Deutsche Handelskammer: Ulrich Schlick: Von M...
 
Deutsche Handelskammer

Ulrich Schlick: Von Maultaschen und Oktoberfesten

DHK
Ulrich Schlick
Ulrich Schlick

Für Bayern zählt Österreich zu einem der wichtigsten Auslandsmärkte. Welche Produkte hierzulande funktionieren und welche nicht, das weiß Ulrich Schlick von der Deutschen Handelskammer.

CASH: Herr Schlick, Sie leben jetzt schon seit 14 Jahren in Österreich. Können Sie uns dennoch ein Stimmungsbild aus der bayerischen Bevölkerung rund um die Coronakrise zeichnen?
Ulrich Schlick: Leider kann ich nur berichten, was ich von Freunden in Bayern weiß. Bedingt durch die Ausgangsbeschränkungen kam es wie in vielen Ländern und wie auch bereits in früheren Krisenzeiten zu einem „Cocooning“-Effekt. Die Menschen haben sich zu Hause eingerichtet. Wer kochaffin ist, hat sich demzufolge mit neuen Rezepten auseinandergesetzt. Da aber nicht alle kochen können und auch die Gastronomie geschlossen war, konnten Convenienceprodukte zulegen. Gleichzeitig rückten aber auch Themen wie regionale Lebensmittel und Bio vermehrt in den Vordergrund. Es entstand eine höhere Bereitschaft, mehr Geld für hochwertige Produkte auszugegeben.

Gab es aufgrund von Grenzschließungen wegen der Coronapandemie Probleme beim Warenaustausch zwischen Bayern und Österreich?
Im Warenaustausch hat es keine Probleme gegeben, da die Grenzen für bayerische Lieferanten offengeblieben sind. Dafür haben wir uns als Handelskammer verstärkt eingesetzt. So war beispielsweise die grenzüberschreitende Milchabholung bei den Bauern möglich. Zu Stock-out-Situationen kommt es immer wieder, auch außerhalb von Pandemiezeiten. Aber während der Maßnahmen zu Beginn der Coronapandemie konnte ich zumindest keine nennenswerten Aussetzer feststellen.


Sie unterstützen bayerische Unternehmen beim Markteinstieg in Österreich und versuchen neue Produkte zu platzieren. Viele Produkte gibt es aber bereits auch schon von anderen Herstellern. Wo sehen Sie Chancen?
Das ist grundsätzlich eine Frage der Prioritäten: Ist mir die Herkunft des Originalprodukts oder die Regionalität wichtiger? Viele Produkte müssen weltweit bezogen werden, da sie sich in Europa nicht anbauen lassen. Bayerische Lebensmittel überzeugen unter anderem durch ihre zahlreichen Gütesiegel und Herkunftslogos, die bei Verbrauchern immer stärker nachgefragt werden. Das Thema Regionalität ist aufgrund der Nähe zwischen Bayern und Österreich offensichtlich. Wir sehen eine sehr gute und nachbarschaftliche Beziehung, deshalb bietet sich hier die beste Möglichkeit, Produkte auch regional auszutauschen. Als Konsument achte ich meist auf die Herkunft des Originals.

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