Wirtschaftskammer Österreich: Zwischenbilanz ...
 
Wirtschaftskammer Österreich

Zwischenbilanz zur Konjunkturentwicklung

WKÖ/Rupprecht
V.l.: Peter Buchmüller, Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger präsentierten gestern im Haus der österreichischen Wirtschaft die Zahlen zur Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel in Österreich
V.l.: Peter Buchmüller, Iris Thalbauer und Ernst Gittenberger präsentierten gestern im Haus der österreichischen Wirtschaft die Zahlen zur Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel in Österreich

Peter Buchmüller, Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria und Iris Thalbauer präsentierten gestern Zahlen zur Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel in Österreich.

Gleich vorweg das Resümee von KR Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Der stationäre Einzelhandel hat im ersten Halbjahr 2019 eine Berg- und Talfahrt erlebt.“ Zwar seien insgesamt die Einzelhandelsumsätze gegenüber der ersten Jahreshälfte 2018 nominell um ein Prozent (350 Millionen Euro) auf 35,3 Milliarden Euro gestiegen, man müsse das Szenario aber differenziert betrachten, weil die Bandbreite, nach Monaten betrachtet, von +5,2 Prozent (April) bis –2,8 Prozent (März) reiche. Der Grund ist der Kalender, denn Ostern verschiebt sich jährlich.

Im ersten Halbjahr 2019 haben 41 Prozent der Einzelhandelsunternehmen Umsatzzuwächse realisiert, berichtet Studienautor Dr. Ernst Gittenberger. Bei 18 Prozent ist die Umsatzentwicklung stabil, bei 41 Prozent rückläufig. Allerdings ist die zweite Jahreshälfte typischerweise umsatzstärker als die erste. Die höchsten Umsatzzuwächse erzielt im Branchendurchschnitt der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen (+ 2,2 Prozent), gefolgt vom Möbel- und vom Sportartikeleinzelhandel (jeweils 1,9 Prozent). Im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf, dem Branchensieger im Gesamtjahr 2018, hat sich die positive Konjunkturentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2019 fortgesetzt (+1,7 Prozent). Auch im Lebensmittelhandel, der umsatzstärksten Einzelhandelsbranche, sind die Umsätze mit 1,6 Prozent stärker gestiegen als im Einzelhandelsdurchschnitt.

Mehr Angestellte und große Nachfrage bei E-Commerce-Lehre

Mag. Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel, freut sich, „dass das Beschäftigungswachstum im stationären Einzelhandel weiter angehalten hat“. Im ersten Halbjahr 2019 sei die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten um 0,4 Prozent oder 1.300 Personen auf insgesamt 334.800 gestiegen. Und was den neuen Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann betrifft (cash.at berichtete), so scheint sich dieser prächtig zu entwickeln: 101 Lehrlinge haben sich dafür entschieden, berichtet Thalbauer. Zur Erinnerung: Bei dieser Lehre geht es unter anderem um den Umgang mit Shopmanagement-Systemen, um die Präsentation von Waren im Online-Shop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformen im Display-Marketing oder die Erstellung bzw. den Versand von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Mögliche Einsatzfelder für Absolventen dieser Lehre sind etwa Webshop-Administrator, E-Commerce-Manager, Webshop Content Manager oder Webshop Sales Consultant. Der neue Ausbildungsschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ soll diese Lehrausbildung ergänzen.
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