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„Wir haben uns davon verabschiedet, On- und Offline zu trennen“

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„Unsere Multichannel-Offensive wird von unseren Mitarbeitern mitgetragen“, wie Hervis Geschäftsführer Alfred Eichblatt (rechts im Bild) betont. Gemeinsam mit Hans Reisch, Vorstand Spar Österreich, präsentierte er im Rahmen des Pressetermins Zahlen und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2014. (Foto: Redaktion)
„Unsere Multichannel-Offensive wird von unseren Mitarbeitern mitgetragen“, wie Hervis Geschäftsführer Alfred Eichblatt (rechts im Bild) betont. Gemeinsam mit Hans Reisch, Vorstand Spar Österreich, präsentierte er im Rahmen des Pressetermins Zahlen und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2014. (Foto: Redaktion)

In der Bel-Etage im Café Landtmann lud Hervis zum Pressegespräch, um Zahlen und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2014 zu präsentieren. Hans Reisch, Vorstand Spar Österreich, und Alfred Eichblatt, Geschäftsführer von Hervis (einer hundertprozentigen Spar-Tochter), sprachen mitunter über die Pläne von Herivs im Zuge der forcierten Multichannel-Offensive. etailment.at war vor Ort.

Hans Reisch, Vorstand Spar Österreich, nannte Hervis in seinen einleitenden Worten „ein sehr wichtiges strategisches Geschäftsfeld“. Im vergangenen Jahr wurde bei Hervis eine Umsatzrendite von ungefähr drei Prozent erzielt. „Dies ist im Sporthandel ein sehr starker Wert“, so Reisch weiter. Vor allem innovative Konzepte wie etwa Multichannel nennt Reisch als dafür ausschlaggebend. „Es wird sehr oft gefragt, ob der Onlinehandel nicht eine große Bedrohung für den stationären Handel darstellt. Unsere Position lautet: Der Onlinehandel stellt für uns vielmehr eine Chance dar“, erklärte Alfred Eichblatt anschließend. Den Award – etailment.at hat berichtet – sieht er als Ausdruck einer tollen Leistung. Der Preis zeigt für Eichblatt ebenfalls, wie verschränkt Hervis im stationären und Online-Handel arbeitet. „Die Auswirkungen auf das stationäre Geschäft sind faszinierend“, sagt Eichblatt.



Hervis Express im Pilotversuch



Beim Pressetermin sprach Eichblatt über die wichtigsten Entwicklungen des Unternehmens in letzter Zeit. So wurde vor kurzem in Innsbruck ein Hervis Express im Pilotversuch gestartet. Alle Produkte im Geschäft können hier auch im Internet bestellt werden – ebenfalls ist Click & Collect möglich. „Auf kleiner Fläche kann man das gesamte Sortiment online anbieten“, so Eichblatt. „Wir können somit auch an Standorten vertreten sein, wo große Flächen nicht verfügbar sind.“ Laut dem Geschäftsführer von Hervis zählt das Unternehmen zu den größten Skiverleihern in Österreich. So wurde dieses Jahr ein Pop-Up Skiverleih getestet. Unter Hervis.at können hier auch Ski online vorreserviert werden. „Dies ist ein voll integriertes System“, wie Eichblatt betont. Ebenfalls wurde die Expansion nach Deutschland erwähnt, für Eichblatt „ein ganz wichtiger Schritt für das Unternehmen”. Vor allem der süddeutsche Raum wird hier in Angriff genommen, weitere Standorte sind geplant.



Mitarbeiter tragen Zukunft mit



Eichblatt hob besonders die Rolle der Mitarbeiter hervor: „Unsere Multichannel-Offensive wird von unseren Mitarbeitern mitgetragen. In einem traditionellen Geschäft ist es nicht einfach, diese Herausforderung zu meistern. Dies hat uns dazu ermutigt, unsere Ausbildung noch mehr auf Online zu konzentrieren.“ Derzeit sind 200 Lehrlinge bei Hervis beschäftigt – noch dieses Jahr soll diese Zahl um 100 erhöht werden. „Die Lehrlinge sind der große Motor des Fortschritts“, betonte Eichblatt. Der Geschäftsführer bezeichnete die Lehrlinge von Hervis als die „Führungskräfte der Zukunft“. Mehr als zwei Drittel der Führungspersonen an den Standorten sind laut Eichblatt durch ehemalige Lehrlinge besetzt.



„Stellen uns dem internationalen Wettbewerb“



Online und offline bietet Hervis die Produkte zu einem überwiegenden Teil zum gleichen Preis an. Dem internationalen Wettbewerb im Netz sieht Eichblatt positiv entgegen: „Wir stellen uns diesem Wettbewerb und monitoren in diesem Bereich die ganze Zeit. Die Bedeutung der Marke Hervis im Netz wird zunehmen – bei uns hat der Kunde einen Vertrauensvorschuss. Diesen Kampf nehmen wir gerne auf.“



Welt in Zukunft „connected“



Im laufenden Jahr soll das Filialportfolio weiter wachsen und modernisiert werden. Dabei sollen innerhalb des bestehenden Filialnetzes noch dieses Jahr 100 Filialen auf den Multichannel-Standard gebracht werden. In Zukunft wird laut Eichblatt die „Connected World“ einen wesentlichen Punkt im Handel einnehmen, so auch für Hervis. „Ich sehe unter anderem Fitnesstracker als großen Trend derzeit. Dies wird auf jeden Fall Einzug in den Sporthandel halten. Wir sehen dieser Entwicklung sehr interessiert entgegen.“ Der Handel und die Bedürfnisse der Kunden verändern sich, wie Eichblatt betont: „Früher hat man vier Händler vor Ort aufgesucht. Heute nutzt man das Netz zur Recherche, um bis zum Kauf über unterschiedliche Touchpoints Informationen zu erhalten. Dieser Prozess dauert im Schnitt vier Wochen.“ Zum Online-Umsatz gibt Eichblatt keine Auskunft, denn, so der Geschäftsführer: „Wir haben uns davon verabschiedet, die Bereiche On- und Offline zu trennen, da auch der Kunde nicht mehr nach Kanälen unterscheidet.“



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