Spar: Duje Certa: Ein Spar-Kaufmann für Wien
 
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Duje Certa: Ein Spar-Kaufmann für Wien

Am Land sind sie nicht wegzudenken, in der Bundeshauptstadt rar – die Kaufleute. Mit Duje Certa will nun aber ein neuer Spar-Kaufmann zum relevantesten Nahversorger in seinem Grätzl in Favoriten avancieren.

Spar-Kaufmann Duje Certa
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Spar-Kaufmann Duje Certa
CASH: Herr Certa, wie fühlt es sich an, der einzige Spar-Kaufmann in Wien zu sein?
Duje Certa: Es ist ein schönes Gefühl, selbstständig arbeiten zu können und dabei ein starkes Unternehmen wie die Spar als Unterstützer im Rücken zu wissen. Ich freue mich sehr, dass ich der seit Langem erste Spar-Kaufmann in Wien bin.

Warum haben Sie sich dafür entschieden und wieso gehen Sie diesen Weg mit der Spar?
Ich habe mir immer schon gewünscht, einen eigenen Laden oder Gastronomiebetrieb zu betreiben. Mit der Spar verbinden mich zwanzig Dienstjahre und deshalb kam auch nur sie dafür infrage. Ich habe meine Lehre hier gemacht und war danach Marktleiter und dann neun Jahre lang Gebietsleiter. Dementsprechend gut kenne ich das Unternehmen und die Prozesse dahinter. Und was für mich besonders ausschlaggebend war ist, zu wissen, welche Unterstützung es hier für die Kaufleute gibt und welchen Stellenwert sie haben. Darum hätte ich diesen Weg mit keinem anderen Händler gewählt.

Und dann sind Sie eines Tages zu Ihren Vorgesetzen gegangen und haben gesagt, ich will Kaufmann werden, oder wie war das?
So ungefähr. Ich habe dann einige Standorte genannt, die mich interessieren würden. Die Spar hat überprüft, in welchem man gut wirtschaften kann und wo ein Kaufmann noch etwas bewegen könnte. Das ist auch die Sicherheit, die ich vorhin meinte. Man bekommt nicht irgendeinen Markt, sondern einen Standort, in dem es wirklich Potenzial gibt. So fiel die Wahl auf diesen hier in der Laaer-Berg-Straße.

Dieser Standort hat ein bisschen Grätzl-Feeling. War das eine Voraussetzung für einen Kaufmannstandort und was wollen und können Sie hier bewegen?
Der Standort ist gut – er verbindet Stadt und Land. Man ist irgendwie mitten in der Stadt und doch in einer ländlicheren Gegend. Im Sommer gibt es aufgrund der Gartenhäuser aus der Umgebung zusätzlichen Umsatz. Hier leben vorwiegend Familien und wir haben einen Stammkundenanteil von 80 Prozent. Mein Ziel ist es für diese Menschen zum wichtigsten Nahversorger zu werden, weil ich auf ihre Wünsche eingehe, indem ich zum Beispiel das Sortiment anpasse.

Es gibt ja gute Gründe, wieso es in Wien keine Kaufleute gibt. Einer davon ist die große Dichte an Handelsketten. Wie können Sie sich hier behaupten?
Indem ich die Entscheidungsfreiheit, die ich als Kaufmann habe, so gut wie möglich nütze. Meine Kunden müssen nicht woanders hingehen. Sie bekommen hier alles, was sie brauchen.

Was ist das zum Beispiel?
Wir bieten unseren Kunden viele Zuckerl, durch die wir uns von der Konkurrenz in der Umgebung abheben. Dazu gehört beispielsweise, dass wir auf Kundenwunsch Torten herstellen. Dafür haben wir den Vorbereitungsraum adaptiert und eine eigene Fachkraft, eine gelernte Tortenbäckerin, eingestellt. Darüber hinaus bieten wir einen kostenlosen Zustelldienst für unsere älteren Kunden aus der Nachbarschaft und bringen ihre Einkäufe, die sie bei uns getätigt haben, nach Hause, damit sie diese nicht schleppen müssen. Dieser Service wird im Laufe des Jahres auch für die Besitzer der Gartenhäuser interessant werden. Sie können dann literweise Mineralwasser und andere Getränke bestellen und wir werden sie ausliefern. Im Winter haben wir einigen Anrainern Briketts fürs Heizen geliefert. Wir bieten zudem einen DPD- und GLS-Pick-up-Service für Pakete an und verfügen über einen Bankomaten im Shop. Sie sehen, es sind viele kleine Dienstleistungen, die es anderswo in dieser Form nicht gibt.

Wenn Sie nun nach rund einem halben Jahr als Kaufmann Bilanz ziehen, würden Sie sagen, dass Ihre bisherigen Eindrücke der anfänglichen Erwartungshaltung gerecht geworden sind?
Meine Erwartungen wurden bisher erfüllt. Die Umsätze steigen und das Feedback der Kunden ist sehr positiv, wenn auch die meisten nicht wissen, dass diesen Spar jetzt ein Kaufmann betreibt, da das ja nirgendwo steht. Aber wir kriegen positive Rückmeldungen, etwa dass immer eine zweite Kassa besetzt ist oder dass man an der Feinkost nicht lange warten muss und dass die Mitarbeiter freundlich sind.

Möchten Sie nicht, dass die Kunden wissen, dass Sie ein Kaufmann sind?
Nein, so ist es nicht. Ich glaube nur, es bringt mir nichts, mich hier aus der Organisation als Einziger in Wien hervorzuheben. In der Stadt ist es anders als am Land, wo man den Kaufmann beim Namen kennt – da bringt es mehr, seinen Namen auch zu transportieren. Ich bin lieber ein anonymer, aber relevanter Nahversorger.

Sind Sie aufgrund Ihrer Erfahrungswerte als Gebietsleiter im Vorteil gegenüber jemandem, der nur die Filialseite kennt?
Mein Vorteil ist das Hintergrundwissen, wie bestimmte Prozesse ablaufen. Kaufleute, die wie ich früher Marktleiter waren, haben aber den größeren Vorteil, da sie das Tagesgeschäft besser kennen und viel schneller sind. Das habe ich mir erst wieder anlernen müssen, nachdem sich seither systemtechnisch vieles verändert hat.

Tauschen Sie sich mit anderen Spar-Kaufleuten aus und sind Sie bereits bei den Tagungen dabei?
Ja, ich stehe in telefonischem Kontakt mit anderen Kaufleuten. Wir tauschen uns zum Beispiel beim Veredeln von Fleisch in Bedienung aus. Ich hole mir dann Tipps, welche Zusatzsortimente ich anbieten könnte, wie letztens Leberknödel. Ende letzten Jahres war ich erstmals bei einer Tagung bzw. einer Reise nach Dublin dabei. Dort haben wir uns Händler und deren Konzepte angesehen. Das finde ich im Übrigen auch ganz wichtig und toll, dass das bei der Spar möglich ist.

Als Kaufmann sind Sie nun auch im Rennen für die begehrte Goldene Tanne. Würden Sie sich über diese Spar-Auszeichnung freuen?
Ich würde mich, wie auch jeder andere Kaufmann, natürlich sehr darüber freuen.

Was sind Ihre Ziele als Kaufmann, planen Sie zum Beispiel weitere Standorte?
Ich möchte mir vorerst ansehen, wie sich dieser Standort entwickelt. Mein Plan ist es, diesen hier bestmöglich zu betreiben, nachhaltig zu wachsen und den Umsatz weiter zu steigern. Wenn das gut läuft, bin ich sehr offen für weitere Filialen.

Ihr Markt wird gegen Jahresende modernisiert. Welche Umbauarbeiten planen Sie?
Die Optik des Marktes spielt auch für uns Kaufleute eine wichtige Rolle auf dem Weg zum Nummer-1-Nahversorger. Wir werden daher ein Refurbishment auf das neueste Supermarktmodel der Spar machen. Dabei wird vor allem die Beleuchtung auf LEDs getauscht – im Markt und in unserer Parkgarage. Dadurch wird der gesamte Raum freundlicher und heller. Der Fokus liegt außerdem auf der Vergrößerung des Frischebereichs, es wird eine neue O&G-Liege angeschafft und zudem wird die komplette Kühlung ausgetauscht. Auch unser Wein-Bereich wird optisch aufgewertet und das gesamte Sortiment überarbeitet.

Herr Certa, viel Erfolg und danke für das Gespräch!
Spar Supermarkt Duje Certa
Mitarbeiter: 15
Sortiment: knapp 10.000 Artikel
Verkaufsfläche: 690 m2
Lagergröße: 120 m2
Adresse: Laaer-Berg-Str. 67–69, 1100 Wien
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