Hasslinger Consulting/Iqonic: R. Hasslinger/M...
 
Hasslinger Consulting/Iqonic

R. Hasslinger/M. Berger: Vertrauen als die zentrale Dimension?

Manstein Verlag
CASH-Herausgeberin Dagmar Lang (Mitte) im Interview mit Roswitha Hasslinger und Manfred F. Berger
CASH-Herausgeberin Dagmar Lang (Mitte) im Interview mit Roswitha Hasslinger und Manfred F. Berger

Welchen Marken vertrauen die Konsumenten mehr denn je? CASH hat bei ­Roswitha Hasslinger und Dr. Manfred F. Berger exklusiv die große Best2Trust-Studie in Auftrag gegeben. 220 Marken in 22 Kategorien werden untersucht, die Ergebnisse in der Dezember-Ausgabe von CASH veröffentlicht.

CASH: Hatten wir vor der Krise ein steigendes oder fallendes Vertrauen in Institutionen, Unternehmen, Marken et cetera?
Roswitha Hasslinger: Wir führen die Best2Trust-Studien seit 2011 regelmäßig durch. Die Ergebnisse haben uns laufend gezeigt, dass eine immer größere Kundengruppe kritischer wird, aber auch besser informiert ist und bewusster einkauft. Vertrauen in ein Unternehmen, eine Marke ist daher schon in den letzten Jahren immer mehr in seiner Bedeutung gestiegen. Vertrauen in eine Marke ist die Basis für eine Kaufentscheidung.

Warum hat Covid-19 die Dimension des Vertrauens noch stärker in den Fokus der Konsumenten gerückt?
Manfred F. Berger: Die starke Finanzorientierung von vielen Unternehmen hat den Focus vom Kundenutzen genommen. Vertrauen hat sich reduziert und die Austauschbarkeit von Marken hat sich dadurch erhöht! Bekanntheit allein, ja selbst eine Differenzierung zur direkten Konkurrenz reicht heute nicht mehr aus. Es geht um Relevanz. Was tut, leistet eine Marke für mich? Welchen Nutzen stiftet sie? Gerade in unserer digitalen Gesellschaft, wo vieles selbstverständlich ist und das Selbstverständliche – vordergründig – noch kostenlos angeboten wird.

Viele Unternehmen präsentieren sich in dieser Krise als Sinnstifter. Kann eine solche Entwicklung Vertrauen aufbauen?
Hasslinger: Im Moment sehe ich Entwicklungen und Angebote, die ich als vordergründig, als eine zu schnelle Lösung ohne nachhaltigen Effekt empfinde. Wir lösen in unserer Gesellschaft nicht das Integrationsproblem, indem wir den Mohr im Hemd, die Zigeunerräder et cetera auf gesellschaftlich akzeptable Begriffe umstellen. Greenwashing ist auch so ein Verhalten. All diese Konzepte stellen nicht den Konsumenten und seine Bedürfnisse ins Zentrum, sondern Unternehmen kommunizieren weiterhin distant und können damit allein ihre Vertrauensposition nicht verstärken.

Das Interview in voller Länge gibt's zum Nachlesen im E-Paper.
September 2020

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