GS1 Austria: Gregor Herzog: Die gläserne Lief...
 
GS1 Austria

Gregor Herzog: Die gläserne Lieferkette

GS1 Austria/Katharina Schiffl
Gregor Herzog, Geschäftsführer von GS1 Austria.
Gregor Herzog, Geschäftsführer von GS1 Austria.

Begriffe wie Rückverfolgbarkeit, Herkunft und Regionalität werden in der Branche gerne verwendet. GS1-Austria-Geschäftsführer Gregor Herzog erklärt im CASH-Interview, wie diesen Schlagwörtern die notwendige Tragkraft verliehen wird.

CASH: Herr Herzog, Rückverfolgbarkeit wird im LEH gerne als USP verwendet – aber wie lässt sich dieser Begriff eigentlich definieren?
Gregor Herzog: Es gibt drei Stufen, wie genau man es nehmen möchte. Das fängt an mit der Herkunft der Primärzutat, das Fleisch vom Schnitzel zum Beispiel. Dann erfährt man nicht, wer geschlachtet hat – das ist die einfachste Variante. Es wird gerade diskutiert, ob eine generelle Kennzeichnung dieser Art für Lebensmittel kommen soll. Durch Corona ist nämlich klargeworden, dass die Lieferketten aufgrund ihrer Länge recht krisenanfällig sind. Die zweite Variante eignet sich für Zutaten wechselnder Herkunft, zum Beispiel saisonal abhängige Ware. Manchmal kommt sie aus Österreich, manchmal aus dem Ausland. Dann kann man pro Charge diese Information via elektronischen Lieferschein weiterführen. Die dritte Variante ist, dass man auch die Verarbeitung nachverfolgt. Bei der Schlachtung etwa, wo und wie das gemacht wurde, wo das Fleisch zerteilt wurde. Dann erfasst man alle Events, die für das Produkt relevant sind. In der EU ist das für Seefisch bereits gesetzlich verankert. Das ist die hohe Schule der Supplychain-Transparenz. Wir bieten alle drei Varianten an, darunter auch das Rückverfolgbarkeitsservice GS1 Trace.

Nun schwankt der Begriff "regional" zwischen der Nachbarschaft und Mitteleuropa. Würde eine genaue Definition hier Sinn ergeben?
Man kann alles definieren, aber das hängt von der Größenklasse der Industrie ab. Für Großkonzerne kann das Europa und Nordafrika bedeuten, für Kleinproduzenten halt nur Tullnerfeld. Es gibt bereits viele Definitionen, wir von GS1 fühlen uns für diese Definition aber nicht berufen. Politische Grenzen eignen sich dafür aber oft nicht.

Damit wären wir wieder bei den Standards, das Steckenpferd von GS1. Wie unterstützen Sie die Industrie und den Handel diesbezüglich?
Im Bereich Rückverfolgbarkeit versuchen wir, keine One-fits-all-Lösungen anzubieten, sondern für die Kunden individuelle Lösungen zu liefern. Wenn zum Beispiel Supply-Chain-Transparenz relevant ist – auch im B2B-Bereich, etwa bei Eigenmarken – ist die Kommunikation sehr relevant. Ich verwende das Beispiel vom Büffelmozzarella gerne – da möchte man doch wissen, ob das echter Büffelmozzarella ist oder dem nur nahekommt. Als Händler möchte ich außerdem wissen, welche Mengen da involviert sind. Konkret haben wir fast 500 Lieferanten an GS1 Sync angebunden, die unter anderem ihre Herkunftsangaben gesetzeskonform abliefern. Dann haben wir noch 1.000 auf Händlerportalen. Im Fleischbereich haben wir rund 20 genau erfasste Betriebe und bei Obst und Gemüse gibt es Pilotprojekte.

Das gesamte Interview finden Sie in der Februar-Ausgabe von CASH.

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