Reclay Österreich: Christian Abl: Schwung für...
 
Reclay Österreich

Christian Abl: Schwung für den Kreislauf

Akos Burg

Für die Circular Economy gibt es ambitionierte Ziele – wie diese erfüllt werden sollen, ist umstritten. Christian Abl, Geschäftsführer des Umweltmanagement- und Recycling-Unternehmens Reclay, spricht im CASH-Interview über das ­Sammelsystem der Zukunft, seine Einschätzung der Gesetzesnovelle und ­spannende Werkstoffe mit Potenzial.

CASH: Herr Abl, Einwegpfand ist rund um Getränkeflaschen ein viel diskutiertes Thema – halten Sie das Prinzip auch bei anderen Verpackungsformen für sinnvoll?
Christian Abl: Grundsätzlich ergibt Pfand dort Sinn, wo die Mengen groß und relevant genug sind, dass ein System skalierbar ist. Es hat zum Beispiel wenig Sinn für Süßigkeitensackerl oder Shampooflaschen Pfand einzufordern, da die verwendeten Materialien zu unterschiedlich sind. Es sollte um Food-Contact-Verpackungen gehen, die getrennt von anderen Materialströmen gesammelt werden. Die „Automatenfähigkeit“ ist nicht mehr ein solch großes Thema, da mittlerweile andere Track-&-Trace-Modelle umsetzbar sind.

Gibt es ein bestimmtes Materialvolumen, ab dem Sie Pfand für sinnvoll erachten?
Es kommt auf das Material an. PET bietet sich deshalb an, weil die weiterverarbeitende Infrastruktur vorhanden ist. Um das in Perspektive zu rücken: In Österreich entfallen 20 Prozent des Leichtverpackungs-Abfalls auf PET-Gebinde. Bei Aludosen würde es von der Menge her auch rentabel sein, doch ist hier die Sammelquote hoch genug, damit das kein Thema ist.

Man hat fast den Eindruck, dass sich beim Plastik extrem viel tut, sich die anderen für Verpackungen genutzten Materialien aber kaum weiterentwickeln. Ist das wirklich so?
Im Glasbereich schläft die Entwicklung auch nicht, besonders was die Verringerung des Gewichts der Glasgebinde angeht. Beim Aluminium hat sich bezüglich der Art der Verwendbarkeit nicht viel verändert. Das sind beides stabile Elemente, die kreislaufwirtschaftlich gut führbar sind. Konsumenten verstehen beide Werkstoffe auch sehr gut, dadurch ist wenig Handlungsbedarf gegeben. Beim Einweggebrauch sehen wir bei den Getränken einen Trend hin zu Aludosen und zu Mehrweg-Glasflaschen. Kunststoff ist der Stoff, der gerade am meisten im Rampenlicht steht und am meisten kritisiert wird. Dadurch wird er auch entsprechend viel optimiert. Was uns nicht gefällt, ist der Trend hin zu Verbundstoffen, da diese nicht trennbar sind und das Recycling somit hinfällig ist. Das ist im Rahmen der Circular Economy ein Rückschritt. Besonders bei Papier ist das der Fall, etwa bei Getränkekartons.

Das vollständige Interview finden Sie in der März-Ausgabe von CASH.

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