ECR Austria: Teresa Mischek-Moritz: Gut verpa...
 
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Teresa Mischek-Moritz: Gut verpackt ist halb gewonnen

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Umweltfreundliche Herstellung und Nachhaltigkeit von Verpackungen sind nicht dasselbe, weiß Teresa Mischek-Moritz, Geschäftsführerin von ECR ­Austria. Sie spricht im CASH-Interview darüber, wie beides vereint werden kann und gibt einen Ausblick, was sich am Verhältnis zu Plastik ändern könnte.

CASH: Frau Mischek-Moritz, ECR hat mit dem Ratgeber 'Nachhaltigkeits-Bewertung von Verpackungen' bereits den zweiten Guide in diese Richtung veröffentlicht. Wie unterscheidet er sich von 'Packaging Design for Recycling'?
Teresa Mischek-Moritz: Die beiden Ratgeber ergänzen sich, der letztere geht dabei genauer ins Detail, welche Materialien bei Verpackungen empfohlen werden und die Nachhaltigkeitsbewertung hilft bei der Entscheidung, welche Kriterien für die Beurteilung herangezogen werden sollen. Dabei muss man klar festhalten, dass Recyclingfähigkeit alleine nicht gleichbedeutend mit Nachhaltigkeit ist. Wir teilen die Bewertung der Verpackung in drei Aspekte ein: Produktschutz, Umwelt und eben Zirkularität. Der Produktschutz steht gerade bei Lebensmitteln an erster Stelle, die Umweltfaktoren umfassen direkte und indirekte Auswirkungen der Verpackungsherstellung und die Zirkularität zeigt, wie gut sich das Produkt in die Circular Economy einfügt und welcher Aufwand dafür etwa beim Kunden notwendig ist.

Etwa wie die Joghurtbecher mit den Kartonsleeves?
Genau. Konsumenten müssen bei diesem Beispiel die Verpackung in drei Elemente aufteilen – das eigentliche Gebinde, den Verschluss und das Label, das auch eine stützende Funktion hat. Verwendet man stattdessen etwa einen dickeren Becher und einen zusätzlichen Deckel aus recyceltem PET, wäre der Joghurtbecher zwar in Sachen Zirkularität weiter vorne, die Umweltauswirkungen wären aber signifikant höher. Welchen Weg man also wählt, muss jedes Unternehmen im Rahmen einer gesamtheitlichen Verpackungs- und Nachhaltigkeits-Strategie selbst entscheiden. Wir von ECR versuchen mit unseren Guides ein Bewusstsein zu schaffen, welche Möglichkeiten es hierfür gibt und welche Kriterien bei der Beurteilung einfließen sollten.

Die Zielgruppen dafür sind ja ziemlich vielschichtig?
Alle für Innovationen Verantwortliche in Industrie und Handel. Es müssen sich nicht nur die Verpackungsspezialisten mit der Materie wohlfühlen, auch Geschäftsführer, Brandmanager, Sortimentsmanager, das Marketing und der Vertrieb brauchen hier eine Grundkompetenz. Denn die Verpackungsdesigner treiben die Innovation nicht alleine. Wer entscheidet, was ins Regal kommt, kann Trends generieren – und dafür braucht es eine kritische Masse an kompetenten Köpfen.

Das vollständige Interview finden Sie in der März-Ausgabe von CASH.

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