MPreis: David & Peter Paul Mölk: Mut ist Fami...
 
Patrick Saringer
David (l., verantwortlich für Vertrieb, Produktion und Finanzen) und Peter Paul Mölk (Einkauf, Expansion, Projektentwicklung, Marketing und IT) übernahmen in vierter Generation die Geschäftsführung des Handelsunternehmens MPreis.
David (l., verantwortlich für Vertrieb, Produktion und Finanzen) und Peter Paul Mölk (Einkauf, Expansion, Projektentwicklung, Marketing und IT) übernahmen in vierter Generation die Geschäftsführung des Handelsunternehmens MPreis.

Die Tiroler Familienhandelskette MPreis beschreitet seit unglaublichen 101 Jahren erfolgreich ihren Weg. Expansion und Innovation gehen hier oft sehr leise über die Bühne. Unaufgeregt und bescheiden auch die beiden Geschäftsführer David und Peter Paul Mölk, die wir zu einem ihrer ganz seltenen Interviews gewinnen konnten.

Das Büro in der Zentrale im Tiroler Völs ist hell und modern eingerichtet, die beiden jungen Geschäftsführer haben an einem Tisch Platz genommen, und blicken erwartungsvoll in die Kamera. Sie geben nicht gerne Interviews, doch CASH war es schon lange ein persönliches Anliegen, die Tiroler Handelspioniere nach ihren Strategien, der Expansion und weiteren Schritten in der 2016 übernommenen Geschäftsführung zu befragen, für wen die besten Parkplätze vor den Filialen in Zukunft reserviert werden und welchen Faktoren sie gerne Regalmeter opfern.

CASH: Sie haben vergangenes Jahr Ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert, was ist von den Anfängen geblieben, als Therese Mölk in Innsbruck das erste Geschäft unter diesem Namen mit Schweinefett, Zucker, Mehl, Milch, Käse und Seife eröffnet hat?
Peter Paul Mölk: Wir sind unseren Wurzeln immer treu geblieben und setzen seit jeher besonders auf regionale Erzeugung und Spezialitäten aus dem Alpenraum. Wir sind nach wie vor nahe am Kunden. Begonnen auf der Kleinfläche als Greißler sind wir auch heute noch regionaler Nahversorger. Das Persönliche, als Ort der Begegnung, wo der soziale Austausch stattfinden kann, ist uns wichtig.
David Mölk: Das ist unsere DNA, man bekommt ja in einem Familienbetrieb auch viel über die Gene, die Erziehung, die Werte und die Prägung mit. Wir als vierte Generation legen einiges breiter an, forcieren die Diversifikation. Doch die alten Werte und die regionale Verankerung, die wir mitbekommen haben, bleiben bestehen. Es ging nicht immer nur um die regionale Versorgung, unsere Urgroßmutter war eine unglaublich
mutige Frau. Sie stellte damals schon viele Systemfragen und hat Grenzen durchbrochen und Hürden überwunden, wofür sie auch immer wieder auf Widerstand gestoßen ist. Es war damals noch schwieriger, heute dafür komplexer, einen Betrieb wie diesen zu führen. Doch einiges von dem Mut, es anders zu machen, haben wir in unseren Genen.

Als Ihre Urgroßmutter startete, waren auch eine Molkerei, eine Metzgerei und eine Bäckerei mit am Start. Warum ist beispielsweise die Molkerei im Gegensatz zu den anderen Betrieben nicht geblieben?
Peter Paul Mölk: Das Thema Molkerei ist derzeit kein Thema. Aber sag niemals nie! Wir beschäftigen wir uns gerade sehr intensiv mit Wertschöpfungsketten, und wie man entlang dieser das Angebot besser abdecken kann. Aber Innovation verträgt nur ein gewisses Maß an Parallel-Innovationen. Wir bewältigen da gerade große Brocken, jetzt müssen wir auch Zeiten der Ruhe zulassen.

Innovationen kommen oft aus jungen Unternehmen, nicht so oft aus traditionsreichen Familienbetrieben. Was macht Sie so innovationsfähig?
Peter Paul Mölk: Das ist schwer zu sagen, aber jedes der Familienmitglieder bringt seine eigenen Talente und Fähigkeiten mit. Und wir überprüfen ständig die User Experience, intern wie beim Mitbewerber. Wir sind alle sehr nahe am Tagesgeschäft, das ist einer unserer Vorteile in der Firmenstruktur.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Juli/August-Ausgabe von CASH, hier im E-Paper.

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