Fritz Seher/Interspar: Macht Freude und gibt ...
 
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Interspar-Geschäftsführer Fritz Seher im CASH-Interview über Gesetzesignoranten in den Einkaufszentren, über die Pläne und Ziele in den kommenden Monaten sowie über sein persönliches Wohlbefinden im Job.

CASH: Herr Seher, die Einkaufscenter-Gastronomie beklagt massive Umsatzeinbrüche auf Grund des neuen Tabakgesetzes. Sehen Sie diese Entwicklung auch in den Interspar Selbstbedienungsrestaurants und kommt der Qualitätsschub, den Sie mit dem neuen Interspar Gastro-College anpeilen, möglicherweise zu spät, weil sich Gastronomiebetriebe in Einkaufszentren künftig einfach nicht mehr rechnen?



Fritz Seher: Das Gastro-College war schon lange vor dem Gesetz in Planung und dient der systemgastronomischen Weiterentwicklung. Für einen richtigen Schritt wie diesen ist es nie zu spät. Bedauerlicherweise haben aber nicht alle Gastronomiebetriebe in allen Einkaufszentren das Gesetz ernst genommen bzw. lassen noch immer munter weiterrauchen. Für diejenigen, die sich gesetzeskonform verhalten, ergibt sich dadurch ein gravierender wirtschaftlicher Nachteil.

Bezahlt Interspar für sein gesetzekonformes Vorgehen mit Umsatzeinbußen?



Wir haben in den Interspar SB-Restaurants Raucher-Lounges geschaffen und wir machen starke Aktionen, wie zum Beispiel Schnitzelwochen. Umsatzprobleme gibt es daher in den Interspar-Restaurants nicht.

Anlässlich der Spatenstichfeier für den neuen Interspar Markt in Hollabrunn haben Sie die Zahl der Standorte, die Sie jährlich erneuern wollen, mit fünf bis sieben beziffert. Zusammen mit Hollabrunn waren es im vergangenen Jahr letztendlich vier Eröffnungen. Würden Sie trotzdem sagen, dass Interspar in Sachen Modernisierung im Plan liegt?



Wir liegen nur leicht unter Plan. Aber die Pipeline ist bestens gefüllt. Aufgrund langer Vorlaufzeiten machen wir die wirklich großen Sprünge erst ab 2010.

Und was sind Ihre diesbezüglichen Pläne und Ziele in diesem Jahr?



Für heuer stehen die Totalrefurbishments der Standorte Wien-Trillerpark, Feldkirch-Illpark und Salzburg-Europark sowie die Spatenstiche in Klagenfurt und Villach auf der Agenda. Darüber hinaus wird Klosterneuburg im Rohbau fertiggestellt und im September erfolgt die Gesamteröffnung Hollabrunn.

Im Interview vor knapp einem Jahr haben Sie als eines Ihrer weiteren Ziele auch die Hebung des Durchschnittsverkaufs deklariert. Bewegt sich Interspar diesbezüglich in die richtige Richtung?



Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage mit dem starken Trend zu Eigen- und Exklusivmarken haben wir hier unsere ehrgeizigen Ziele nicht ganz erreicht. Sehr zufrieden sind wir aber mit der Kundenentwicklung.

Inwiefern?



Gegenüber dem Vorjahr stellen wir eine erfreulich wachsende Kundenanzahl fest.

Woran der Alles-Da-Werbespot wohl nicht ganz unbeteiligt ist. Wird uns der auch durch dieses Jahr begleiten?



Ja, der wirksame Ohrwurm mit dem „Da Da Da"-Slogan bleibt uns erhalten, wir haben aber beim TV-Spot was vor – hier wird es eine Überraschung geben.

Die Sie uns jetzt bestimmt noch nicht verraten. Vielleicht verraten Sie uns dafür aber etwas anderes: Im Spar Jahresbericht 2008 heißt es wortwörtlich: Interspar ist der Spannungstreiber und Kreativitätshebel im österreichischen Handel. Wie genau ist diese Aussage zu verstehen und woher nehmen Sie die Gewissheit, dass es tatsächlich so ist?



Wir sind Vorreiter des Marktplatzkonzepts und der emotionalen Warenwelten, die wir ständig weiter entwickeln. Auch heuer werden wir wieder mit spannenden Neuheiten aufwarten. Im Hypermarktbereich sind wir hoch innovativ bei Kundenleitsystemen, Kundenlaufstudien und der Suchlogik der Kunden.

Darüber hinaus ist Interspar nicht nur der größte Spielwarenhändler, sondern auch der größte Bäcker in Österreich. Abgesehen davon, gibt es eigentlich noch weitere Warenbereiche, in denen Sie diese Führungsposition für sich reklamieren?



Wir sind zum Beispiel auch der größte Fischhändler. Ein nicht unerhebliches Asset, gerade in Zeiten des Frischebooms.

Sie sind jetzt seit gut einem Jahr Geschäftsführer? Was würden Sie sagen ist der größte Unterschied zwischen einer Führungsposition im Handel und einer solchen in der Industrie?



Das sind zwei unvergleichbare Welten – beide unglaublich spannend und erfüllend.

Dann ist Ihr persönlicher Wohlfühlfaktor im Moment bestimmt auch ein recht hoher?



Auf einer Skala von 1 bis 10 sehe ich meinen Wohlfühlfaktor etwa bei 8. Das Delta von 2 Punkten ist lediglich in meiner Ungeduld begründet, die Dinge immer noch ein wenig schneller bewegen zu wollen. Der Spar-Konzern ist jedenfalls ein sehr wertschätzender Arbeitgeber. Meine Arbeit macht Freude und gibt Sinn.

Herr Seher, vielen Dank für das Gespräch!



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