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Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen

Wenig Toleranz bei Preisänderungen

Dynamic Pricing wird von 38 % der heimischen Onlinehändler verwendet, etwa gleich viele Konsumenten haben die Anpassungen noch nie bemerkt.

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Vor kurzem hat erst das Vergleichsportal Idealo berichtet, dass Dynamic Pricing durchaus auf Akzeptanz bei den Kunden stößt. Ein anderes Bild zeichnet nun eine Umfrage von MarketAgent im Auftrag des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen unter 229 Onlineanbietern aus Österreich und 1.000 Konsumenten zu dem Thema: Besonders bei Flügen und Hotelbuchungen fielen die angepassten Preise 28 % beziehungsweise 26 % der Kunden auf. Verständnis kommt dann auf, wenn die Preise an die Konkurrenz angepasst werden - 59 % der Kunden halten das für akzeptabel, für 13 % sind die schwankenden Preise hingegen ein Grund, bei der entsprechenden Plattform nicht einzukaufen. 38 % der Befragten Shopper gaben an, dass ihnen Dynamic Pricing bislang noch nicht aufgefallen ist. Zumeist führen instabile Preise zu einer Verzögerung des Kaufs, so vergleichen 56 % der potenziellen Kunden weiter, bevor sie endgültig bestellen. Ganze 19 % suchen einen anderen Anbieter oder brechen die Online-Suche sogar ab und kaufen dann doch lieber im stationären Handel.

"38 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen, die Online-Shops betreiben oder Online-Buchungsmöglichkeiten anbieten, nutzen die Möglichkeiten der datenbasierten Preisgestaltung in irgendeiner Form", erklärt Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens. Als häufigste Gründe für diese Art der Preispolitik wurde seitens der Händler die Anpassung an die Konkurrenz (42 %) genannt, für 28 % ist das bisherige Einkaufsverhalten der Kunden ausschlaggebend. Umstände wie der Wochentag oder die Tageszeit berücksichtigt nur ein Fünftel der Onlinehändler. Abgelehnt wird Dynamic Pricing bislang von 62 % der Befragten, Hauptgründe sind der damit verbundene Aufwand, das fehlende Know-How und schließlich Bedenken, wie Konsumenten darauf reagieren könnte. Für 8 % der Unternehmen ist die Umstellung auf ein dynamisches Preismodell zukünftig denkbar.

Rechtlich gesehen ist Dynamic Pricing unbedenklich, wie Thorsten Behrens bestätigt: "Die Preisdifferenzierung ist unproblematisch und es ist nicht zwingend vorgeschrieben, dass Preise für jeden gleich und über einen längeren Zeitraum stabil sein müssen. Wichtig ist, dass die Unternehmen Datenschutzbestimmungen und Diskriminierungsverbote einhalten." Als große Gefahr sieht er mögliche Schäden am Ruf der Händler, wenn deren Preise als unfair angesehen werden: "Die individuelle Verteilung von Rabatten und Gutscheinen scheint beim Kunden jedenfalls besser anzukommen als die intransparente Anpassung von Preisen."
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