AMA Marketing: Peter Hamedinger: Ganz einfach...
 
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Peter Hamedinger: Ganz einfach spitze

Qualität, Spezialität, Convenience: Das muss einen Käse auszeichnen, damit sich der Hersteller den begehrten Käsekaiser bei der jährlichen Gala abholen kann. Dr. Peter Hamedinger, AMA-Marketingmanager Milch und Milchprodukte, attestiert der Branche, weltweit top zu sein.

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CASH: Herr Hamedinger, 214 Einreichungen in zehn Kategorien, und das beim bereits 22. Wettbewerb um den österreichischen Käsekaiser. Warum ist diese Trophäe auch heuer bei den Molkereien nach so vielen Jahren noch immer so beliebt?
Peter Hamedinger: Auszeichnungen helfen den Produzenten in der Vermarktung, weil sich sowohl die Entscheider des Handels als auch Konsumenten daran orientieren. Zusätzlich profitieren die Produzenten vom unmittelbaren Feedback der Juroren. Die Experten bewerten jede Einreichung auch beschreibend und liefern damit einen konkreten Beitrag zur Qualitätssteigerung und Weiterentwicklung.
Welche Relevanz hat aus Ihrer Sicht der Käsekaiser für den Lebensmittelhandel?
Mit dem Käsekaiser ausgezeichnete Produkte eignen sich besonders für den Verkauf in der Theke und die Beratung durch Thekenkräfte. Bei diesem unmittelbaren Dialog mit den Konsumenten lässt sich die prämierte Qualität gut kommunizieren. Beispielhaft für solche Aktivitäten sind unsere Händler im Partnerland Deutschland. Da gibt es unglaublich kreative und liebevolle Aktionen am POS. Sie zeigen die Gesichter und Geschichten hinter den Käsen und machen die Produkte so zu etwas Besonderem.
Wenn Sie sich die Mengen- und Wertentwicklung beim Absatz von österreichischem Käse anschauen, was fällt da besonders auf?
Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt kontinuierlich an, derzeit isst jeder Österreicher im Schnitt mehr als 22 Kilo Käse. Österreich ist eine „Schnittkäse-Nation“, unsere Produzenten erwerben zunehmend Kompetenz bei Weichkäse sowohl mit weißem Edelschimmel als auch mit Rotkultur. Diese Spezialitäten brauchen die internationale Konkurrenz nicht scheuen.
Es werden vom Handel ja stets Innovationen gefordert: Wo sehen Sie diese im Käsebereich eher: bei neuen Sorten, in der Eröffnung neuer Kategorien, im Einsatz neuer Technologien?
Wir haben jedes Jahr rund zwanzig Einreichungen in der Kategorie Innovationen. Das zeigt die Kreativität der Branche. Der Innovationscharakter bezieht sich auf viele verschiedene Dimensionen: auf besondere Reifungs- und Affineur-Kreationen, auf außergewöhnliche Geschmackskombinationen oder neue Technologien. Heuer punkteten Produkte, die dem Wunsch der Konsumenten nach Convenience entgegenkommen. Ein perfekt aufeinander abgestimmtes Dreier-Sortiment an unterschiedlichen Käsespezialitäten für den schnellen Käseteller zu Hause – das Höhlentrio der Tirol Milch. Auch der Back-Camembert der Geschwister Bantel entspricht diesem Trend. Neue Geschmackskombinationen erweitern das Sortiment, beispielsweise die Käsebällchen auf Marillenspiegel von den Käsemachern.
Die Händler posaunen ständig die Wichtigkeit der Regionalität hinaus, und das schon seit mehreren Jahren. Tut das allen Molkereien gut oder können speziell größere Betriebe davon nicht profitieren?
In Österreich sind knapp 500 Käse offiziell registriert, dazu kommen viele weitere Spezialitäten von bäuerlichen Direktvermarktern und Kleinstmolkereien. Gemeinsam mit den leistungsstarken Molkereien schaffen sie eine große Vielfalt und eine flächendeckende Versorgung auf höchstem Niveau. Die Konsumenten können aus der gesamten Breite an regionalen, saisonalen und vielfältigen Spezialitäten wählen. Und von der Lust aufs Ausprobieren neuer Käse profitieren alle gleichermaßen – kleine wie große Produzenten.
Auch wenn die Händler die Regionalität beschwören, bieten sie teilweise ein sehr umfangreiches internationales Käseangebot an. Wie sehen Sie das?
Wettbewerb beflügelt. Und die vielen Auszeichnungen bei internationalen Käsewettbewerben bewiesen, dass die heimischen Käsehersteller weltweit zu den Topproduzenten zählen. Das stellen sie jedes Jahr beim World Cheese Award oder dem Word Cheese Contest eindrucksvoll unter Beweis.
Vielen Dank für das Gespräch.

"In Österreich sind knapp 500 Käse offiziell registriert." Peter Hamedinger

KÄSE IM NETZ
Käse spielt auch in den sozialen Kanälen der AMA eine wichtige Rolle. Online-Manager Helmut Lackner von der AMA legt dabei großen Wert auf eine gelungene Kombination aus Information und Entertainment.
- Die User sollen vor allem auf Facebook spannende Inhalte auf unterhaltsame Weise erfahren, sowohl zu  Bio- als auch konventionellem Käse und ­solchen mit EU-Schutz. Foto- und Videocontent ­stehen an oberster Stelle.
- In den vergangenen Wochen setzte die AMA einen Schwerpunkt auf außergewöhnliche Pairings von Käse und Getränken, beispielsweise Bier und Säfte, aber auch Kombinationen von Cognac, Whisky und Gin zu den prämierten Käsekaiser-Siegern.

Plattform der AMA Käse-Profis
Seit Juni stellt die AMA auf Facebook eine eigene Plattform für Käseprofis zur Verfügung.
- Die Gruppe mit rund 150 Mitgliedern dient der Information, dem Austausch und der virtuellen Vernetzung von Käse-Experten. Zielgruppe sind in erster Linie Käsehändler und Thekenkräfte in Deutschland.

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