dm drogerie Markt: Petra Gruber: Zutrauen und...
 
dm drogerie Markt

Petra Gruber: Zutrauen und Vertrauen

Markus Wache
Petra Gruber, Geschäftsführerin von dm, sieht Harmonie als Grundlage der guten Zusammenarbeit.
Petra Gruber, Geschäftsführerin von dm, sieht Harmonie als Grundlage der guten Zusammenarbeit.

Das ist für dm-Geschäftsführerin Mag. (FH) Petra Gruber die Quintessenz in Sachen Erfolg. Wie sie mit ihrem Kollegen Harald Bauer harmoniert und warum sie nichts von einer verpflichtenden Frauenquote hält, waren Themen im aktuellen CASH-Interview.

CASH: Frau Gruber, seit etwas mehr als eineinhalb Jahren leiten Sie als Geschäftsführerin das Ressort Marketing & Einkauf gemeinsam mit Ihrem Kollegen Harald Bauer. Wie gut ergänzen Sie sich in der Zusammenarbeit?
Petra Gruber:
Herr Bauer verantwortet die Teilbereiche Kommunikation und Omni-Channel Retailing und ich bin für das Sortiment und die dm Marken zuständig. Bei dieser Aufteilung der Zuständigkeiten ist es ganz klar, dass es nur miteinander geht, weil man diese Themen nicht losgelöst voneinander bearbeiten kann. Unser gemeinsames Ziel ist es, alle Bereiche so zu gestalten, dass wir die Kundenbedürfnisse optimal erfüllen und veredeln können. Wir unterstützen uns gegenseitig und unsere Teams arbeiten sehr eng zusammen.

Man sagt ja immer, gemischte Teams sind besonders erfolgreich – eine Aussage, der Sie demzufolge zustimmen?
Es stimmt natürlich, dass Männer oft einen anderen Zugang zu Themen haben, als Frauen und man viel voneinander lernen kann. In Gesprächen mit Mitarbeitern oder Bewerbern für neue Funktionen stelle ich immer wieder fest, dass sich Frauen oft zu wenig zutrauen und ihre Stärken nicht entsprechend hervorheben. Grundsätzlich finde ich aber nicht, dass Erfolg eine Frage des Geschlechts ist. Viel mehr geht es im Arbeitsalltag um die Nutzung der individuellen Stärken jedes Einzelnen und um eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern. Erfolg ist – unabhängig vom Geschlecht – immer eine Teamleistung und hängt auch vom entgegengebrachten Vertrauen und Zutrauen der Führungskräfte ab.

An der Spitze vieler Unternehmen stehen aber nach wie vor mehr Männer als Frauen. Auch bei dm, wo der Frauenanteil mit 97 Prozent sehr hoch ist, gibt es in der neun-köpfigen Österreich-Geschäftsführung mit Mag. (FH) Petra Mathi-Kogelnik (dm Geschäftsführerin für das Ressort Mitarbeiter und verantwortlich für die Filialen in der Region Steiermark; Anm. d. Red.) und Ihnen nur zwei Frauen. Woran liegt das?
Wenn man sich das Geschlechterverhältnis im Teilkonzern Central & Eastern Europe ansieht, dann herrscht ein großes Gleichgewicht. Hier sind nämlich 26 Frauen und 28 Männer in Geschäftsleitungspositionen tätig. In Österreich gibt es mit Sicherheit noch Luft nach oben. Aber es ist nicht so, dass Frauen der Weg an die Spitze verwehrt wird. Ganz im Gegenteil. dm bietet verschiedenste Modelle von Job Sharing über Telearbeit an, die es Frauen durchwegs ermöglichen, in verantwortungsvollen Positionen tätig zu sein. Es gibt viele Kolleginnen, die als Lehrlinge gestartet und mittlerweile in einer Managementposition, zum Beispiel als Filialleiterinnen oder Gebietsmanagerinnen, tätig sind. Wenn man will, kann man bei dm alles erreichen, weil es flache Hierarchien gibt, immer Platz für kreative Ideen da ist und man eigenverantwortlich arbeiten und mitgestalten kann.

Glauben Sie, dass Frauen überhaupt führen wollen?
Es gibt Studien, die behaupten, dass das nicht der Fall ist. Das ist schwer zu sagen, weil ich diese Studien nicht kenne. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die gerne Führungsverantwortung übernehmen, während das für andere überhaupt kein Thema ist. Frauen hatten einfach lange Zeit den Nachteil, dass Beruf und Familie nur schwer miteinander zu vereinbaren war, weil die dafür notwendigen Strukturen nicht vorhanden waren. Das hat sich glücklicherweise geändert, wenngleich es international noch immer viel Optimierungsbedarf gibt.

Wäre eine verpflichtende Frauenquote auf Führungsebene ein Ansatz zur Verbesserung?
Ich bin der Meinung, dass man so etwas nicht verordnen kann. Es handelt sich um eine Einstufung, die nicht sinnvoll ist, weil immer mitschwingt, man hätte den Job nur aufgrund der Quote bekommen. Da rücken die eigene Leistung und die eigene Persönlichkeit ganz schnell in den Hintergrund. Und wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Karriere sowie die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern geht, dann helfe ich den betroffenen Frauen mit einer Quote nicht weiter. Da braucht es andere Maßnahmen.

Welche Möglichkeiten bietet dm seinen Mitarbeitern, um Beruf und Familie bestmöglich zu vereinbaren?
Wir sind bestrebt, die individuellen Bedürfnisse mit den Anliegen des Teams und der Organisation bestmöglich in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitszeitmodelle, ein umfangreiches Karenzmanagement inklusive Mentoring und frühzeitige Gespräche über die Vorstellungen der beruflichen Zukunft, sind nur einige Maßnahmen. Und wir wollen auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur ein Frauenthema ist, indem wir unter anderem auch die Inanspruchnahme von Väterkarenz gezielt unterstützen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Drogeriefachhändler mit seinem Sortiment rund um Schönheit und Gesundheit vorwiegend Frauen als Zielgruppe hat. Wie sprechen Sie eigentlich die Männer an?
Unser Anspruch ist, den Kunden eine ideale Einkaufsstätte zu bieten, in der sie alles finden, was ihnen den Alltag erleichtert. Das betrifft sowohl unser Sortiment, als auch unsere Dienstleistungen in den Friseur- und Kosmetikstudios, die im Übrigen auch gerne von Männern in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf die Beratungsqualität und beschäftigen zum Beispiel rund 1.500 Drogisten. Für unsere männlichen Kunden schaffen wir gerade unter der dm-Marke „Seinz“ eine neue Plattform, auf der die Top Brands in Sachen Männerpflege angeboten werden.

Frau Gruber, herzlichen Dank für das Interview.
Petra Gruber im Wordrap
Ein guter Arbeitstag beginnt mit dem Lächeln der Kollegen, die mir am Weg ins Büro oder in den Filialen begegnen.
Diese Eigenschaft mag ich an mir: Zielstrebigkeit Als Kind wollte ich immer Kindergärtnerin werden.
Mein letztes Geld würde ich ausgeben für die Aufrechterhaltung der Gesundheit.
Das mag ich an meinem Job am liebsten: den direkten Kontakt mit meinen Kollegen.
Mein Lebensmotto ist: Trau dir selbst mehr zu, als du glaubst, dass geht.
Seinz. – neue Welt für Männer
Weil sich Männer zunehmend mit dem Thema Körperpflege beschäftigen und dieses Segment seit Jahren dynamisch wächst, hat dm mit „Seinz.“ eine neue, speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittene Welt auf vielen Ebenen entwickelt. Damit will der Drogeriefachhändler zur relevantesten Informations- und Einkaufsquelle für Männer werden. Hinter Seinz. verbirgt sich nämlich sowohl eine eigene Plattform unter seinz.com, die mit Tipps und Infos rund um die Themen Styling, Lifestyle, Pflege und Produkte aufwartet als auch eine dm Premiummarke (aktuell 20 Produkte) mit reduziertem Design und sorgfältig zusammengesetzten Inhaltsstoffen im Bereich Pflege und Rasur. Darüber hinaus werden die dm-Marken für Männer, relevante Industriemarken und Seinz.-Produkte in einem eigenen Seinz.-Regal (in schwarzer Optik) zusammengefasst. „Seinz. soll die Nummer eins für Pflege- & Beautyprodukte in Österreich werden“, so Petra Gruber.
stats