Spar: Gerhard Fritsch: Advertainment für alle
 
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Gerhard Fritsch: Advertainment für alle

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Dr. Gerhard Fritsch
Dr. Gerhard Fritsch

Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Handelswerbung in den letzten Jahren überaus positive Imageschübe verzeichnen konnte: der Marketer des Jahres 2008 und Leiter des Konzernmarketings der Spar, Dr. Gerhard Fritsch.

CASH: Herr Fritsch, zuerst einmal herzliche Gratulation zum Marketer des Jahres. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich?
Gerhard Fritsch: Für mich ist es der persönliche Beweis Spuren im Marketing hinterlassen zu haben, aber da im Spar-Marketing rund 40 Personen beschäftigt sind, kann man ruhig sagen ‚Wir sind Marketer des Jahres‘. Also ich freu mich riesig, persönlich und für das gesamte Team.

Wie wurde dieser Preis Spar-intern aufgenommen?
Man kann sagen, er hatte durchaus eine tolle Wirkung, er ist durch sämtliche internen Medien gewandert, alle haben gratuliert. Ich bin sicher, dass dieser Preis nach außen hin wahrscheinlich schnell vergessen sein wird, aber firmenintern doch länger haften bleibt.

Was muss Ihrer Meinung nach gute Handelswerbung können?

Genauso vielfältig wie der Handel ist, muss auch die Werbung sein. Das Zauberwort heißt Advertainment – unterhaltende Werbung. Wir haben mit Spar-TV seinerzeit so ziemlich alles revolutioniert.

Was dabei auffällt, ist, dass Sie seit vielen Jahren mit derselben Agentur arbeiten.

Seit 15 Jahren arbeiten wir überaus erfolgreich mit der Wiener Agentur Wirz zusammen, haben gemeinsam neben dem Spar-TV auch als Erste Haubenköche wie Reinhard Gerer oder Johanna Maier in unsere Werbung integriert und somit Lust aufs Kochen gemacht. Auch das war eine völlig neue Facette in der Handelswerbung. Denn über den Club Feine Küche sind wir ja auch kompetenter Ratgeber.

Welche Rolle spielen die Spar-Eigenmarken im Werbe-Portfolio?

Eine enorm wichtige. Aber auch hier haben wir mit dem Engagement von internationalen Top-Models wie Heidi Klum oder der Schauspielerin Marcia Cross von den Desperate Housewifes für unsere Körperpflege-Eigenmarke Beauty Kiss völlig neue Trends gesetzt. Und Mirjam Weichselbraun passt in ihrer natürlichen, fröhlichen Art perfekt für unsere Spar NaturPur-Linie. Damit erreichen wir exakt die Gruppe der einkaufenden Hausfrauen mit ausgeprägter Lifestyle- und Seitenblicke-Affinität.

Interspar wirbt mit dem uralten Trio-Hit „Da da da" aus dem Jahre 1982. Ein Kulthit, der weit vor dem Geburtsjahr der Interspar-Zielgruppe entstand. Ist das nicht ein wenig gewagt?

Die Idee ist in Zusammenarbeit mit der Interspar-Agentur Jung von Matt entstanden und verbindet eben diesen Uralt-Hit mit dem wahrscheinlich genauso alten Slogan ‚Alles da – Interspar‘. Witzigerweise kommt dieser überaus auffällige und impactstarke Spot vor allem bei den ganz jungen Konsumenten besonders gut an. Und bei den Älteren kommen zumindest Jugenderinnerungen auf, und die sind hoffentlich auch mehrheitlich positiv. Aber zu diesem Spot bekommen wir sogar Fanpost.

Bekommen Sie auch für S-Budget Fanpost?

Schon, aber sehr kontraversielle. Die S-Budget-Werbung ist gemeinsam mit Wirz in einem ganz kleinen Team entstanden. Wir haben gewusst, dass die Kampagne mutig ist, aber wir haben immer etwas kutliges angestrebt, und da liegen unterschiedliche Ansichten auf der Hand. Hiezu eine kleine Anmerkung: Bereits im Frühjahr 2007 haben wir die Notwendigkeit einer Produktschiene wie S-Budget erkannt, wollten wir einen bewussten Gegenpol zur Wirtschaftskrise und zur Teuerungswelle setzen. Wir haben uns umgesehen, wie wir die Preiseinstiegsschiene am besten neu definieren können, und da hat uns das Schweizer Migros-Beispiel M-Budget am besten gefallen. Somit war S-Budget die logische Folge.

Also ist Sparen mit Spar auch weiterhin mehr als nur ein Wortspiel?

Das war noch nie ein Wortspiel, denn in den Anfängen der Spar war das sogar der Slogan. Hier hilft uns die Krise sicherlich, weil Sparen somit in aller Munde ist. Und mit Spar kann man ja wirklich sparen - siehe zum Beispiel unser 7-Punkte-Programm, das es lange vor Faymanns 5-Punkte-Programm gab. Und: Neben der klar positionierten S-Budget-Linie haben wir – und zwar ebenfalls lange bevor es Altkanzler Gusenbauer in den Mund genommen hat – mit dem Spar-Gutscheinheft ein echtes Entlastungspaket um 100 Euro geschaffen.

Wie sieht Ihrer Meinung nach die Handelswerbung der Zukunft aus?

Werbung wird auf hohem Niveau mehr denn je überraschen müssen und da sind ja bekanntlich viele Facetten möglich. Die Kunst wird jedoch sein, dass dann am POS alles auch wirklich umgesetzt wird. Handelswerbung wird aber auch zusätzlich dadurch punkten, dass kleine, regionale, punktuelle Marketingmaßnahmen umgesetzt werden. Und, dass bereichsübergreifend gedacht und das Zusammenspiel Vertrieb - Einkauf - Marketing perfekt funktioniert. auch geworben wird. Dazu kommt, dass Online-Werbung immer wichtiger wird, was selbstverständlich Auswirkungen auf den Mediamix hat.

Herr Fritsch, vielen Dank für das Gespräch.


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Miriam Weichselbraun
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