Nikolaus Thaller/bellaflora: Aufgeblüht - bel...
 
Nikolaus Thaller/bellaflora

Aufgeblüht - bellaflora-GF Mag. Nikolaus Thaller im Gespräch mit CASH

-
Nikolaus Thaller, bellaflora-GF® Johannes Brunnbauer
Nikolaus Thaller, bellaflora-GF® Johannes Brunnbauer

Im CASH-Interview spricht bellaflora-Geschäftsführer Mag. Nikolaus Thaller über die Veränderungen in der Geschäftsstruktur und darüber, wie viel Spaß es macht,als „grüne Nummer 1“ am Markt erfolgreich zu sein.

CASH: Herr Thaller, seit Oktober leiten Sie die Geschäfte gemeinsam mit Mag. Alois Wichtl. Warum hat man sich dazu entschlossen, die Geschäftsführung aufzustocken?



Nikolaus Thaller: bellaflora hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und ist mit über 80 Mio. Euro Umsatz und rund 500 Mitarbeitern zu einem bedeutenden Unternehmen herangewachsen. Wir richten unseren Blick aber nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. Dort warten große Herausforderungen, aber auch große Chancen auf uns. Um diese optimal nützen zu können, haben wir uns gemeinsam mit dem Eigentümer entschlossen, die Führung des Unternehmens auf eine breitere Basis zu stellen.

Wie wird Ihr Arbeitsalltag nun aussehen? Wer zeichnet für welche Bereiche verantwortlich?



Durch die Verstärkung kann ich mich nun voll und ganz auf den Einkauf konzentrieren. Mein Ziel ist es, die Attraktivität des Warenangebots noch weiter zu steigern. Letztlich ist dieser Faktor eines der wichtigsten Kriterien für unseren Erfolg. Mein Kollege Alois Wichtl übernimmt die Verantwortung für die ebenso wichtigen Bereiche Personal, Verkauf, Finanzen und Marketing.

Die veränderten Rahmenbedingungen lassen also darauf schließen, das Sie mit der Geschäftsentwicklung – trotz Wirtschaftskrise – sehr zufrieden sind?



Wir können erleichtert feststellen, dass das Jahr 2008 ein gutes wirtschaftliches Jahr für bellaflora war und sich diese positive Entwicklung auch bis jetzt fortsetzt. Ausschlaggebend dafür waren zum einen sicherlich die vernünftig normale Witterungsentwicklung und zum anderen unsere Produktinnovationen, die uns geholfen haben, am Markt neue Akzente zu setzen. Diese Kombination macht es aus und zeigt auch klar, dass man sich nicht nur auf externe Faktoren verlassen kann oder darf, sondern auch innovativ für den Kunden Produkte entwickeln muss, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein.

Das heißt, diesen Weg behalten Sie nun auch gemeinsam mit Herrn Wichtl bei?



Auf jeden Fall. Wir haben unsere Pläne, wie wir sie uns bisher gesteckt haben, umgesetzt und werden das auch in Zukunft so tun. Heuer wollen wir 85 Millionen Euro erwirtschaften und gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, diesen Wert auch zu erreichen. Zu diesem Zweck wird es heuer im Herbst zwei starke Schwerpunkte geben. So bieten wir den Kunden etwa eine große Auswahl an Pflanzen – in erster Linie Orchideen mit über 50 verschiedenen Blütenvarianten – an, um sie bei der farbenfrohen Gestaltung ihrer Wohnungen zu unterstützen. Der zweite große Bereich zielt auf die Gesundheit ab, denn wenn sich unsere Konsumenten vom Außenbereich wieder zurück in die Wohnung bewegen, wollen sie in einer gesunden Umgebung sein. Hierfür sind Pflanzen ideal geeignet, die in der Lage sind, die Luft zu verbessern.

Ist der Herbst generell immer eine schwierigere Zeit für den Handel mit Pflanzen?



Das erste Halbjahr ist zweifelsohne stärker, weil der Lebensraum durch Garten oder Terrasse größer ist. Aber wir bemerken, dass diese jahreszeitliche Gestaltung des Wohnraums immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es geht den Konsumenten nicht mehr lediglich um die klassische Weihnachtsdekoration, sondern der Wohnraum wird der Jahreszeit entsprechend, beispielsweise mit Früchten, Kürbissen, Kerzen, Ästen etc. dekoriert.

Können Sie sagen, wie viel Prozent des Umsatzes auf das Dekorations-Sortiment entfallen?



Über das Jahr gesehen macht bellaflora zwei Drittel des Umsatzes mit Pflanzen und ein Drittel mit den restlichen Artikeln unserer Produktwelt „bellaflora ambiente“. Wobei dies natürlich innerhalb der Monate sehr stark schwankt. Das heißt, der Anteil der Pflanzen ist etwa im März oder April höher, während im Herbst die Dekoartikel mehr als ein Drittel zum Umsatz beisteuern.

Dekoration ist also für den Konsumenten ein wichtiges Thema. Welche Trends sehen Sie noch?



Genaugenommen ist die Pflanze an sich ja auch ein Dekorationsartikel, der für den Konsumenten allerdings einen Mehrwert haben soll. Ideal ist es also, wenn die Hecke im Garten als Sichtschutz dient und gleichzeitig essbare Früchte trägt. Ein anderes Beispiel sind frische Kräuter auf der Terrasse, die beim Grillen gleich zum Veredeln des Geschmacks verwendet werden können. So lassen sich Optik und Funktionalität verbinden und das kommt bei den Konsumenten sehr gut an.
Weitere Trends sind natürlich die Themen Nachhaltigkeit und Bio-Produkte, die in unserer Firmenphilosophie schon lange fixe Größen sind. Als die grüne Nummer 1 und kompetentes Fachgartencenter fühlen wir uns den lokalen Gärtnern verpflichtet, die uns mit vielen Produkten versorgen. So halten wir die Transportwege kurz, erhöhen die Geschwindigkeiten und können nachhaltig agieren. Ergänzend greifen wir den Trend zu Bio-Produkten auf und bieten Pflanzen in zertifizierter Bio-Qualität in unserer Produktkategorie „bellaflora biogarten“ an, die wir gemeinsam mit einem oberösterreichischen Gärtner entwickelt haben.

Gibt es neben „bellaflora ambiente“ und „bellaflora biogarten“ noch weitere Produktwelten und in welchem Preissegment bewegen wir uns hier?



Unser Anspruch ist es, die grüne Nummer 1 zu sein, und zwar mit einem Angebot an qualitativ hochwertigen Produkten. Gleichzeitig müssen wir aber auch unsere Preiskompetenz unter Beweis stellen. Deshalb bieten wir mit der Marke „günstiger Garten“ qualitativ hochwertige Einstiegsprodukte an, die preislich sehr attraktiv sind. Unsere Premiumlinie „bellaflora professional“ mit Produkten für den Profi hingegen befindet sich in einem höheren Preissegment. Auffällig ist aber, dass die Premiumprodukte immer stärker wachsen, weil das Qualitätsbewusstsein und auch die Qualitätsanforderungen steigen.

Im Moment vertreiben Sie Ihre Produktlinien an 25 bellaflora-Standorten. Wie sehen Ihre Expansionspläne aus?



Im kommenden Jahr werden wir zwar keine neuen Standorte eröffnen, aber Adaptierungen in den bestehenden Märkten vornehmen. Unser Expansionskurs ist ein sehr nachhaltiger, weil wir in der Vergangenheit immer aus der eigenen Ertragskraft heraus gewachsen sind und das werden wir auch in Zukunft so machen. Außerdem hängt die Expansion sehr stark von der Distributionsstruktur ab. Unser Standort in Deutschland liegt auf der Lieferstrecke nach Innsbruck. So bündeln wir die Logistik. Es würde keinen Sinn ergeben, jetzt einen Standort in Prag oder Frankfurt anzustreben, wenn man dazwischen nur leere Kilometer zurücklegen muss.

Abgesehen von den Expansionsplänen, was haben Sie sich für die Zukunft von bellaflora vorgenommen?



Natürlich wünschen wir uns Erfolge, das ist keine Frage. Ich glaube, dass es unsere Aufgabe ist die „grüne Nummer 1“-Position mit innovativen Ideen weiter auszubauen und für die Konsumenten interessant zu sein. Das ist ein sehr wichtiger und wesentlicher Punkt, der uns in der Vergangenheit schon erfolgreich gemacht hat und für die Zukunft unser Erfolgsfaktor sein wird.

Vielen Dank für das Gespräch.



BELLAFLORA SETZT AUF ALOIS WICHTL
Der Handelsexperte Mag. Alois Wichtl (54) wird ab Oktober 2009 gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführer Mag. Nikolaus Thaller die Geschicke von bellaflora leiten.
Wichtl bringt 35 Jahre Erfahrung aus verschiedenen leitenden Funktionen im Lebensmittelhandel mit. So war er etwa lange Zeit Geschäftsführer der Adeg West und wechselte 2002 als Mitglied der Geschäftsführung zu Metro Cash & Carry, wo er als Sales & Operations Director tätig war.
Bei bellaflora zeichnet der studierte Betriebswirt und Vater dreier Kinder künftig für die Bereiche Personal, Verkauf, Finanzen und Marketing verantwortlich. Wichtl freut sich auf die neue Aufgabe: „Obwohl ich bereits etliche Jahre im Handel tätig bin, hatte ich es bisher noch nie mit ‚lebendiger‘ Ware zu tun. Auf diese Herausforderung freue ich mich ganz besonders. Denn das spezifische Produkt der Grünpflanzen bedingt vielfach eine andere Herangehensweise. Etwa müssen wir im Marketing der Emotionalität des Produkts Rechnung tragen. Der Kauf von Pflanzen ist ja eine höchst emotionale Angelegenheit. Auch müssen die Mitarbeiter ein profundes Know-how über die Ware haben – noch viel tiefgreifender, als etwa im Lebensmittelhandel. Alle diese Gesetzmäßigkeiten gilt es zu berücksichtigen und darauf aufbauend – gemeinsam mit Herrn Thaller – für das Unternehmen entsprechende Zukunfts-strategien zu entwickeln.“



Alois Wichtl leitet die Geschicke gemeinsam mit Nikolaus Thaller ®bellaflora
-
Alois Wichtl leitet die Geschicke gemeinsam mit Nikolaus Thaller ®bellaflora
stats