AußenwirtschaftsCenter Zagreb: Schlummerndes ...
 
AußenwirtschaftsCenter Zagreb

Schlummerndes Marktpotenzial in Kroatien

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Kroatien ist nicht erst durch die geplante Euro-Einführung 2023 ein spannender Markt für österreichische Unternehmen. Die österreichische Wirtschafts­delegierte der WKÖ Sonja Holocher-Ertl und ihr Team unterstützen Unternehmen von Zagreb aus in sämtlichen Marktfragen.

CASH: Frau Holocher-Ertl, als österreichische Wirtschaftsdelegierte sind Sie und Ihr Team die erste Anlaufstelle für österreichische Unternehmen, die in Kroatien Geschäfte machen. Bei welchen Themen waren die Unternehmen heuer am häufigsten auf die Unterstützung der WKÖ angewiesen?
Sonja Holocher-Ertl: Ein Nahmarkt wie Kroatien ist für Firmen aus den verschiedensten Bereichen attraktiv und daher haben wir bei den Anfragen österreichischer Firmen eine sehr breite Palette, sowohl was die Branchen als auch die Fragestellungen betrifft. Regelmäßig erreichen uns Fragen zur Entsendung von Mitarbeitern für Projekte oder Arbeiten in Kroatien, Firmengründung ist ein immer stark nachgefragtes Thema und auch hinsichtlich Immobilien gibt es einen sehr stetigen Fluss von Anfragen. Die Themen Energie, Bau und Infrastruktur und Dienstleistungsexporte wurden im letzten Jahr auch besonders häufig angefragt.

Wo liegen die größten Herausforderungen für österreichische Unternehmen im Hinblick auf die bevorstehende Euro-Einführung und die mittlerweile verpflichtende doppelte Preisauszeichnung?
Für Niederlassungen österreichischer Firmen in Kroatien ergibt sich aus der Euro-Einführung neben der doppelten Preisauszeichnung auch in anderen Bereichen ein hoher bürokratischer Aufwand, wie zum Beispiel bei der Umstellung der Lohnabrechnungen auf parallele Währungsangaben. Rechnungen müssen nun nämlich zusätzlich den Euro-Betrag enthalten. Österreichische Unternehmen, die Webshops mit Zielmarkt Kroatien betreiben, müssen ebenfalls die doppelte Preisauszeichnung umsetzen, was technisch nicht immer leicht zu realisieren ist.

In welchen Sektoren schlummern vergleichsweise große Potenziale für ausländische Firmen?
Chancen für österreichische Unternehmen bieten sich in praktisch allen Bereichen, insbesondere aber in den mit EU-Mitteln geförderten Schwerpunkt-Sektoren Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur. Der Tourismus mit seinen gut 20 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt bietet auch immer Chancen für Zulieferungen. Die schlecht entwickelte Landwirtschaft bildet einen Schwerpunkt, der durch die Coronakrise noch stärker in den Fokus gerückt wurde, da sich gezeigt hat, dass die Eigenversorgung mit Lebensmitteln in Kroatien unzureichend ist. Hier gibt es auch verstärkt Investitionen.

Das Interview in voller Länge finden Sie im E-Paper der CASH Oktober-Ausgabe 2022.

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