Lekkerland Österreich: Emmanuel Fink: Jetzt b...
 
Lekkerland Österreich

Emmanuel Fink: Jetzt bestimmen wir die Richtung

Marc Antonio Manguerra
Emmanuel Fink: "Ich bin zuversichtlich, weil die Menschen einen Nachholbedarf haben."
Emmanuel Fink: "Ich bin zuversichtlich, weil die Menschen einen Nachholbedarf haben."

Schritt für Schritt wird der Convenience-Lieferant Lekkerland Österreich unabhängig vom ehemaligen Mutterkonzern, der mittlerweile zur Rewe Group gehört. Geschäftsführer Emmanuel Fink gibt im CASH-Interview einen Überblick zu den Herausforderungen und Vorteilen, die sich durch die geschäftliche Freiheit ergeben.

CASH: Herr Fink, das vergangene Jahr war für viele Händler schwierig, Lekkerland war da keine Ausnahme. Wie ist 2020 für das Unternehmen verlaufen?
Emmanuel Fink: An sich ist 2020 gut gestartet, die ersten beiden Monate sind solide verlaufen – dann kam Corona und der erste Lockdown. Das von uns betreute Tankstellengeschäft durfte zwar als Grundversorger offenbleiben, doch war die Mobilität der Leute massiv eingeschränkt, weshalb es entsprechend wenige Kunden gab. Mit den ersten Lockerungen kam auch die Mobilität zurück und die Leute hatten einen Nachholbedarf. Im Sommer waren wir deshalb knapp an den Geschäftszahlen von 2019, obwohl viel vom Reiseverkehr fehlte. Das hat man besonders bei den Tankstellenshops nahe Autobahnen gemerkt. Mit dem zweiten Lockdown sind die Umsätze wieder zurückgegangen, aber nicht so stark wie beim ersten Mal. Diesen Effekt haben wir bis Februar 2021 bemerkt, die Öffnungen im Dezember und Anfang des Jahres haben daran nichts geändert.

Das Resultat dieser Einschränkungen war ein Umsatzrückgang von rund 17 Prozent – trotzdem sind Sie zuversichtlich, was das kommende Jahr angeht. Was haben Sie geplant?
Die Zuversicht habe ich, weil es eben diesen Nachholbedarf der Menschen gibt. Wenn der Tourismus wieder anläuft, wird das Geschäft mitziehen. Und optimistisch bin ich wegen der Abkoppelung von Lekkerland Deutschland, wodurch wir autonomer und flexibler sind. Jetzt bestimmen wir die Richtung. Dafür braucht es aber eine Strategie, die wir gerade mit einer Beratungsfirma erarbeiten. Wir müssen uns mit anderen Themen beschäftigen und uns in neuen Segmenten als Versorger etablieren. Was ich jetzt schon verraten kann, ist, dass wir nicht in die Groß-Gastronomie einsteigen und dass wir uns nicht vom Lebensmittelhandel verabschieden. Genaueres kann ich aber erst im Herbst sagen.

Ist Lekkerland Österreich denn schon ganz unabhängig vom ehemaligen Mutterkonzern?
Fast. Wir haben bereits viele Bereiche nach Österreich geholt, etwa das Personalwesen, die Finanzbuchhaltung, die Warendisposition und das Stammdatenmanagement. Die Warenwirtschaft ist noch an Deutschland gekoppelt, aber wir arbeiten daran, mit Anfang 2022 komplett unabhängig zu sein. Durch die Umstellung der IT können wir unseren Kunden auch Neues bieten, so werden wir im Laufe des Jahres einen neuen Webshop starten. Zudem digitalisieren wir einige interne Prozesse.

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