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Wolfgang Bader: Das Buch ist einer der Coronagewinner

novum Verlag/Sophisticated Pictures

Viele Branchen ritt das Covid-19-Virus direkt in die Bredouille. Definitiv profitieren hingegen konnte der Buchhandel und die Verlage. Denn einerseits trieb der gewonnene Zeitfaktor die Menschen zum Lesen und andererseits zum Schreiben. CASH sprach darüber mit dem Chef des novum Verlags, Wolfgang Bader.

CASH: Herr Bader, das leidige Thema Corona ist ja auch am Verlagswesen nicht spurlos vorüber gegangen. Wie sehr hat sich die aktuelle Pandemie auf Ihren Verlag ausgewirkt? Liegen hier Kennzahlen vor?
Wolfgang Bader: Die aktuellen Zahlen zur Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft lassen nur vage Prognosen zu. Es zeigt sich aber schon jetzt, dass nicht alle Unternehmen durch Corona wirtschaftlich geschwächt wurden. Einige konnten von der Krise sogar profitieren. Wir als Dienstleistungsverlag zählen zu den Gewinnern der Krise. Die Ausgangsbeschränkungen der letzten Monate haben die Ressourcen der Menschen in vielen Bereichen beschnitten. Eine Ressource konnte jedoch zulegen: Zeit. Das hat sich positiv auf unsere Vertragsabschlüsse ausgewirkt. Viele Menschen waren im Lockdown sehr produktiv und haben unter anderem Bücher geschrieben. In dieser Zeit haben wir ein gesteigertes Interesse an unserem Angebot wahrgenommen. Insgesamt ist die Zahl an Manuskripteinreichungen in den letzten Monaten um zirka 10 bis 20 Prozent gestiegen. Das wird sich in nächster Zeit auch an unserem erweiterten Buchprogramm zeigen.

Hat der Onlinehandel beziehungsweise das E-Book-Geschäft vom Lockdown und der Zeit danach profitieren können? Wenn ja, wie hat sich das ausgewirkt?
Das Onlinegeschäft hat in den letzten Monaten definitiv zugenommen. Wir konnten sowohl bei externen Anbietern, wie etwa Amazon, als auch bei den Direktbestellungen auf unserer Website, ein signifikantes Wachstum zwischen zehn und 20 Prozent verzeichnen. Das E-Book Geschäft war, was die Gesamtumsätze am Buchmarkt betrifft, schon vor der Krise marginal. Zwar hat es in den letzten Jahren immer wieder an Marktanteilen zugelegt, dennoch geben Leser nach wie vor dem gedruckten Buch den Vorzug. Auch wir konnten keine Veränderungen im E-Book-Geschäft beobachten. Insgesamt bewegt sich der E-Book-Markt immer noch auf Vorkrisenniveau.

Wie geht es den Verlagen im Allgemeinen und Ihrem im Besonderen?
Der Buchverkauf im deutschen Sprachraum musste im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus hinnehmen. Der Onlinehandel konnte den Markt zwar stabilisieren, die Auswirkungen der Umsatzeinbußen auf die Verlagswelt bleiben aber abzuwarten. Wir konnten mit unserem Angebot weiter wachsen. Unser Verlagsmodell hat sich auch in der Krise bewährt und ist in dieser Hinsicht wegweisend. Gerade in Krisenzeiten verspüren Menschen den Wunsch, sich in einem Buch auszudrücken – wir begegnen diesem Bedarf je nach Autor mit einem individuellen Angebot.

Das Interview in voller Länge finden Sie im CASH E-Paper
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