Bipa: "Wir werden hart verhandeln"
 
Markus Wache
Andreas Persigehl und Markus Geyer lenken die Geschäfte von Bipa seit 2022.
Andreas Persigehl und Markus Geyer lenken die Geschäfte von Bipa seit 2022.

So lautet die Antwort der beiden Bipa-Geschäftsführer Markus Geyer und ­Andreas Persigehl auf die Frage nach den Preisverhandlungen mit der Indus­trie. Wie sich die Teuerungen auf die Eigenmarkenstrategie auswirken und wo die Expansion voranschreitet, verraten die beiden auch.

CASH: Wie aus der diesjährigen Rewe-International-Bilanz hervorgeht, fiel die Entwicklung von Bipa mit plus drei Prozent im Vorjahr sehr gut aus. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Wie ist Ihnen der Turnaround gelungen?
Markus Geyer: 2021 war ein sehr erfolgreiches und herausforderndes Jahr für uns. Wir haben ein engagiertes Team, ohne dem das nicht möglich wäre und darauf sind wir sehr stolz. Im vergangenen Jahr gab es einige Parameter, die für den Erfolg mitverantwortlich waren. Einer davon ist unser positives Onlinebusiness, das im Vorjahr mit 15 Prozent zum Wachstum beigetragen hat.

Auch die jüngsten Nielsen-Zahlen zeigen, dass sie sich auf einem Wachstumspfad befinden.
Andreas Persigehl:
Wir arbeiten auch heuer konsequent an unseren wichtigsten Themen weiter und sind dementsprechend positiv gestimmt, dass auch 2022 trotz aller Herausforderungen ein gutes Jahr für Bipa wird. Wir wachsen heuer bisher stärker als der Markt und liegen über 2021.

Welche Themen sind das?
Geyer: Wir haben uns in den letzten Jahren bei allen Themen, die wir bearbeitet haben, sehr stark auf unsere Kunden konzentriert. Der Kundenfokus zieht sich quer über alle Bereiche – sei es im Format und im Onlinehandel, Service, Sortiment und unseren Eigenmarken. Wir haben konsequent in die richtigen Standorte investiert und unser Filialnetz aufgefrischt. Wir haben die richtigen Eigenmarken zur richtigen Zeit rausgebracht und damit wichtige Kundenbedürfnisse abgedeckt. 

Andreas Persigehl leitet die Bereiche Business Developement & Strategie, den Vertrieb, HR & Interne Kommunikation, Bautechnik & Standortentwicklung, E-Commerce, Warenwirtschaft, Filialrevision & Organisation sowie die Stabstelle Nachhaltigkeit.

Der Tonfall zwischen Handel, allen voran dem LEH und der Industrie, wird immer härter, Knackpunkt sind die Preiserhöhungen. Wie sieht hier die Situation im Drogeriefachhandel aus?
Geyer: Natürlich spüren wir das Thema Preiserhöhungen. Wir sind als Händler davon genauso betroffen wie die Industrie und wie unsere Kunden. Wir stehen alle gemeinsam vor einer riesigen Herausforderung: Wir, die Industrie, vor allem aber unsere Kunden. Unsere Aufgabe ist es, mit den Preiserhöhungen sehr verantwortungsvoll umzugehen und das ist die große Herausforderung für unsere gesamte Organisation.
Persigehl: Wir sind natürlich konfrontiert mit Preisforderungen – das betrifft den gesamten Handel. Wir stehen aber auch vor vielen externen Herausforderungen wie den Energiekosten. Not macht erfinderisch und wir befassen uns vor diesem Hintergrund viel intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit.

Was heißt das nun konkret für Ihre Gespräche mit den FMCG-Herstellern, Herr Geyer?
Geyer: Das Stichwort ist Verantwortung. Wir sind für unsere Kunden verantwortlich. In Zeiten wie diesen muss man mit Preiserhöhungen sehr vorsichtig umgehen und sie hinterfragen. Transparenz ist dabei ausschlaggebend. Und ich muss Ihnen schon sagen, dass wir von unserer Seite hier nicht immer nachvollziehen können, woher die Kostensteigerungen kommen – zumal wir auch viele Lieferanten aus denselben Produktgruppen haben und auch aufgrund unserer Eigenmarken hier auf Erfahrungswerte zurückgreifen können. Wir haben natürlich auch Einblick in die internationalen Entwicklungen der Preise. Wir werden daher nach wie vor hart weiterverhandeln im Sinne des Konsumenten.

Markus Geyer ist verantwortlich für Category Management & Produktmanagement, Marketing & Eigenmarken, Controlling & Analytics, Customer Insights, Strategisches CM & Einkauf Operations sowie die beiden Stabstellen Trends & Innovation und Medizinprodukte & gewerberechtliche Geschäftsführung. Das Verantwortung für das Bipa Kroatien Geschäft teilen sich beide.

Geht das bis zur Auslistung?
Geyer: Wichtig ist es, nicht immer die finale Konsequenz zu betrachten, sondern zuerst zu versuchen, gemeinsam, im Sinne der Kunden, eine konstruktive Lösung zu finden.

Inwieweit müssen die Preise bei Ihren Eigenmarken nach oben korrigiert werden?
Geyer: Wir haben auch bei unseren Eigenmarken mit Preissteigerungen zu kämpfen. In gewissen Produktgruppen gibt es bereits Preissteigerungen, in anderen wiederum nicht. Wir versuchen diese bis Jahresende so gering wie möglich zu halten oder zu vermeiden – das gilt generell für alle Produkte und ganz besonders für die Eigenmarken.
Persigehl: Jeder ist mit Preiserhöhungen konfrontiert. Unsere Aufgabe ist es, sie vom Kunden fernzuhalten. Wir wollen den Konsum weiterhin bezahlbar bleiben lassen. Es gibt auch Engpässe, die aufgrund technischer Fehler entstehen und auch gar nichts mit Ressourcenproblemen zu tun haben.

Das Interview in voller Länge lesen Sie der CASH Septemberausgabe 2022.



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