Raimund Lainer/Spar: Fröhliche Menschen
 
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Raimund Lainer, Leitung Konzernale Personalentwicklung Spar: "Es ist leichter freundlich zu sein, wenn man kompetent ist!"
Raimund Lainer, Leitung Konzernale Personalentwicklung Spar: "Es ist leichter freundlich zu sein, wenn man kompetent ist!"

MMag. Raimund Lainer, Leiter der Personalentwicklung und Ausbildung der Spar Österreich-Gruppe erlebt in den Geschäften seiner Handelskette mehrheitlich freundliche, tatkräftige Mitarbeiter. Warum das so ist, erklärt er im Interview mit CASH

CASH: Herr Lainer, Sie haben Theologie und Psychologie studiert. Ist Ihnen da der Brückenschlag zur Personalentwicklung schwer gefallen?

Raimund Lainer: Nein, denn bei beiden, also sowohl in der Theologie als auch in der Psychologie, geht es wie in der Personalentwicklung sehr stark um Werte und um Menschenführung.

Apropos Werte: Wenn von Jobs im Handel die Rede ist, ist man meist sehr rasch bei Themen wie lange Öffnungszeiten, niedrige Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen etc. Sind das Vorurteile oder entspricht das tatsächlich der Realität?

Die längeren Öffnungszeiten sind sicher nicht für alle uneingeschränkt ausschließlich ein Honiglecken. Jedoch bedeuten lange Öffnungszeiten nicht automatisch lange Arbeitszeiten, im Gegenteil. Die Verlängerung der Öffnungszeiten bringt auch flexiblere Arbeitszeiten mit sich. Wir versuchen die Bedürfnisse der Mitarbeiter beim Personaleinsatzplan weitgehend zu berücksichtigen. Und es gibt eine Reihe von Mitarbeitern, die, aus welchen Gründen auch immer, lieber am Abend arbeiten wollen, und wieder andere machen ganz bewusst am Samstag Dienst.

Also sind Arbeitsplätze im Lebensmittelhandel doch nicht so schlecht wie der Ruf, der ihnen vorauseilt?

Ich kann diesbezüglich nur für die Spar sprechen, und insofern kann ich sagen, dass ich keine unglücklichen Mitarbeiter erlebe, sondern mehrheitlich fröhliche, tatkräftige Menschen.

Woher nehmen Sie diese Gewissheit?

Ich bin viel in den Märkten unterwegs und außerdem nehme ich die Gewissheit aus den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragungen, die wir im Rahmen von Spar Live zweimal jährlich durchführen. Wir setzen dieses Führungsinstrument seit geraumer Zeit in den Filialen ein. Und deshalb wissen wir, dass wir in puncto Mitarbeiter-Zufriedenheit gut aufgestellt sind.

Was Sie worauf zurückführen?

Wir investieren sehr viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Schließlich ist einer der Eckpfeiler unseres Unternehmenserfolgs die Freundlichkeit unserer Mitarbeiter. Und es ist wesentlich leichter, freundlich zu sein, wenn man kompetent ist.

Eine Umfrage von Info Research International im Auftrag von CASH vor rund einem Jahr hat ergeben, dass Spar als das Unternehmen wahrgenommen wird, das seine Mitarbeiter am besten behandelt und Hofer als das Unternehmen, das am besten zahlt. Würden wir zum jetzigen Zeitpunkt erneut eine Befragung durchführen, zu welchem Ergebnis würde die Ihrer Einschätzung nach kommen?

Möglicherweise zu dem, dass Spar das Unternehmen ist, das seinen Mitarbeitern die größten Entwicklungschancen bietet. Im Unterschied zu so manchem Mitbewerber gibt es bei uns nämlich keine gläsernen Decken.

Gilt das auch für Lehrlinge? Wie durchlässig nach oben ist das Karrieresystem bei der Spar?

Gerade motivierten und engagierten Lehrlingen stehen bei Spar viele Karrierechancen offen. Die Spar war und ist zudem ein Vorreiter in Sachen Lehre und Matura. Mehr als 230 Lehrlinge haben sich bereits für diesen Ausbildungsweg entschieden.

Sie liefern mir das Stichwort für meine nächste Frage: Hat Spar auch ein Jobangebot für Maturanten und Akademiker?

Ja. Seit einigen Wochen können sich MaturantInnen im Südburgenland, in der Steiermark bzw. in Oberösterreich im Rahmen eines Intensivlehrganges On-the-Job in sogenannten Best-Practice-Filialen für Führungspositionen im Unternehmen qualifizieren. Und erst vor Kurzem startete unser Trainee-Programm für Uni-Abgänger. Die diesem Programm zugrunde liegende Idee ist es, Jungakademiker in einem Zeitraum von achtzehn Monaten an Positionen im Top-Management heranzuführen. Im Rahmen der Ausbildung kommt auch der Aspekt der Internationalität nicht zu kurz. Die Teilnehmer kommen nämlich außer in ihrem Stammland auch in zwei weiteren Ländern zum Einsatz.

In jüngster Zeit ist vermehrt von Employer Branding, Talent Management, Internal Branding etc. die Rede. Ist das bloß eine vorübergehende Modeerscheinung oder steckt da doch mehr dahinter?

Die demografische Entwicklung bringt es mit sich, dass wir es in Zukunft nicht mehr schaffen werden, unsere Führungskräfte ausschließlich aus dem Pool der Lehr-Absolventen zu rekrutieren. Genau auf diese Entwicklung reagieren wir ja auch mit unseren neuen Trainee-Programmen. Um als attraktiver Arbeitgeber im Rennen zu bleiben, muss man eben entsprechende Akzente setzen. So gesehen werden Personalinstrumente in Zukunft sicher noch stärker an Bedeutung gewinnen.

Herr Lainer, vielen Dank für das Gespräch!
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