden aber kein reiner Onlinehändler werden.“ © Hervis/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl
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