: „Wir haben die Transformation zum Online-U...
 

„Wir haben die Transformation zum Online-Unternehmen geschafft“

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Harald Gutschi, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung, und Achim Güllmann, Geschäftsführer Abwicklung & Steuerung (Foto: Redaktion)
Harald Gutschi, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung, und Achim Güllmann, Geschäftsführer Abwicklung & Steuerung (Foto: Redaktion)

Am 15. April 2015 präsentierte die Unito Group die Zahlen und Entwicklungen für das Geschäftsjahr 2014/15 im Grand Hotel auf dem Kärntner Ring in Wien. Harald Gutschi, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb und Sprecher der Geschäftsführung, und Achim Güllmann, Geschäftsführer Abwicklung & Steuerung präsentierten die Fakten. etailment.at war vor Ort und berichtet von der Veranstaltung.

„Die Otto Group ist der zweitgrößte Onlinehändler hinter Amazon weltweit“, begann Gutschi die Präsentation. Die Otto Group ist an mehr als 100 Onlineshops beteiligt, viele davon sind Startups. Gutschi weiter: „Online ist der Wachstumsmotor der Group.“ Nach den Aussagen von Gutschi ist die Otto Group der größte Textilhändler sowohl stationär als auch online, noch vor Unternehmen wie H & M oder Peek & Cloppenburg. Die Otto Group hat in Österreich eine enorme Reichweite von 58 Prozent der Haushalte, das heißt, mehr als jeder Zweite kauft bei Unternehmen der Otto Group. Hierzulande wurde im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordumsatz im Versandhandel von 329,7 Millionen Euro erwirtschaftet, dies entspricht einem Wachstum von 5,6 Prozent. In Österreich werden acht Millionen Pakete an 2,2 Millionen Haushalte pro Jahr geliefert. Außerhalb von Deutschland ist Österreich der viertgrößte Auslandsmarkt der Gruppe. „Im Bereich E-Commerce gab es im Vorjahr beim Mutterkonzern, der Otto Group, einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro, dies sind um fünf Prozent mehr als im Jahr davor“, wie Güllmann ergänzt.



Veränderungen im Kundenverhalten bemerkbar



„Es macht sich bemerkbar, dass Kunden ihr Verhalten ändern und vermehrt im Internet einkaufen“, so Gutschi. Die Internetumsätze sind bei der Unito Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 um 13 Prozent auf 272,7 Millionen Euro angewachsen. Welche Sortimente sind dabei angestiegen? Hier gibt es drei große Sortimentsbereiche, die von Unito abgedeckt werden. Dabei wachsen die Online-Umsätze von Unito in allen Sortimenten stärker als im österreichischen Distanzhandel. Der Textilhandel im Internet ist bei Unito um 7,7 Prozent gewachsen, der gesamte Markt laut KMU aber nur um 4,2 Prozent. Im Bereich Living wächst Unito um 15,7 Prozent, der gesamte Markt ging in dieser Kategorie um sieben Prozent zurück. Bei der Technik gelang ein Wachstum um 32 Prozent, der gesamte Markt wuchs „nur“ um 13 Prozent. „Wir haben unterschiedlichste Produktgruppen sehr stark verkaufen können“, wie Gutschi betont.



Geschäftsbereiche verändern sich



Von 2007 bis 2014 gibt es jährlich einen Printrückgang von 13,2 Prozent, der Online-Bereich wächst aber um 31,4 Prozent per anno. Gutschi betont: „Hier sieht man, dass wir transformiert sind. Wir sind nun ein Online-Unternehmen. Unser gesamtes Geschäft hat sich verändert.“ Gutschi weiter: „Unser damaliger Katalog wirkt heute wie ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert. Wir haben die Transformation geschafft. Wir haben Kataloge im damaligen Rahmen nicht mehr. Die Kunden wollen dies auch gar nicht mehr.“ Kataloge wirken heute eher als inspirierend, so Gutschi. Diese sollen mehr als Modemagazin wirken und den Onlineshop befeuern. „Das ist die Aufgabe des Kataloggeschäftes“, so Gutschi. „Es ist wichtig, die Kunden im Zuge der Transformation mitzunehmen und dies in der richtigen Geschwindigkeit.“ Gutschi sagt zu dieser Entwicklung: „Wir ziehen uns nicht aus dem Kataloggeschäft zurück, denn hier liegt unser Ursprung. Das Kataloggeschäft hat sich verändert, wir betreiben dieses jetzt anders. Wir stehen zu unserer Historie.“ Für Güllmann „spielt Print fast keine Rolle mehr“. Es gibt jedoch noch Kunden, die diesen Bereich verlangen und ihn auch bekommen. Güllmann: „Durch den Online-Bereich wurden neue Ideen im Unternehmen entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Ideen fruchtbar waren.“



Entwicklung hin zu Smartphone und Tablet



Laut Gutschi wurde im Dezember 2014 ein Meilenstein im Unternehmen geschafft, denn mehr als 90 Prozent der Umsätze wurden online erwirtschaftet. Auch für 2015 erwartet Unito, die 90 Prozent Onlineschwelle zu erreichen. Was ist im Onlinegeschäft der Treiber? Käufe über den PC und Laptop sind bei Unito rückläufig. „Auch hier gibt es wieder eine Revolution aus Kundensicht – die Entwicklung geht hin zu Tablet und Smartphone“, so Gutschi. „Wir erwarten in zwei Jahren einen Mobile-Shopping-Anteil von 80 Prozent.“ Dies erfordert laut Gutschi eine unheimliche Geschwindigkeit und die Implementierung neuer Technologien. Gutschi: „Das Smartphone ist für uns ein Zauberstaub.“ Beim „Late Evening Shopping“ kaufen die Menschen am häufigsten über Smartphone und Tablet. „Wir müssen alle unsere Technologien auf Mobile ausrichten – unsere Devise lautet ‚Mobile First’“, wie Gutschi erklärt.



„Wearables zusätzlicher Verkaufskanal“



Wearables sind zwar erst seit kurzem am Markt, „bieten aber eine Menge an Möglichkeiten“, so Gutschi. „Mit den Wearables und dem laufenden Tracking können wir unseren Kunden persönliche Angebote ausspielen und das in einem Ausmaß, das wir uns heute noch gar nicht vorstellen können“, meint Gutschi. „Es wird für uns ein zusätzlicher Verkaufskanal werden.“ Das Internet der Dinge sieht Gutschi ebenfalls in einer starken Entwicklung: „Es werden ganz große technische Innovationen entstehen und somit für uns weitere Möglichkeiten des Verkaufs.“



Ebenfalls präsentierte Marco Kebbe, Head of Business Development, die Marke Lascana, die als Multichannel-Anbieter für Wäsche und Bademoden in Deutschland agiert und nun auch den Sprung nach Österreich wagt. Abschließend betonte Gutschi den Unterschied der Otto Group von Unternehmen wie Amazon: „Der Unterschied zu Amazon ist, dass wir ein soziales und nachhaltiges Unternehmen sein wollen.“



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