Handelshaus Kiennast: Tradition trifft Zukunf...
 
Handelshaus Kiennast

Tradition trifft Zukunft

Handelshaus Kiennast
Die Cousins ­Alexander (l.) und Julius Kiennast führen das Handelshaus seit 2015 in 9. Generation. Ihre Zuständigkeiten teilen sie sich wie folgt: Julius (42): Einzelhandel (Nah&Frisch, Justizanstalten und Kioske), Unik/Tankstellengeschäft, Kaufhaus in Gars, Logistik Alexander (40): Eurogast Kiennast, Eurogast Pilz & Kiennast, Einkauf & Sortimentsmanagement, Finanzen, Controlling, IT, Getränkehändler Lichtenegger
Die Cousins ­Alexander (l.) und Julius Kiennast führen das Handelshaus seit 2015 in 9. Generation. Ihre Zuständigkeiten teilen sie sich wie folgt: Julius (42): Einzelhandel (Nah&Frisch, Justizanstalten und Kioske), Unik/Tankstellengeschäft, Kaufhaus in Gars, Logistik Alexander (40): Eurogast Kiennast, Eurogast Pilz & Kiennast, Einkauf & Sortimentsmanagement, Finanzen, Controlling, IT, Getränkehändler Lichtenegger

Die beiden Geschäftsführer Alexander und Julius Kiennast haben viel vor mit dem gleichnamigen Handelshaus, das sich mit neuen Projekten zukunftsfit ­aufstellt, um auch der 10. Generation erfolgreich übergeben zu werden. Ein Auszug aus dem Interview.

CASH: Wie kommen Sie als Großhändler mit der aktuellen Preissituation im Energiebereich zurecht und inwieweit sind Sie durch die eigene PV-Anlage abgesichert?
Julius Kiennast: Die PV-Anlage kam genau im richtigen Moment und deckt etwa 30 Prozent unseres Energiebedarfs ab und wir nutzen etwa 80 Prozent des erzeugten Stroms auch selbst. Im kommenden Jahr wird es spannend, wir haben noch keinen genauen Preis fürs kommende Jahr mit dem wir rechnen können. Das große Thema hier sind aber auch bei uns die Kaufleute. Keiner von ihnen kann die Stromkosten stemmen, die teilweise von 8.000 auf 30.000 bis 40.000 Euro hinaufgeklettert sind. Steigen werden auch die Personalkosten. Somit sehe ich schwarz, wenn hier nicht rasch eine Unterstützung durch die Bundesregierung beschlossen wird.

Inwieweit können Sie die Kaufleute unterstützen?
Julius: Wir als Großhandel können den Kaufleuten nur bedingt durch Stützungen unter die Arme greifen, da auch unsere Kosten massiv steigen, vor allem in der Logistik und im Energiebereich. Wir können aber natürlich Konzepte liefern für Spannenkalkulationen, aber auch das geht nur in einem gewissen Rahmen.
Alexander Kiennast: Die Situation ist nicht nur für Kaufleute alarmierend, sondern für die gesamte KMU- und Kleingewerbe-Struktur in Österreich. Wir sehen hier leider auch keine Anzeichen von der Politik, dass eine Verbesserung der Situation angedacht ist. Auf der anderen Seite erwarten uns zusätzlich hohe KV-Erhöhungen. Über Preiserhöhungen kann der Kaufmann, die Kauffrau diese Kostensteigerung nicht wieder reinbringen.
Julius: Dadurch werden leider viele kleine Strukturen unwiederbringlich zerstört. Die Kaufleute sind in den kleinen Gemeinden oft die einzige soziale Anlaufstelle, wo die Bürger zusammenkommen.

Wie würden Sie Ihre Zusammenarbeit mit den großen FMCG-Herstellern beschreiben, die ja immer wieder in Kritik geraten wegen ihrer Preisforderungen?
Julius: An den Top-Artikeln der Top-Hersteller kommt man nicht vorbei, somit muss man einen konstruktiven Weg in der Zusammenarbeit finden. Aber die Preisweitergabe ist eine Riesen-Challenge heuer und wohl auch im nächsten Jahr. Die Preisanpassungen kommen viel kurzfristiger als früher und meist unter Androhung von Lieferstopps. Bei Nah&Frisch tun wir uns vergleichsweise leichter, diese am POS umzusetzen und zu kalkulieren. Da wir aber auch Gastronomie- und Großkunden haben, mit denen wir Verträge und Preisgarantien haben, ist es deutlich herausfordernder, die Preisanpassungen weiterzugeben. Tendenziell fällt man um die Spannen um.
Alexander: Die BWB hat bereits eine umfassende Branchen-Untersuchung angekündigt und ich kann dazu nur sagen: Wir im Handel haben keine Angst vor dem Ergebnis. Spätestens wenn man sich in zwei Jahren die Bilanzen der großen Konzerne ansieht und mit unseren vergleicht, wird man sehen, was unterm Strich übrigbleibt. Wir können neben den teilweise extremen Preiserhöhungen der Industrie nicht noch zusätzlich eine weitere Erhöhung durchführen.


Das Interview in voller Länger lesen Sie in der CASH-Ausgabe November/Dezember 2022 oder im E-Paper. Lesbar mit CASH+ Abonnement - hier geht's zur Anmeldung.

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