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„Wir sehen uns als langfristigen Partner in der Begleitung durch die digitale Transformation“

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„Es gibt in Österreich großartige Unternehmen, die die Chancen und Möglichkeiten durch die digitale Transformation klar erkannt haben. In der Masse sehen wir aber, dass im Ländervergleich sowohl Deutschland als auch die Schweiz in der Masse wesentlich professioneller herangehen“, so Martin Barzauner, CEO Netconomy. (Foto: Netconomy)
„Es gibt in Österreich großartige Unternehmen, die die Chancen und Möglichkeiten durch die digitale Transformation klar erkannt haben. In der Masse sehen wir aber, dass im Ländervergleich sowohl Deutschland als auch die Schweiz in der Masse wesentlich professioneller herangehen“, so Martin Barzauner, CEO Netconomy. (Foto: Netconomy)

Das Panel „Disruption! Wandel im E-Commerce“ auf der etailment WIEN Konferenz, die vom 23. bis 25. Februar 2015 im Austria Trend Hotel Savoyen stattfinden wird, beschäftigt sich mit den Veränderungen bestehender Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung. Martin Barzauner, CEO von Netconomy, ist einer der Panel-Teilnehmer und spricht im Interview mit etailment.at über seine Erwartungen an das Event.

etailment.at: Sie nehmen am Panel „Disruption! Wandel im E-Commerce“ teil. Auf welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie beim Panel besonderen Wert legen?



Martin Barzauner: Eigentlich müsste es ja lauten „Disruption! Wandel im Handel“. Der Kernpunkt ist hier, dass die digitale Transformation den „Commerce“ an sich betrifft und sich nicht auf E-Commerce beschränkt und auch kein einzelhandelsspezifisches Phänomen ist. Wir werden in den nächsten Jahren in nahezu allen Branchen massive Veränderungen erkennen, beispielsweise beginnt auch in der Finanzindustrie gerade ein massiver Transformationsprozess.



etailment.at: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für stationäre Händler beim Einstieg in den Omnichannel-Handel?



Martin Barzauner: Wir beschäftigen uns seit Jahren mit dem Thema Omnichannel Commerce. Hier heute noch von „Einstieg“ zu sprechen, vermittelt fast den Eindruck, als könnte sich ein Händler bewusst entscheiden, ob er die Tatsache, dass das Konsumentenverhalten von heute massiv die Nutzung digitaler Kanäle beeinhaltet, anerkennt oder nicht. Die Kunden treten mit dem Unternehmen auch über digitale Kanäle mit dem Händler in Kontakt, wenn sich das Kundenerlebnis auf das Ausfüllen eines Email-Formulars beschränkt und Produktinformationen, Kaufmöglichkeiten und Servicefunktionen nicht existieren besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde weiterzieht.



etailment.at: Die Geschäftstätigkeit von Netconomy umfasst den gesamten DACH-Raum. Wie schätzen Sie die Entwicklung im E-Commerce ein, wenn Sie Österreich mit Deutschland und der Schweiz vergleichen?



Martin Barzauner: Es gibt in Österreich großartige Unternehmen, die die Chancen und Möglichkeiten durch die digitale Transformation klar erkannt haben. In der Masse sehen wir aber, dass im Ländervergleich sowohl Deutschland als auch die Schweiz in der Masse wesentlich professioneller herangehen.



Hier gibt es strukturierte Überlegungen, klare Zielsetzungen und vor allem auch realistische Budgets. Es ist wohl auch Teil der österreichischen Mentalität pragmatisch und weniger strukturiert vorzugehen, „hingebastelt“ funktioniert aber nicht. Während in Deutschland und der Schweiz die Chancen gesehen und verfolgt werden, entsteht hierzulande oft der Eindruck des notwendigen Übels.



Das ist besonders brisant, weil es im Grunde schon längst nicht mehr um E-Commerce geht sondern einfach nur mehr um Commerce im gesamten, die massive Beeinflussung der stationären Umsätze im Einzelhandel durch die digitalen Kanäle ist längst bewiesen. Wenn mehr als ein Drittel des stationären Umsatzes digital beginnt, welchen Sinn hat es da noch, einen Pure-Online Business-Case zu rechnen um festzustellen, dass sich dieser nicht rechnet?



etailment.at: Eine der Leistungen von Netconomy sind Anforderungsanalysen für Unternehmen. Wie sehen hier die genauen Abläufe aus und inwiefern gibt es je nach Unternehmen Unterschiede bei der Herangehensweise?



Martin Barzauner: Wir sehen uns als langfristigen Partner unserer Kunden in der Begleitung durch die digitale Transformation. Die generelle strategische Ausrichtung des Geschäftsmodells eines Unternehmens muss das Unternehmen für sich selbst festlegen. Wir bauen darauf auf und entwerfen gemeinsam mit dem Kunden den Ansatz, wie sich das Geschäftsmodell bestmöglich kanalübergreifend weiterentwickeln lässt. Letztlich hat dies natürlich auch sehr viel mit Technologie zu tun, die Kunst dabei ist es aber, die Technologie soweit zu abstrahieren, dass sich der Kunde auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.



etailment.at: hybris Software ist ein Partner von Netconomy. Wie können Kunden von dieser Partnerschaft profitieren?



Martin Barzauner: Unsere Partnerschaft mit Hybris besteht bereits seit dem Jahr 2003. Unser erstes Projekt haben wir mit der Version 1.10 realisiert, das war damals noch sehr rustikal. Hybris wurde 2013 durch die SAP übernommen, das hat entgegen allen Unkenrufen zu einer nochmaligen Beschleunigung der Weiterentwicklung geführt. Mit hybris commerce und hybris marketing steht DIE strategische Plattform für sämtliche Omnichannel Commerce und 360 Grad CRM Anforderungen zur Verfügung. Dadurch können wir uns in der Zusammenarbeit mit dem Kunden auf die Herausarbeitung seiner spezifischen Anforderungen und Wettbewerbsvorteile konzentrieren, denn die Grundlagen sind alle schon vorhanden.



etailment.at: Die etailment WIEN Konferenz wird vom 23. bis 25. Februar 2015 das erste Mal stattfinden. Mit welchen persönlichen Erwartungen an die Konferenz nehmen Sie am Event teil?



Martin Barzauner: Ich wünsche mir, dass es gelingt, in Österreich eine auch nach internationalen Maßstäben hochqualitative Konferenz zu etablieren. Wir sind in Österreich gerne mit dem Durchschnitt zufrieden, international ist das aber meist nicht konkurrenzfähig. In der Schweiz sehe ich hier einen wesentlich höheren Professionalitätsanspruch, die Größe des Landes ist also kein Show-Stopper.



etailment.at: Wenn Sie sich das bisherige Programm der etailment WIEN Konferenz ansehen: Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich besonders?



Martin Barzauner: Ich gestehe, dass ich noch keine Zeit hatte, mir das Programm im Detail durchzusehen. Es wird sicher ein spannendes Event, mittelfristig braucht es hier aber sicherlich auch etwas mehr internationale Perspektive, damit wir nicht zu sehr in der eigenen Suppe kochen.






Martin Barzauner ist einer von vielen hochkarätigen Teilnehmern bei der diesjährigen etailment WIEN Konferenz vom 23. bis 25. Februar 2015 im Austria Trend Hotel Savoyen. Das gesamte Programm können Sie unter diesem Link einsehen.



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