Shopping Center Nord: Dirk Löffler im CASH-In...
 
Shopping Center Nord

Dirk Löffler im CASH-Interview: Alles neu!

CASH traf Dirk Löffler, Development Manager Retail Properties von Blue Asset Management und Center Manager des SCN, zum Gespräch über die Entwicklung des Floridsdorfer Einkaufszentrums seit der Übernahme von Tristan Capital Partners, neue Shoppartner und zu meisternde Herausforderungen.

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CASH: Herr Löffler, seit der Übernahme des Shopping Center Nord durch Tristan Capital Partners im Jahr 2014 wurden mehr als 23 Millionen Euro in dessen Neugestaltung investiert. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?
Dirk Löffler:
Wir sind sehr zufrieden und freuen uns, dass wir den Umbau jetzt soweit abgeschlossen haben, alle Baugerüste weg sind und die Kunden die neu geschaffene Wohlfühl‑atmosphäre endlich richtig genießen können. Wir haben ja bei laufendem Betrieb umgebaut und erst jetzt zeigt sich, wie schön das Center geworden ist. Das macht uns schon stolz.

Welche Schwerpunkte haben Sie im Zuge der Revitalisierung gesetzt?
Wir haben eigentlich alles bis auf den Boden komplett erneuert. Es wurden Veränderungen an allen Mallöffnungen vorgenommen, die Rolltreppen versetzt, Lifte entfernt, die Wegeführung überarbeitet, großzügige Ruhezonen realisiert, die Beleuchtung adaptiert, das Parkhaus renoviert und mit breiten Stellplätzen ausgestattet, die Fassade komplett neu gestaltet, ein repräsentativer Haupteingang mit Vorplatz geschaffen und vieles mehr. Das Hauptaugenmerk lag auf einer einheitlichen, modernen Formensprache. Der erste Teil des Centers wurde im Jahr 1989 gebaut und der zweite zehn Jahre später. Wir hatten es also mit verschiedenen Stilrichtungen zu tun, die es miteinander in Einklang zu bringen galt, um den Kunden ein Ambiente zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen. Das ist uns gut gelungen, aber wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, die Aufenthaltsqualität weiter zu steigern.

Inwiefern hat sich das Refurbishment positiv auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt?
Sehr positiv. Wir konnten im Vergleich zu 2016 ein Umsatzplus von 15 Prozent erreichen und haben auch bei der Frequenz um etwa 13 Prozent zugelegt. Aktuell zählen wir rund 10.500 Kunden pro Tag, wollen diesen Wert aber noch weiter steigern. Unser Ziel sind 14.000 Kunden täglich und wir gehen davon aus, dass wir dieses bis Ende des Jahres 2019 erreichen werden.

Welche Maßnahmen setzen Sie diesbezüglich?
Besonders wichtig sind uns ein ausgewogener, attraktiver Mietermix und ein hoher Vermietungsrad. Denn damit steht und fällt der Erfolg eines Einkaufszentrums. Wir haben derzeit 13 Prozent Leerstand und werden diesen bis zum Ende des Jahres 2018 auf neun Prozent und bis zum Ende des Jahres 2019 auf fünf Prozent reduzieren. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, denn es ist uns in den vergangenen Jahren gelungen, neue Mieter zu begeistern und auslaufende Verträge mit bisherigen Mietern zu verlängern. Mit Shoppartnern wie Merkur, H&M, Intersport, Müller, CCC, Kult oder Gastro-Partnern wie McDonald’s, Tauber Brötchen und Scala sind wir sehr gut aufgestellt und verfügen über ein hervorragendes Grundangebot. Wir sind sehr zufrieden mit dem Status quo, haben aber noch einiges vor, denn die Aufgabe des Centers ist es, ein passendes Angebot für jeden einzelnen Kunden zu schaffen.

In welchen Bereichen wollen Sie sich zukünftig noch verstärken?
Uns fehlen noch ein Buch- und ein Elektrohändler und auch im Gastrobereich ist eine Erweiterung natürlich immer anzustreben. Hier halten wir derzeit bei einem Anteil von sieben Prozent und können uns eine Steigerung auf zehn bis elf Prozent gut vorstellen. Uns fehlt zum Beispiel noch die klassisch österreichische Küche oder ein vegetarischer Anbieter, um unser Angebot breiter zu fächern. Aber auch abseits der Gastronomie ist es uns gelungen, neue Mieter zu gewinnen. Im September hat Friseur-Weltmeister Peter Schaider seinen zehnten The HairStyle Friseur-Salon eröffnet und ab 5. November wird reformstark Martin im Shopping Center Nord einen weiteren Standort haben. Besonders stolz sind wir außerdem auf den geplanten Einzug von Action. Das SCN ist das erste Shopping Center, in dem die niederländische Non-Food-Diskonter-Kette vertreten ist.

Sie haben vorhin gesagt, dass Sie die Aufenthaltsqualität noch weiter steigern möchten. Welche Schwerpunkte setzen Sie in diesem Zusammenhang abseits eines attraktiven Mietermixes?
Neben der Verbesserung des optischen Erscheinungsbilds, wo wir zum Beispiel mit Blumen, Farben und Beleuchtung arbeiten, und den angesprochenen Bemühungen im Gastro-Bereich setzen wir auch auf spezielle Serviceleistungen und Zusatzangebote. So sind unsere 1.200 Parkplätze überdacht, komfortabel sowie kostenfrei nutzbar und wir verfügen auch über eine kostenlose E-Tankstelle. Außerdem gibt es in unserem Center ein kleines Kinderland zum Spielen für unsere jüngsten Gäste, an dessen Ausbau wir ebenfalls arbeiten. Darüber hinaus kommen Sportbegeisterte und Kinofans mit dem Fitnessstudio Fitinn und dem Hollywood Megaplex SNC voll auf ihre Kosten. Vorstellbar wäre auch ein Ärztezentrum für das es oberhalb unserer Büroräumlichkeiten noch ausreichend Platz gebe. Und mit der Eröffnung des Krankenhaus Nord wird es für eine noch bessere Erreichbarkeit ohne Auto auch eine Busstation direkt vorm SCN geben.

Die Konkurrenz für das SCN ist in den vergangenen Jahren nicht kleiner geworden. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Der Wettbewerb in Österreich ist generell unglaublich hoch. Mit einer SCS oder dem Donauzentrum wollen wir uns gar nicht messen. Wir sehen uns als großes Nahversorgungszentrum im 21. Bezirk und versuchen, wie vorhin geschildert, kontinuierlich den Anforderungen und Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.

Und wie reagieren Sie auf den zunehmenden Druck des Onlinehandels?
Unsere Aufgabe ist es, unserer Partner durch die Stärkung des Standorts zu unterstützen. Damit meine ich ein Ambiente zu bieten, in dem sich die Kunden wohlfühlen und Serviceleistungen zur Verfügung zu stellen, die man online nicht findet. Darüber hinaus stehen wir unseren Mietern auch beratend bei der Adaptierung ihrer Geschäftsmodelle, zum Beispiel in Richtung Click & Collect, zur Verfügung, setzen gezielte Werbeaktivitäten um und veranstalten Events sowie gemeinsam abgestimmte Aktionen. Der stationäre Handel lebt vom Austausch der Menschen miteinander, von der Beratung durch freundliche Mitarbeiter und einem Shoppingerlebnis, das es online einfach nicht gibt.

Herr Löffler, herzlichen Dank für das Gespräch.

FACTBOX

Eigentümer: Tristan Capital Partners
Center-Management: Blue Asset Management, Joint-Venture-Partner von Tristan Capital Partners
Adresse: Ignaz-Köck-Straße 1, 1210 Wien
Umsatz 2017: +15 % im Vergleich zu 2016
Besucheranzahl: ca. 10.500 Kunden pro Tag
Shopananzahl: 61
Verkaufsfläche: ca. 25.000 m2 (exklusive Kino und Fitnessstudio)
Mitarbeiter: ca. 500
Parkplätze: 1.200
Öffnungszeiten: Mo bis Mi von 9 bis 19 Uhr, Do und Fr von 9 bis 20 Uhr, Sa von 9 bis 18 Uhr
Quelle: Unternehmensangaben

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