Interspar: Markus Kaser im CASH-Interview: Wi...
 
Interspar

Markus Kaser im CASH-Interview: Wissenstransfer

Johannes Brunnbauer
Markus Kaser, Interspar-Geschäftsführer© Johannes Brunnbauer
Markus Kaser, Interspar-Geschäftsführer© Johannes Brunnbauer

Vom Werbe- zum Sortimentsmanager, vom Vertriebsmitarbeiter zum Geschäftsleiter: Fast alles ist möglich, umreißt Geschäftsführer Mag. Markus Kaser die im Konzern geförderte Wechselfreudigkeit der Mitarbeiter. Das könne sogar Innovationskräfte entfalten.

CASH: Herr Kaser, alle jammern über den Fachkräftemangel und wie schwierig es ist, gute Mitarbeiter zu finden. Sie auch?
Markus Kaser: Die Situation ist sehr schwierig. Ich behaupte, die knappste Ressource sind gute Leute. Der Fachkräftemangel ist im Moment in Österreich und über die Grenzen hinausdas Thema. Es liegt sicherlich daran, dass wir uns in einem Konjunkturhoch befinden und wir mit allen Unternehmen, also schon längst nicht mehr nur mit anderen Lebensmittelhändlern, im Wettbewerb stehen.
Vielleicht zahlen die anderen besser?
Die Entlohnung ist wichtig, wir entlohnen auch leistungsgerecht, aber wir verlieren die Leute nicht deswegen …
… sind es die Arbeitszeiten?
Für Einzelne vielleicht. Ich denke aber, dass das Problem für uns auch daran liegt, dass viele Beschäftigten – auch bedingt durch die gute Konjunktur – in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wohnort Jobs angeboten bekommen. Die Konkurrenz unter den Unternehmen ist einfach viel größer. Aber, um beim ­Mitarbeiter zu bleiben: Wenn er oder sie sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, dann wird er oder sie auch bleiben.
Welchen Hebel können Sie für mehr Wohlfühlgefühl ansetzen?
Es muss jedem Vorgesetzten noch viel klarer werden, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Wertschätzung brauchen und die Begegnung immer auf Augenhöhe stattfinden muss.
Das betrifft den internen Bereich. Aber was müssen Sie auf Grund der Lage tun, damit Sie extern etwas bewegen können?
Wir reden nun verstärkt darüber, dass wir der attraktivste Arbeitgeber im Handel sind. Dabei müssen wir besser kommunizieren, was Interspar alles bietet, von den vielfältigen Möglichkeiten der Karriere bis hin zu den vielen Sozialleistungen, die es bei uns gibt. Als einer der E-Commerce-Vorreiter bieten wir beispielsweise gerade auch in diesem Bereich höchst interessante Betätigungsfelder. Die Karrieremöglichkeiten sind bei uns flankiert von unzähligen Ausbildungsmodulen. Wir arbeiten schon lange nicht mehr mit dem Gießkannenprinzip. Bei Führungskräften setzen wir beispielsweise auf individuelle Schulungs- und Entwicklungsmaßnahmen, das können auch Einzelcoachings sein. Wir legen großen Wert auf Durchlässigkeit, also darauf, dass die Mitarbeiter auch von bestimmten Bereichen in andere wechseln.
Was bringt das dem Unternehmen?
Damit erreichen wir, dass ein Mitarbeiter, der wechselt, sein Wissen mitbringt, und so auch den Anstoß für Innovationen geben kann. Das ist auch schon sehr oft passiert. Ein Trainee hat den Interspar-Foodtruck maßgeblich mitentwickelt, das ist ein Beispiel. Was man bei uns in den Geschäften sieht, ist selten das Ergebnis eines Einzelkämpfers, sondern immer eine Teamleistung.
Warum kommen Sie erst jetzt zum Schluss, dass Sie mehr darüber reden müssen, dass Interspar der attraktivste Arbeitgeber ist?
Weil es bisher aufgrund des Arbeitsmarktes nicht notwendig war und die Mund-Propaganda ausgereicht hat.
Welche Leute suchen Sie gerade jetzt am meisten?
Grundsätzlich suchen wir immer gute Leute. Ein besonderes Augenmerk legen wir derzeit auf die Geschäftsleiter für unsere Interspar-Hypermärkte. So ein Interspar ist wie ein großer Betrieb zu führen, hat rund 200 Mitarbeiter, macht so viel Umsatz wie ein mittelständischer Betrieb. Das bringt auch eine große Verantwortung mit sich. Wir suchen auch intensiv Geschäftsleiter-Stellvertreter und Bereichsleiter, zum Beispiel im Lebensmittelbereich. Die führen dann zirka dreißig Leute.
Sie sind ja auch der zweitgrößte Systemgastronomieanbieter in Österreich. Welche Leute suchen Sie da?
Wir suchen insbesondere Restaurantleiter und Stellvertreter. Für diesen wichtigen Bereich haben wir im Vorjahr das Gas­tro-College gegründet und bilden dort sogenannte Gastro-Meister aus. Hierbei handelt es sich um eine hochkarätige Ausbildung, in der von der Kalkulation über BWL usw. alles gelehrt wird. Zudem bieten wir im Gastro-College auch Aus- und Weiterbildungskurse für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Märkten an, wie beispielsweise für den Feinkostbereich.
Sie tun viel für die Aus- und Weiterbildung. Wie beurteilen Sie dann das österreichische Bildungssystem?
Ich finde es nicht schlecht. Was man aber tun sollte ist, mehr individuelle Talente zuzulassen. Das Basiswissen muss jeder intus haben. Aber dann sollte es mehr gezielte Förderungen für Talente geben.
Wie fördert Interspar diese?
Wir haben da viele Möglichkeiten, aber lassen Sie mich das Beispiel der Trainees bringen. Gemeinsam mit Spar bietet Interspar ein 1,5-jähriges Traineeprogramm für Studienabsolventen an. Unter anderem durchlaufen die Trainees dabei alle Abteilungen, um herauszufinden, wo sie ihr Potenzial und ihr Talent am besten entfalten können.
Gilt das auch für die Lehrlinge?
Wir haben in Summe acht Lehrberufe, drei davon im Einzelhandel, zwei in der Gastronomie, zwei in der Bäckerei und den neuen Lehrberuf E-Commerce-Kauffrau/-mann. Wir legen großen Wert auf eine gute und praxisorientierte Ausbildung, denn unsere Lehrlinge sollen unsere zukünftigen Führungskräfte und Fachexperten sein. Für unsere Lehrlinge gibt es nach Abschluss der Lehre dann das Talenteprogramm, mit einem konkreten Karriereplan sowie weiterführende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.
Prinzipiell gefragt: Soll jede Arbeit auch sinnstiftend sein?
Davon bin ich überzeugt. Man lebt ja nur einmal und man muss auch wissen, wofür man in der Arbeit da ist und diese Tätigkeit auch gerne ausüben.
Machen Sie Ihren Job immer gerne?
Ja. Ich kann mir keinen anderen vorstellen. Es gibt stressige Zeiten, aber das ist kein Problem, weil ich meinen Job sehr gerne mache.
Herr Kaser, vielen Dank für unser Gespräch!

Karriere bei Interspar
Interspar ist Arbeitgeber für Anpacker, Trendsetter und Kreative, für Jung und Alt, für Frauen wie für Männer. Als vielseitiges, dynamisches und innovatives Unternehmen ist man stets auf der Suche nach motivierten Menschen.In den Branchen Handel, Gastronomie und Bäckerei gibt es ein breites Spektrum an Arbeitsplätzen.Für die persönliche Entwicklung stehen den Mitarbeitern individuelle Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Sie können sich daher so entwickeln, wie sie es möchten. Egal ob im Interspar-Restaurant, als Sortimentsmanager in der Zentrale, im Bereich E-Commerce oder als Mitarbeiter im Hypermarkt.

stats