Jakob Leitner: Jakob Leitner: Wachstumsmotor ...
 
Jakob Leitner

Jakob Leitner: Wachstumsmotor Eurospar

Jakob Leitner, Geschäftsführer der Spar-Zentrale Marchtrenk, spricht im CASH-Interview über die Expansion des Eurospar-Konzepts, einen neuen Spar-Standort an der Johannes Kepler Universität in Linz und offene Lehrstellen.

Galerie: Jakob Leitner im CASH-Interview: Wachstumsmotor Eurospar

CASH: Die Spar-Organisation vermeldete für das Jahr 2018 ein Wachstum von 4,0 Prozent in Gesamtösterreich. Wie lief es in dem von Marchtrenk aus belieferten Gebiet?
Jakob Leitner:
2018 war für uns ein ausgesprochen gutes Jahr mit einem Wachstum deutlich über dem Durchschnitt des österreichischen Lebensmittelhandels. Aber bitte um Verständnis, dass wir keine konkreten Zahlen bekanntgeben.

Erfolgte das Wachstum vor allem durch Flächenexpansionen oder eher organisch?
2018 sind unsere Verkaufsflächen nicht sonderlich gewachsen. Vielmehr haben wir etliche qualitätssteigernde Maßnahmen gesetzt, die sich positiv bemerkbar machen. Dazu zählen etwa das Ladenbaukonzept 2.0 mit den Frischeabteilungen im Eingangsbereich, ein weiter verbessertes Sortiment sowie ein toller Marketing-Mix. Ein besonderer Schlüsselfaktor sind schließlich unsere Mitarbeiter, die im Vorjahr wieder sehr gute Arbeit geleistet haben.

Sie sagten, die Verkaufsflächen sind nicht sonderlich gewachsen. Wo genau expandierte man im Vorjahr?
Aus einigen Spar Supermärkten haben wir Eurospars gemacht, z.B. in Weißkirchen im Bezirk Wels-Land, wo wir uns einen Standort an einem Kreisverkehr sichern konnten. In Leonding-Buchberg haben wir durch einen Grundstückserwerb ebenfalls einen Spar -Supermarkt zu einem Eurospar erweitert. In Stadt Haag im niederösterreichischen Mostviertel wurden zwei Spar-Supermärkte zu einem Eurospar zusammengelegt, der von der Familie Ringseis betrieben wird. Und dann haben wir ebenfalls in Niederösterreich in St. Valentin in der Werkstraße im Dezember 2018 an einem bestehenden Standort einen neu gebauten Eurospar eröffnet.

Welche Expansionspläne verfolgt die Spar-Zentrale Marchtrenk im heurigen Jahr?
Sollten wir alle Genehmigungen erhalten, planen wir 2019 wieder aus vier Spar-Supermärkten Eurospars zu machen. Ganz neu werden wir Anfang Juni am Campus der Johannes Kepler Universität in Linz einen 300 Quadratmeter großen Spar-Supermarkt eröffnen. Vergleichbar mit dem Spar-Standort an der Wirtschaftsuniversität in Wien wird es auch hier ein auf das Zielpublikum zugeschnittenes Sortiment geben inklusive Jausen-App und elektronischen Regaletiketten.

In Oberösterreich ist Interspar noch nicht im Onlinehandel mit Lebensmitteln tätig, wie schauen hier die Pläne aus?
Konkrete Pläne gibt es nicht, wenngleich man den Markt immer genau beobachtet. Es fällt jedoch auch auf, dass sich der Markt vielfach nicht so dynamisch entwickelt wie prognostiziert. Der Onlinehandel greift nämlich am besten dort, wo der Kundennutzen am größten ist und man sich z.B. eine lange Anreise erspart. In Österreich gibt es jedoch ein gutes Nahversorgungsnetz, sodass quasi die Vielzahl der Menschen innerhalb einer Wegstrecke von zehn Minuten ihre Lebensmitteleinkäufe erledigen kann.

Apropos Zustellung und Logistik: Vor kurzem wurden ja das Spar-Lager in Marchtrenk und das Zentrallager in Wels um 42 Mio. Euro ausgebaut. Gibt es neue Pläne für diese beiden Läger?
In Marchtrenk wurden gerade neue Sozialräume für den Tann Produktionsbetrieb geschaffen, doch für das Lager selbst ist nichts Neues geplant. Das Zentrallager in Wels hat man hier schon eher im Blick, wo es darum geht, bei dem wachsenden Warenfluss nachzuziehen.

Ich würde jetzt gerne ganz generell auf den Lebensmittelhandel in Oberösterreich zu sprechen kommen. Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an ihm?
Ich glaube, wir können uns glücklich schätzen über diese Vielfalt an regionalen Produzenten. Oberösterreich hat z.B. die meisten Brauereien Österreichs, eine sehr hohe Dichte an fleischverarbeitenden Betrieben und eine Vielzahl an Gemüseproduzenten im Eferdinger Becken. Die Initiative Genussland Oberösterreich spannt über all dem einen Bogen und spielt eine starke Rolle bei uns.

In Österreich ist ja die Raumordnung Bundesländersache – wie wird Ihrer Meinung nach dieses Thema in Oberösterreich gehandhabt?
Die Raumordnungspolitik geht in Oberösterreich meiner Meinung nach einen sehr vorausschauenden Weg, weil sie die Errichtung von neuen Geschäftsflächen bis 1.500 Quadratmetern ermöglicht, wenn sich die jeweiligen Gemeinden dafür aussprechen. Damit sind wir beispielsweise in der Lage, die vorhin erwähnten Ausbauprojekte von Spar-Supermärkten zu Eurospars zu realisieren.

Oberösterreich hat traditionell eine der geringsten Arbeitslosenquoten in Österreich. Wie gestaltet sich da für Spar die Suche nach geeigneten Mitarbeitern?
Durch die Vielzahl an starken Unternehmen in Oberösterreich gewinnt der herausfordernde Kampf um Talente immer mehr an Bedeutung. Dabei hängt viel vom Image des Arbeitgebers ab, und ich glaube, dass Spar ein sehr gutes Image hat. Wir tun auch sehr viel im Bereich Employer Branding, analysieren Fluktuationen sehr genau und haben eine spezielle Trennungskultur etabliert, wenn Arbeitsverhältnisse einmal enden.

Konnte man denn im Vorjahr alle offenen Lehrstellen besetzen?
Leider nein, wir hätten gerne rund ein Drittel mehr Lehrlinge aufgenommen, um alle 140 offenen Stellen zu besetzen. Wer sich jedoch für eine Lehre bei Spar entschieden hat, den erwartet eine top Ausbildung. Das zeigt sich etwa daran, dass unter den oberösterreichischen Handelslehrlingen, die ihre Ausbildung mit Auszeichnung absolvieren, die mit Abstand meisten von der Spar kommen. Weiters bieten wir einen sicheren Arbeitsplatz und jede Menge Aufstiegsmöglichkeiten.

Herr Leitner, vielen Dank für das Gespräch.
Spar-Zentrale Marchtrenk
Betreutes Gebiet: das gesamte Bundesland Oberösterreich inkl. westliches Mostviertel bis zum Ybbs Fluss sowie zwei Standorte im Bundesland Salzburg
Anzahl der Standorte: 7 Interspar, 5 Maxi Markt, 61 Eurospar, 197 Spar, 19 Spar-express-Tankstellenshops; davon 154 Standorte von selbstständigen Kaufleuten geführt
Mitarbeiter gesamt: 9.232, davon 433 Lehrlinge
Spar-Lager Marchtrenk
Grundstücksfläche: 126.700 m2
Verbaute Fläche: 49.617 m2 (davon 11.614 m2 ­Frischelager und 15.542 m2 Trockensortiment)
Palettenstellplätze: 19.233 (Trockensortiment)
Warenausgangstore: 69
Ausgelieferte Rollcontainer pro Jahr: 1.851.595 (2018)
Zurückgelegte Lkw-Kilometer pro Jahr im Zuge der Standortbelieferung: 3.621.626 (2018)

stats